Portrait dreier Whistleblower auf