Portrait dreier Whistleblower auf arte: John C. Kiriakou, Peter Drake, Jesselyn Radack

arte zeig­te ges­tern Abend zur bes­ten Sen­de­zeit das Por­trait drei­er wei­te­rer der Öffent­lich­keit rela­tiv unbe­kann­ter Whist­leb­lo­wer. Wer die Doku­men­ta­ti­on wie ich ver­paßt hat, kann sie bis zur Depu­bli­zie­rung in der arte-Media­thek sehen:

Schweig, Ver­rä­ter! — Whist­leb­lo­wer im Visier

Mit John C. Kiriak­ou, Peter Dra­ke, Jes­se­lyn Rad­ack

Von James Spio­ne

Im Fern­se­hen als Wie­der­ho­lung am Frei­tag, 19.12. um 8:55 Uhr und am Diens­tag, 06.01. um 1:10 Uhr.

Aus dem Arti­kel in der Süd­deut­schen Zei­tung dazu:

Am ver­gan­ge­nen Sonn­tag erin­ner­te der ehe­ma­li­ge Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat John McCain dar­an, dass die USA „nach dem Zwei­ten Welt­krieg japa­ni­sche Kriegs­ver­bre­cher vor Gericht gebracht und auf­ge­hängt haben, weil sie Ame­ri­ka­ner dem Schein­erträn­ken aus­ge­setzt hat­ten“.

und

Bis heu­te ist kein ein­zi­ger CIA-Ange­hö­ri­ger wegen Fol­ter ver­ur­teilt wor­den.

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Amnesty International interviewt Chelsea Manning: “Why Speaking Out is Worth the Risk”

Chelsea Manning auf dem Titelblatt von Amnesty Internationals WIRE Nov-Dec 2014

“Why Spea­king Out is Worth the Risk” Chel­sea Man­ning auf dem Titel­blatt von Amnes­ty Inter­na­tio­nals WIRE Nov-Dec 2014

Amnes­ty Inter­na­tio­nal hat Chel­sea Man­ning inter­viewt und das Inter­view als Titel­ge­schich­te im eige­nen Maga­zin WIRE in der aktu­el­len Aus­ga­be ver­öf­fent­licht.

Da sich das Maga­zin nur mit Flash öff­nen läßt, hier der Ver­weis auf das Inter­view im Voll­text ohne Flash.

 

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Die Demokratie VERTEIDIGEN im digitalen Zeitalter

Fünf­hun­dert­sech­zig Schrift­stel­ler aus der gan­zen Welt, dar­un­ter die fünf Lite­ra­tur­no­bel­preis­trä­ger Gün­ter Grass, Elfrie­de Jeli­nek, Orhan Pamuk, J. M. Coet­zee und Tomas Tran­strö­mer, pro­tes­tie­ren mit einem inter­na­tio­na­len Auf­ruf, der u.a. in 32 Zei­tun­gen zeit­gleich erschie­nen ist, gegen die sys­te­ma­ti­sche Über­wa­chung im Inter­net durch Geheim­diens­te wie die ame­ri­ka­ni­sche NSA. Sie rufen dazu auf, die Demo­kra­tie in der digi­ta­len Welt zu ver­tei­di­gen.

Die Unter­zeich­ner, zu denen Umber­to Eco, T.C. Boy­le, Mar­ga­ret Atwood, Dani­el Kehl­mann, Nawal El Saa­da­wi, Arund­ha­ti Roy, Hen­ning Man­kell, Richard Ford, Javier Mari­as, Björk, David Gross­man, Arnon Grünberg, Ange­les Mast­ret­ta, Juan Goy­ti­so­lo, Nurud­din Farah, João Ribei­ro, Vic­tor Erofeyev, Liao Yiwu, David Malouf, Paul Aus­ter, Jona­than Lit­tell, Peter Slo­ter­di­jk und vie­le ande­re gehö­ren, for­dern, jeder Bür­ger müs­se das Recht haben, mit­zu­ent­schei­den, in wel­chem Aus­maß sei­ne Daten gesam­melt, gespei­chert und aus­ge­wer­tet wer­den. Sie erin­nern an die Unschulds­ver­mu­tung als zen­tra­le Errun­gen­schaft unse­rer Zivi­li­sa­ti­on und appel­lie­ren an die Ver­ein­ten Natio­nen, eine „Inter­na­tio­na­le Kon­ven­ti­on der digi­ta­len Rech­te“ zu ver­ab­schie­den.

Der Auf­ruf der Auto­ren-Grup­pe „Wri­ters Again­st Mass Sur­veil­lan­ce“ wur­de auf Initia­ti­ve von Juli Zeh, Ili­ja Tro­ja­now, Eva Men­as­se, Jan­ne Tel­ler, Priya Basil, Isa­bel Far­go Cole und Josef Has­lin­ger am 10. Dezem­ber 2013 in über 30 inter­na­tio­na­len Zei­tun­gen ver­öf­fent­licht.

Zwei der Initia­to­ren des Auf­rufs, die Schrift­stel­ler Juli Zeh und Ili­ja Tro­ja­now, erläu­tern im Gespräch mit der FAZ ihre Beweg­grün­de: „Es geht um den Kon­flikt zwi­schen dem Ein­zel­nen und der abso­lu­ten Macht unter den neu­en Bedin­gun­gen des Infor­ma­ti­ons­zeit­al­ters.“ Eine Rei­he von Auto­ren, wie T.C. Boy­le, Javier MaríasMar­tin Amis, Liao Yiwu, Vic­tor Jer­ofe­jew, Eugen Ruge, Jo Lend­le, Tho­mas Hett­che, Alis­sa Wal­ser, Ant­je Rávic Stru­belRalf Bönt, Inka Par­ei, Kurt Dra­wert und Ingo Schul­ze erklä­ren in per­sön­li­chen Stel­lung­nah­men, war­um sie den Appell mit­tra­gen.

Der Aufruf

In den ver­gan­ge­nen Mona­ten ist ans Licht gekom­men, in wel­ch unge­heu­rem Aus­maß wir alle über­wacht wer­den. Mit ein paar Maus-Klicks kön­nen Staa­ten unse­re Mobil­te­le­fo­ne, unse­re E-Mails, unse­re sozia­len Netz­wer­ke und die von uns besuch­ten Inter­net-Sei­ten aus­spä­hen. Sie haben Zugang zu unse­ren poli­ti­schen Über­zeu­gun­gen und Akti­vi­tä­ten, und sie kön­nen, zusam­men mit kom­mer­zi­el­len Inter­net-Anbie­tern, unser gesam­tes Ver­hal­ten, nicht nur unser Kon­sum­ver­hal­ten, vor­her­sa­gen.

Eine der tra­gen­den Säu­len der Demo­kra­tie ist die Unver­letz­lich­keit des Indi­vi­du­ums. Doch die Wür­de des Men­schen geht über sei­ne Kör­per­gren­ze hin­aus. Alle Men­schen haben das Recht, in ihren Gedan­ken und Pri­vat­räu­men, in ihren Brie­fen und Gesprä­chen frei und unbe­ob­ach­tet zu blei­ben.

Die­ses exis­ten­ti­el­le Men­schen­recht ist inzwi­schen null und nich­tig, weil Staa­ten und Kon­zer­ne die tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lun­gen zum Zwecke der Über­wa­chung mas­siv miß­brau­chen.

Ein Men­sch unter Beob­ach­tung ist nie­mals frei; und eine Gesell­schaft unter stän­di­ger Beob­ach­tung ist kei­ne Demo­kra­tie mehr. Des­halb müs­sen unse­re demo­kra­ti­schen Grund­rech­te in der vir­tu­el­len Welt eben­so durch­ge­setzt wer­den wie in der rea­len.

  • Über­wa­chung ver­letzt die Pri­vat­sphä­re sowie die Gedan­ken- und Mei­nungs­frei­heit.
  • Mas­sen­haf­te Über­wa­chung behan­delt jeden ein­zel­nen Bür­ger als Ver­däch­ti­gen. Sie zer­stört eine unse­rer his­to­ri­schen Errun­gen­schaf­ten, die Unschulds­ver­mu­tung.
  • Über­wa­chung durch­leuch­tet den Ein­zel­nen, wäh­rend die Staa­ten und Kon­zer­ne im Gehei­men ope­rie­ren. Wie wir gese­hen haben, wird die­se Macht sys­te­ma­ti­sch miss­braucht.
  • Über­wa­chung ist Dieb­stahl. Denn die­se Daten sind kein öffent­li­ches Eigen­tum: Sie gehö­ren uns. Wenn sie benutzt wer­den, um unser Ver­hal­ten vor­her­zu­sa­gen, wird uns noch etwas ande­res gestoh­len: Der freie Wil­le, der unab­ding­bar ist für die Frei­heit in der Demo­kra­tie.

Wir for­dern daher, daß jeder Bür­ger das Recht haben muß mit­zu­ent­schei­den, in wel­chem Aus­maß sei­ne per­sön­li­chen Daten gesam­melt, gespei­chert und ver­ar­bei­tet wer­den und von wem; daß er das Recht hat, zu erfah­ren, wo und zu wel­chem Zweck sei­ne Daten gesam­melt wer­den; und daß er sie löschen las­sen kann, falls sie ille­gal gesam­melt und gespei­chert wur­den.

Wir rufen alle Staa­ten und Kon­zer­ne auf, die­se Rech­te zu respek­tie­ren.

Wir rufen alle Bür­ger auf, die­se Rech­te zu ver­tei­di­gen.

Wir rufen die Ver­ein­ten Natio­nen auf, die zen­tra­le Bedeu­tung der Bür­ge­rech­te im digi­ta­len Zeit­al­ter anzu­er­ken­nen und eine ver­bind­li­che Inter­na­tio­na­le Kon­ven­ti­on der digi­ta­len Rech­te zu ver­ab­schie­den.

Wir rufen alle Regie­run­gen auf, die­se Kon­ven­ti­on anzu­er­ken­nen und ein­zu­hal­ten.

Die Unterzeichner:

Aus Deutschland:

Fried­rich Ani
Micha­el Augus­tin
Anke Bastrop
Ulrich Beck
Artur Becker
Josef Bier­bich­ler
Mari­ca Bodrožić
Mir­ko Bon­né
Ralf Bönt
Nora Boss­ong
Jan Chris­to­pher­sen
Dani­el Cohn-Ben­dit
Danie­la Dahn
Lia­ne Dirks
Doris Dör­rie
Ulri­ke Draes­ner
Kurt Dra­wert
Tan­ja Dück­ers
Caro­lin Emcke
Sher­ko Fatah
David Finck
Julia Franck
Fran­zis­ka Gers­ten­berg
Chris­to­ph Gie­sa
Roman Graf
Gün­ter Grass
Kerstin Gre­ther
Annett Grö­sch­ner
Gert Hei­den­reich
Chris­to­ph Hein
Tho­mas Hett­che
Paul Ingen­da­ay
Stef­fen Kopetz­ky
Marei­ke Krü­gel
Micha­el Krü­ger
Micha­el Kumpf­mül­ler
Ant­je Kunst­mann
Kat­ja Lan­ge-Mül­ler
Ben­ja­min Lau­ter­bach
Jo Lend­le
Micha­el Lentz
Ulli Lust
Ange­li­na Mac­ca­ro­ne
Kris­tof Magnus­son
Sten Nadolny
Chris­tia­ne Neu­de­cker
Nor­bert Nie­mann
Ingo Nier­mann
Mar­kus Orths
Georg M. Oswald
Inka Par­ei
Annet­te Pehnt
Ant­je Rávic Stru­bel
Anni­ka Reich
Moritz Rin­ke
Micha­el Roes
Char­lot­te Roos
Eugen Ruge
Peter Schnei­der
Eras­mus Schö­fer
Ingo Schul­ze
Hil­al Sez­gin
Peter Slo­ter­di­jk
Til­man Speng­ler
Burk­hard Spin­nen
Ulri­ke Ste­g­li­ch
Hans-Ulrich Trei­chel
Ili­ja Tro­ja­now
Regu­la Vens­ke
Mari­us von May­en­burg
Tho­mas von Steina­ecker
Gisela von Wyso­cki
Jan Wag­ner
Alis­sa Wal­ser
The­re­sia Wal­ser
Flo­ri­an Wer­ner
Roger Wil­lem­sen
Ron Wink­ler
Juli Zeh

Aus Österreich:

Olga Flor
Karl-Mar­kus Gauß
Tho­mas Gla­vi­nic
Josef Has­lin­ger
Moni­ka Hel­fer
Klaus Hof­fer
Alois Hot­sch­nig
Elfrie­de Jeli­nek
Micha­el Köhl­mei­er
Eva Men­as­se
Robert Men­as­se
Robert Pfal­ler
Doron Rabi­no­vici
Kath­rin Rögg­la
David Schal­ko
Robert Schin­del
Cle­mens J. Setz
Mar­le­ne Stree­ru­witz
Peter Wei­bel
Josef Wink­ler
Dani­el Kehl­mann (Österreich/​Deutschland)

Aus der Schweiz:

Melin­da Nadj Abon­ji
Sybil­le Berg
Peter Bie­ri
Ire­na Brežná
Melit­ta Brez­nik
Iso Camar­tin
Alex Capus
Mar­tin Dean
Cata­lin Flo­res­cu
Chris­ti­an Hal­ler
Reto Hän­ny
Eve­li­ne Has­ler
Franz Hoh­ler
Pedro Lenz
Charles Lewins­ky
Klaus Merz
Juli­an Schütt
Peter Stamm
Alain Sul­zer
Urs Wid­mer

Aus Großbritannien:

Akkas Al-Ali
Tariq Ali
David Almond
Mar­tin Amis
Juli­an Bar­nes
Priya Basil
John Ber­ger
Jane Boro­da­le
Wil­liam Boyd
John Burn­si­de
Louis de Ber­niè­res
Iso­bel Dixon
Joan­ne Har­ris
Kazuo Ishi­gu­ro
Pico Iyer
Ste­phen Kel­man
Hari Kunz­ru
Ian McE­wan
David Mit­chell
Stel­la New­man
Mar­tin Row­son
Man­da Scott
Will Self
Owen Sheers
Phil­ip Sing­ton
Tom Stop­pard
Adam Thir­well
David Vann
Nigel War­bu­ton
Irvi­ne Welsh
Jea­net­te Win­ter­son
Rana Das­gup­ta (Großbritannien/​Indien)
Anja­li Jose­ph (Großbritannien/​Indien)
Niki­ta Lal­wa­ni (Großbritannien/​Indien)
Fadia Faqir (Großbritannien/​Jordanien)
Hanif Kureis­hi (Großbritannien/​Pakistan)
Lio­nel Shri­ver (Großbritannien/​Vereinigte Staa­ten)

Aus den Vereinigten Staaten von Amerika:

John Ash­be­ry
Paul Aus­ter
Eli­se Black­well
T. C. Boy­le
Alex­an­der Chee
Isa­bel Far­go Cole
Bil­ly Col­l­ins
Don DeLil­lo
Colin Dickey
Jen­ni­fer Egan
Dave Eggers
Eliz­a­be­th Esla­mi
Richard Ford
Geor­ge Dawes Green
Joe Hur­ley
Eliz­a­be­th Kos­to­va
Adri­an Nicole LeBlanc
Jona­than Lethem
Bar­ry Lopez
Ben Mar­cus
Tyler McMahon
Clai­re Mes­sud
Josip Nova­ko­vich
Geor­ge Packer
Tim Par­rish
Richard Powers
James Sal­ter
Sapphi­re
Richard Sen­nett
Jane Smi­ley
Anne Wald­man
Ali­ce Wal­ker
Eliot Wein­ber­ger
Jef­frey Yang
Alek­sandar Hemon (Ver­ei­nig­te Staaten/​Bosnien)
Dom­ni­ca Radu­les­cu (Ver­ei­nig­te Staaten/​Rumänien)

Aus Frankreich:

Jean-Jac­ques Bein­eix
Céli­ne Curiol
Marie Dar­ri­eus­s­ecq
Phil­ip­pe Djian
Lio­nel Duroy
Mathi­as Énard
Jérô­me Fer­ra­ri
Anne-Marie Garat
Lau­rent Gau­dé
Pas­ca­le Hugues
Alban Lefranc
Roger Len­glet
Vir­gi­nie Lou-Nony
Jean Mat­tern
Bet­ty Mialet
Cathe­ri­ne Mil­let
Frédé­ric Mit­ter­rand
Hélè­ne Neveu Krin­gel­bach
Phil­ip­pe Poz­zo di Bor­go
Flo­re Vas­seur
Mar­tin Winck­ler (Frankreich/​Kanada)
Jona­than Lit­tell (Frankreich/​Vereinigte Staa­ten)

Aus Ägypten:

Alaa al-Aswany
Nawal El Saa­da­wi
Ahdaf Sou­eif
Mona Elta­ha­wy (Ägypten/​Vereinigte Staa­ten)

Aus Albanien:

Ani­la Wilms

Aus Algerien:

Boua­lem San­sal

Aus Angola:

José Edu­ar­do Agualu­sa

Aus Argentien:

Maria Teresa Andru­et­to
Edgar­do Cozarin­sky
María Sonia Cristoff
Mar­ce­lo Figuer­as
Car­los Gamer­ro
Alber­to Man­guel
Guil­ler­mo Mar­ti­nez
Elsa Oso­rio
Clau­dia Piñei­ro
Saman­ta Schweb­lin

Aus Australien:

Debra Ade­lai­de
Chris And­rews
Venero Arman­no
Laris­sa Behe­rendt
James Brad­ley
Bri­an Cas­tro
Nick Cave
Miri­am Cosic
Michel­le de Krets­er
Nick Earls
Delia Fal­co­ner
Anna Fun­der
Helen Gar­ner
Eli­sa­be­th Holds­wor­th
Lin­da Jai­vin
Gail Jones
Eve­lyn Juers
Tho­mas Kene­al­ly
Nam Le
James Ley
Ange­lo Lou­ka­kis
David Malouf
Frank Moor­hou­se
Peter Rose
Rosie Scott
John Tran­ter
Kirs­ten Tran­ter
Arnold Zab­le
Lily Brett (Australien/​Vereinigte Staa­ten)
Geral­di­ne Brooks (Australien/​Vereinigte Staa­ten)

Aus Bangladesch:

Ahmad Mos­to­fa Kamal
Tahmi­ma Anam (Bangladesch/​Großbritannien)

Aus Belgien:

Gie Boga­ert
Sas­kia De Cos­ter
Patrick De Rynck
Jozef Deleu
Lau­rent Demou­lin
Charles Ducal
Joris Gerits
Jos Gey­sels
Luuk Gru­wez
Tho­mas Gun­zig
Peter Hol­voet-Hans­sen
Eli­sa­be­th Marain
Pier­re Mer­tens
Bart Moeya­ert
Elvis Pee­ters
Erik Spi­noy
Rik Torfs
Koen Van Bockstal
Wal­ter van den Bro­eck
Miri­am Van hee
David van Rey­brouck
Anne­lies Ver­be­ke
Paul Ver­ha­eg­he
Roel Ver­schue­ren
Erik Vla­minck
Geor­ges Wil­de­meer­sch
Carl Norac (Belgien/​Frankreich)
Joke van Lee­u­wen (Belgien/​Niederlande)

Aus Bosnien:

Mil­jen­ko Jer­go­vić

Aus Brasilien:

Mar­çal Aqui­no
Mar­ce­lo Backes
Rafa­el Car­do­so
Ber­nar­do Car­val­ho
João Pau­lo Cuen­ca
João Ubal­do Ribei­ro
Luiz Ruf­f­ato
Pau­lo Scott

Aus Bulgarien:

Geor­gi Gos­po­di­nov
Kap­ka Kas­sa­bo­va (Bulgarien/​Großbritannien)

Aus Chile:

Car­la Guel­fen­bein
Arturo Fon­tai­ne Tala­vera
Ari­el Dorf­man (Chile/​Argentinien/​Vereinigte Staa­ten)
Lina Merua­ne (Chile/​Vereinigte Staa­ten)

Aus China:

Liao Yiwu

Aus Dänemark:

Niels Bar­fo­ed
Suzan­ne Brøg­ger
Tom Buk-Swien­ty
Peter H. Fogt­dal
Kat­ri­ne Marie Gul­d­ager
Ise­lin C. Her­mann
Peter Høeg
Sven Holm
Han­ne Vibe­ke Hol­st
Cars­ten Jen­sen
Pia Juul
Peter Øvig Knud­sen
Mor­ten Krin­gel­bach
Jør­gen Leth
Ib Micha­el
Mor­ten Rams­land
Mor­ten Sab­roe
Pia Taf­drup
Jan­ne Tel­ler

Aus Djibouti:

Abdou­rah­man Wabe­ri

Aus Ecuador:

Fran­cis­co Pro­año Aran­di

Aus El Salvador:

Hor­a­cio Cas­tel­la­nos Moya

Aus Finnland:

Moni­ka Fager­holm
Jark­ko Tont­ti
Kjell Westö

Aus Ghana/​Vereinigte Staaten:

Kwa­me Dawes

Aus Griechenland:

Kostas Akri­vos
Petros Marka­ris
Aman­da Micha­lo­pou­los
Michai­lis Modi­nos
Nina Rapi
Tha­nassis Val­ti­nos

Aus Haiti/​Vereinigte Staaten:

Edwid­ge Dan­ti­cat

Aus Hong Kong/​Vereinigte Staaten:

Xu Xi

Aus Island:

Björk
Odd­ný Eir
Ein­ar Már Guð­munds­son
Hall­grí­mur Hel­ga­son
Bjar­ni Jóns­son
Andri Snær Magna­son
Stein­nun Sigurðar­dót­tir
Sjón
Jón Kal­man Ste­fáns­son

Aus Indien:

Shahid Amin
Amit Chaudhu­ri
Tis­ha­ni Doshi
Naresh Fer­nan­des
Ami­tav Ghosh
Ram­chan­dra Guha
Anjum Has­san
Ran­jit Hosko­té
Raj Kamal Jha
Ruchir Joshi
Girish Kar­nad
Mukul Kes­a­van
Ami­ta­va Kumar
Pan­kaj Mishra
Kiran Nag­ark­ar
Jer­ry Pin­to
Arund­ha­ti Roy
Arund­ha­ti Sub­ra­ma­niam
Jeet Thay­il
Altaf Tyre­wa­la
Salil Tri­pa­thi (Indien/​Großbritannien)
Suke­tu Meh­ta (Indien/​Vereinigte Staa­ten)

Aus dem Irak:

Jab­bar Yas­sin Hus­sin
Has­san Bla­sim (Irak/​Finnland)
Najem Wali (Irak/​Deutschland)

Aus Irland:

Rod­dy Doy­le
Colum McCann
Colm Tói­bín (Irland/​Vereinigte Staa­ten)

Aus Israel:

Assaf Gav­ron
David Gross­man
Etgar Keret
Yitz­hak Laor
Sami Micha­el
Amos Oz
Zeru­ya Shalev

Aus Italien:

And­rea Baja­ni
Mas­si­mo Car­lot­to
Umber­to Eco
Erri de Luca
Pao­lo Gior­da­no
Dacia Marai­ni
Sabi­ne Gru­ber (Italien/​Österreich)

Aus Japan:

Tosi­hi­ko Uji

Aus Jordanien:

Eli­as Fark­o­uh

Aus Kamerun:

Patri­ce Ngan­ang

Aus Kanada:

Mar­ga­ret Atwood
Ken Bab­sto­ck
Cory Doc­to­row
Yann Mar­tel
Colin McA­dam
Micha­el Ondaat­je
John Rals­ton Saul
Made­lei­ne Thien

Aus Kolumbien:

Anto­nio Ungar
Héc­tor Abad
Oscar Col­la­zos
Oscar Guar­dio­la-Rivera
Juan Gabri­el Vás­quez

Aus Kroatien:

Slaven­ka Dra­ku­lić
Nen­ad Popo­vić
Dubrav­ka Ugrešić

Aus Kuba:

Leo­nar­do Padu­ra Fuen­tes
Iván de la Nuez (Kuba/​Spanien)

Aus dem Libanon:

Domi­ni­que Eddé
Rawi Hage (Libanon/​Kanada)

Aus Libyen/​Ägypten:

Ahmed Fagih

Aus Luxemburg:

Ran­ga Yogeshwar

Aus Mazedonien:

Niko­la Mad­zi­rov

Aus Malawi:

Sam­son Kam­ba­lu

Aus Malaisia:

Tan Twan Eng

Aus Malta:

Pier­re Mejlak

Aus Mexiko:

Rosa Bel­trán
Sabi­na Ber­man
Car­men Boul­losa
Ana Cla­vel
Alma Guil­ler­mo­prieto
Ange­les Mast­ret­ta

Aus den Niederlanden:

René Appel
Abdel­ka­der Bena­li
Ronald Bos
Ian Buru­ma
Ger­rit Bus­sink
Sas­kia de Jong
Job Degen­aar
Rena­te Dor­restein
Rudolf Geel
Arnon Grün­berg
Joke J. Herm­sen
Mar­jo­lin Hof
Tjit­s­ke Jan­sen
Lies­be­th Lage­maat
Tho­mas Lies­ke
Geert Mak
Nel­le­ke Noor­derv­liet
Ester Nao­mi Per­quin
Aleid Trui­jens
Manon Uphoff
Jan van Mers­ber­gen
Anne Veg­ter

Aus Neuseeland:

Pip Adam
Tim Cor­bal­lis
Nicky Hager
Ingrid Hor­rocks
Lloyd Jones
Eliz­a­be­th Knox
Bill Manhi­re
Court­ney Sina Mer­edith
Sarah Quigley
Anna San­der­son
C. K. Stead
Sus­an Pear­ce (Neuseeland/​Großbritannien)

Aus Nigeria:

Helon Habi­la
Chi­ka Unig­we
Olu­mi­de Popoo­la (Nigeria/​Deutschland)

Aus Norwegen:

Jostein Gaar­der
Per Pet­ter­son

Aus Pakistan:

Moh­sin Hamid
Ahmed Rashid
Kami­la Sham­sie (Pakistan/​Großbritannien)

Aus den palästinensischen Gebieten:

Suad Ami­ry
Mou­rid Barg­hou­ti
Najwan Dar­wish
Natha­lie Handal
Raja She­ha­deh
Ada­nia Shi­b­li
Ghas­san Zaq­tan
Ala Hle­hel (Paläs­ti­nen­si­sche Gebiete/​Israel)

Aus Peru:

San­tia­go Ron­ca­glio­lo

Von den Philippinen/​Kanada:

Miguel Syju­co

Aus Polen:

Igna­cy Kar­p­o­wicz
Bea­ta Sta­sińs­ka
Witold Szabłow­ski
Olga Tok­arc­zuk

Aus Portugal:

Pedro Rosa Men­des

Aus Rumänien:

Mir­cea Căr­tă­res­cu

Aus Russland:

Vla­di­mir Aris­tov
Alan Cher­che­sov
Vic­tor Erofeyev
Ali­sa Ganiye­va
Dmi­tri Golyn­ko
Alex­an­der Ili­chevs­ky
Ser­gei Lebe­dev
Sta­nis­lav Lvovs­ky
Mik­hail Shish­kin
Alex­an­der Ski­dan
Alex­an­der Sne­gi­ryov

Aus dem Senegal:

Cheikh Hami­dou Kane

Aus Serbien:

David Alba­ha­ri
Bora Ćosić (Serbien/​Kroatien)

Aus der Slowakei:

Mich­al Hvor­ecký

Ausd Slowenien:

Gabriela Bab­nik
Aleš Čar
Aleš Debel­jak
Moj­ca Kumer­dej
Miha Maz­zi­ni
Dušan Šaro­tar
Aleš Šte­ger

Aus Somalia/​Südafrika:

Nurud­din Farah

Aus Südafrika:

Brey­ten Brey­ten­bach
Ant­jie Krog
Zakes Mda
Mar­gie Orford
Hen­ri­et­ta Rose-Innes
Gil­li­an Slo­vo
Ivan Vla­dis­la­vić
Zukis­wa Wan­ner
J. M. Coet­zee (Südafrika/​Australien)

Aus Spanien:

Ricar­do Bada
Javier Cer­cas
Rafa­el Chir­bes
Juan Goy­ti­so­lo
Julio Llama­za­res
Javier Marías
Anto­nio Muñoz Moli­na
Rosa Mon­tero
Javier Sali­nas
José F. A. Oli­ver (Spanien/​Deutschland)

Aus dem Sudan:

Jamal Mah­joub

Aus Südkorea:

Hwang Sok-Yong

Aus Schweden:

Arne Dahl
Per Olov Enquist
Aris Fio­re­tos
Jan Guill­ou
Björn Lars­son
Hen­ning Man­kell
Håkan Nes­ser
Tomas Tran­strö­mer
Svan­te Wey­ler

Aus Syrien:

Hala Moham­med

Aus Tansania/​Großbritannien:

Abdul­ra­z­ak Gur­nah

Aus Thailand/​Vereingte Staaten:

Rat­ta­wut Lap­cha­ro­ens­ap

Aus Tschechien:

Jaros­lav Rudiš

Aus Tunesien/​Frankreich:

Tahar Bekri

Aus der Türkei:

Yas­ar Kemal
Murat­han Mun­gun
Orhan Pamuk
Buket Uzu­ner

Aus Ungarn:

Tibor Babicz­ky
Zsó­fia Bal­la
Zsó­fia Bán
Bát­ho­ri Csa­ba
Györ­gy Dra­gomán
Peter Ester­ha­zy
Krisztián Grec­só
Noé­mi Kiss
László Krasz­nahor­kai
Lajos Par­ti Nagy
Anna T. Szabó

Aus der Ukraine:

Myros­lav Mary­n­o­vy­ch
Oksana Zabuzh­ko

Aus Weißrussland:

Svet­la­na Ale­xie­vich
Valz­hy­na Mort (Weißrussland/​Vereinigte Staa­ten)

Aus Zimbabwe:

Bri­an Chik­wa­va

Aus Überzeugung:

Mar­tin Emme­rich (Deutsch­land)

Und Du?

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Hat Chelsea Manning das Richtige aus den falschen Gründen getan? Ich denke, nein!

Wäh­rend von Edward Snow­den stän­dig die Rede ist, ja er sogar für das Bun­des­ver­dienst­kreuz vor­ge­schla­gen wird, gerät Chel­sea Man­ning, wie sich Brad­ley Man­ning nun nennt, immer wei­ter in Ver­ges­sen­heit.

Sicher macht es Snow­den leich­ter, sich mit ihm als Per­son zu iden­ti­fi­zie­ren, er ist der strah­len­de­re Held. Ich den­ke, daß er auch aus den Feh­lern und der Ent­de­ckung sei­nes Vor­gän­gers gelernt hat. Offen­bar hat er Man­ning bewun­dert, jeden­falls beruft er sich auf sie als Vor­bild.

Daher gäbe es viel­leicht kei­nen Whist­leb­lo­wer Snow­den ohne Man­ning.

Mit einem Freund habe ich die­ser Tage eine ent­spre­chen­de Dis­kus­si­on geführt. Dabei mein­te die­ser, Chel­sea Man­ning habe zwar das Rich­ti­ge mit ihren Leaks getan, aber eben aus den fal­schen Grün­den: Sie sei mit ihrer Situa­ti­on unzu­frie­den gewe­sen und habe Auf­merk­sam­keit erre­gen wol­len.

Chelsea Manning

Ich sehe das anders. Ich habe mich inten­siv mit dem The­ma befaßt und soviel wie mög­li­ch über Man­nings Moti­va­ti­on gele­sen. Ich den­ke, daß sie wirk­li­ch in einer extre­men emo­tio­na­len Situa­ti­on war. Ich mei­ne aber auch, daß die­se Situa­ta­ti­on durch die Ent­schei­dung, die Infor­ma­tio­nen zu lea­ken, ver­stärkt wor­den ist. Offen­bar war Man­ning jah­re­lan­ger Dis­kri­mi­nie­rung und Bul­ly­ing aus­ge­setzt, schon zu Schul­zei­ten. Alle Beschrei­bun­gen derer, die sie ken­nen oder kann­ten, sind sich in einem Punkt einig: Man­ning hat ein tief­ge­hen­des Gerech­tig­keits­ge­fühl und schon immer gegen Unge­rech­tig­keit ange­kämpft. Ich den­ke, daß auf die­ses Gerech­tig­keits­ge­fühl Man­nings Ent­schei­dung zurück­geht, die Kriegs­ver­bre­chen der ame­ri­ka­ni­schen Sol­da­ten nicht wei­ter zu ver­tu­schen, son­dern sie zu ver­öf­fent­li­chen.

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Bradley Manning — endlich Prozeßbeginn nach drei Jahren Haft

Seit über drei Jah­ren ist Brad­ley Man­ning nun von der US-​​​Militärgerichtsbarkeit inhaf­tiert. Am 26. Mai 2000 war Man­ning fest­ge­nom­men und teil­wei­se unter men­schen­rechts­wid­ri­gen Umstän­den inhaf­tiert wor­den, Umstän­de, die auch das Mili­tär­ge­richt in der Vor­un­ter­su­chung nicht igno­rie­ren konn­te, und die Man­ning eine Straf­mil­de­rung von 112 Tagen bei einer künf­ti­gen Ver­ur­tei­lung ein­brin­gen sol­len.

Eini­ge Akten aus der Vor­un­ter­su­chung sind mitt­ler­wei­le online abruf­bar, vom Guar­di­an auf­be­rei­tet. Auch die Erklä­rung Man­nings vor dem Mili­tär­ge­richt ist online (deut­sche Zusam­men­fas­sung bei der taz).

Ver­mut­li­ch anläß­li­ch des unrühm­li­chen Jubi­lä­ums hat Dani­el Ells­berg, der Whist­leb­lo­wer hin­ter dem Water­ga­te-Skan­dal, der sich für Brad­ley Man­ning ein­setzt, der taz ein lesens­wer­tes Inter­view gege­ben.

Am Mon­tag­mor­gen soll nun end­li­ch das eigent­li­che Mili­tär­ge­richts­ver­fah­ren begin­nen. Vor Fort Mea­de haben des­halb ges­tern knapp zwei­tau­send Unter­stüt­zer demons­triert.
Demonstration in Fort Meade (Foto: Nathan Fuller)

Der Pro­zeß soll zwölf Wochen dau­ern, mit Hun­der­ten von Zeu­gen. Zwei Dut­zend sol­len unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit ver­nom­men wer­den, um die Sicher­heit der USA nicht zu gefähr­den. Ihre Aus­sa­gen sol­len nur zen­siert ver­öf­fent­licht wer­den, was u.a. Bür­ger­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen scharf kri­ti­sie­ren.

Man­ning dro­hen bis zu 150 Jah­re Haft.

Das har­te Vor­ge­hen der Oba­ma-Regie­rung gegen Whist­leb­lo­wer — in sei­ner Amts­zeit wur­den mehr von ihnen ver­folgt, als von allen Regie­run­gen zuvor — läßt nichts Gutes hof­fen, zumal Oba­ma selbst mit „Er hat das Gesetz gebro­chen“ die Stoß­rich­tung vor­ge­ge­ben hat.

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1000 Tage Haft ohne Prozeß

Seit tau­send Tagen ist Brad­ley Man­ning nun von der US-Mili­tär­ge­richts­bar­keit inhaf­tiert, ohne daß ein Gerichts­ur­teil gefällt wur­de.

Aus die­sem Anlaß fin­den welt­wei­te Pro­tes­te statt, auch in Deutsch­land, lei­der nur in Ber­lin und Kai­sers­lau­tern.

Free_Bradley

Die Vor­un­ter­su­chun­gen zum eigent­li­chen Pro­zeß dau­ern bereits 14 Mona­te an und sol­len bald abge­schlos­sen sein. Dabei wur­den die unmensch­li­chen Haft­be­din­gun­gen, denen Man­ning aus­ge­setzt war, zwar aner­kannt, hat­ten aber außer einer Ver­kür­zung einer even­tu­el­len zukün­fi­gen Haft um 112 Tage kei­ne wei­te­ren Kon­se­quen­zen. Mehr zum aktu­el­len Stand der Vor­un­ter­su­chun­gen im Guar­di­an, der auch die wei­ter auf­recht erhal­te­ne Geheim­hal­tung kri­ti­siert.

Mit den dort zitier­ten Wor­t­en eines Beru­fungs­rich­ters gegen exzes­si­ve Geheim­hal­tung von Recht­spre­chung:

In einer Demo­kra­tie, in der sich die Macht auf die Zustim­mung der Regier­ten grün­det, muß die Ant­wort in der Trans­pa­renz des Rechts­pro­zes­ses lie­gen. Öffent­li­che Rechts­spre­chung läßt das Licht her­ein und erlaubt so der Öffent­lich­keit, den Rechts­be­trieb gen­au zu über­prü­fen, mit allen Vor- und Nach­tei­len.

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Frohe Weihnachten!

Wärst Du, Kind­chen, im Kaschub­en­lan­de,
Wärst Du, Kind­chen, doch bei uns gebo­ren!
Sieh, Du hät­test nicht auf Heu gele­gen,
Wärst auf Dau­nen weich gebet­tet wor­den!

Nim­mer wärst Du in den Stall gekom­men,
Dicht am Ofen stün­de warm Dein Bett­chen.
Der Herr Pfar­rer käme selbst gelau­fen,
Dich und Dei­ne Mut­ter zu ver­eh­ren!

Kind­chen, wie wir Dich geklei­det hät­ten!
Müß­test eine Schafs­fell­müt­ze tra­gen.
Blau­en Man­tel von Kaschu­bi­schem Tuch,
Pelz­ge­füt­tert und mit Bän­der­schlei­fen.

Hät­ten Dir den eig­nen Gurt gege­ben,
Rote Schu­he für die klei­nen Füße.
Fest und blank mit Nägel­chen beschla­gen!
Kind­chen, wie wir Dich geklei­det hät­ten!

Kind­chen, wie wir Dich gefüt­tert hät­ten!
Früh am Mor­gen, wei­ßes Brot mit Honig,
Fri­sche But­ter, wun­der­wei­ches Schmor­flei­sch,
Mit­tags Gers­ten­grüt­ze, gel­be Tun­ke.

Gän­se­flei­sch und Kut­tel­fleck mit Ing­wer,
Fet­te Wurst und gold­nen Eier­ku­chen,
Krug um Krug das star­ke Bier aus Put­zig!
Kind­chen, wie wir Dich gefüt­tert hät­ten!

Und wie wir das Herz Dir schen­ken woll­ten!
Sieh, wir wären alle fromm gewor­den,
Alle Kniee wür­den sich Dir beu­gen,
Alle Füße Him­mels­we­ge gehen.

Nie­mals wür­de eine Scheu­ne bren­nen,
Sonn­tags nie ein trunk­ner Schä­del blu­ten,
Wärst Du, Kind­chen, im Kaschub­en­land,
Wärst Du, Kind­chen, doch bei uns gebo­ren.

Text von Wer­ner von Ber­gen­grün

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Drei Friedensnobelpreisträger bezeigen Bradley Manning die Ehre

Brad­ley Man­ning sei ein muti­ger Whist­leb­lo­wer, schrei­ben die drei Frie­dens­no­bel­preis­trä­ger Des­mond Tutu, Mai­re­ad Magui­re und Adol­fo Pérez Esqui­vel in einem Brief, der in der Dezem­ber­aus­ga­be der Zeit­schrift „The Nati­on“ erscheint. Wir alle müß­ten ihm dan­ken, weil er die Ver­ant­wor­tung sei­ner Regie­rung auf­ge­deckt und sich um eine auf­ge­klär­te Demo­kra­tie und den Frie­den ver­dient gemacht habe.

Vor einer Woche hat­te Man­ning ange­bo­ten, sich in ver­rin­ger­tem Umfang als schul­dig zu beken­nen. Dabei wür­de er zuge­ben, Hun­dert­tau­sen­de gehei­mer Doku­ment an Wiki­leaks über­mit­telt zu haben, aber weder Ver­stö­ße gegen Spio­na­ge- und Daten­schutz­ge­set­ze geste­hen, noch „den Feind unter­stützt“ zu haben. Für Unter­stüt­zung des Fein­des könn­te ihm dank einer jahr­zehn­te­al­ten Rechts­vor­schrift die Todes­stra­fe dro­hen.

Seit sei­ner Ver­haf­tung vor zwei­ein­halb Jah­ren sitzt Man­ning in Unter­su­chungs­haft, zum Teil zu Bedin­gun­gen, die von den Ver­ein­ten Natio­nen als „grau­sam, unmensch­li­ch und ent­wür­di­gend“ bezeich­net wer­den, wor­auf auch die drei Frie­dens­no­bel­preis­trä­ger hin­wei­sen. Auch der Aus­schuß für Men­schen­rechte und huma­ni­täre Hil­fe des Deut­schen Bun­des­ta­ges kri­ti­siert hat­te die­se Haft­be­din­gun­gen kri­ti­siert.

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Presse-Organisationen fechten Geheimhaltung im Prozeß gegen Bradley Manning an

Zwei­und­drei­ßig Pres­se­or­ga­ni­sa­tio­nen haben eine offi­zi­el­le Beschwer­de beim höchs­ten Mili­tär­ge­richt der USA, dem Court of Appeals of the Armed Forces ein­ge­reicht, um gegen die Geheim­hal­tung von Unter­la­gen im Kriegs­ge­richts­pro­zeß gegen Brad­ley Man­ning zu pro­tes­tie­ren, der im Janu­ar nächs­ten Jah­res begin­nen soll. Mit der Beschwer­de wird sich das Gericht am zehn­ten Okto­ber befas­sen.

Bradley Manning in Uniform

Die Pres­se­or­ga­ni­sa­tio­nen wer­fen dem Mili­tär vor, gegen das ver­fas­sungs­mä­ßig garan­tier­te Recht der Pres­se zu ver­sto­ßen, in vol­lem Umfang über das Ver­fah­ren zu berich­ten.
Sie wei­sen auch auf das Miß­ver­hält­nis im Ver­gleich zur Bericht­erstat­tung über angeb­li­che Al-Kai­da-Mit­glie­der hin — dort wer­den Infor­ma­tio­nen auf einer vom Mili­tär betrie­be­nen Web­site bereit­ge­stellt.

Zu den Beschwer­de­füh­rern gehö­ren The Repor­ters Com­mit­tee for Free­dom of the Press, Politi­co, The Asso­cia­ted Press, Atlan­tic Media, Dow Jones, Gan­nett, Hearst, CNN, McClatchy, The New York Times, The New York Dai­ly News, Reu­ters, The Washing­ton Post, The Tri­bu­ne Co. und wei­te­re.

 

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Erklärung der Internetfreiheit

Präambel

Wir sind über­zeugt, daß ein frei­es und offe­nes Inter­net zu einer bes­se­ren Welt bei­tra­gen kann. Um das Inter­net frei und offen zu hal­ten, rufen wir Gemein­schaf­ten, Indus­tri­en und Län­der auf, die­se Prin­zi­pi­en anzu­er­ken­nen. Wir glau­ben, daß sie dazu bei­tra­gen, mehr Krea­ti­vi­tät, mehr Inno­va­ti­on und offe­ne­re Gesell­schaf­ten her­vor­zu­brin­gen.

Wir rei­hen uns in eine inter­na­tio­na­le Bewe­gung ein, um unse­re Frei­hei­ten zu ver­tei­di­gen, weil wir glau­ben, daß sie es wert sind, für sie zu kämp­fen.

Laßt uns die­se Prin­zi­pi­en dis­ku­tie­ren — ihnen zustim­men oder sie ableh­nen, sie debat­tie­ren, über­set­zen, sich zu eigen machen und die Dis­kus­si­on in unse­re Gemein­schaf­ten tra­gen — so wie nur das Inter­net es kann.

Erklärung

Wir ste­hen für ein frei­es und offe­nes Inter­net.

Wir unter­stüt­zen trans­pa­ren­te und par­ti­zi­pa­ti­ve Pro­zes­se in der Gestal­tung von Netz­po­li­tik und die Eta­blie­rung von fünf grund­le­gen­den Prin­zi­pi­en:

  • Mei­nungs­frei­heit: Zen­siert das Inter­net nicht.
  • Zugang: För­dert den uni­ver­sel­len Zugang zu schnel­len und bezahl­ba­ren Netz­wer­ken.
  • Offen­heit: Erhal­tet das Inter­net als offe­nes Netz­werk in dem alle sich frei ver­net­zen, kom­mu­ni­zie­ren, schrei­ben, lesen, zuschau­en, spre­chen, zuhö­ren, ler­nen sowie schöp­fe­ri­sch und inno­va­tiv tätig sein kön­nen.
  • Inno­va­ti­on: Beschützt die Frei­heit, ohne Geneh­mi­gung inno­va­tiv und schöp­fe­ri­sch tätig sein zu kön­nen. Neue Tech­no­lo­gi­en dür­fen nicht blo­ckiert und Inno­va­to­ren nicht für die Hand­lun­gen ihrer Nut­zer bestraft wer­den.
  • Pri­vat­sphä­re: Beschützt die Pri­vat­sphä­re und ver­tei­digt das Recht jedes Ein­zel­nen, die Nut­zung sei­ner Daten und Gerä­te zu steu­ern.

Eng­li­sches Ori­gi­nal hier, eine ande­re Über­set­zung von der Digi­ta­len Gesell­schaft.

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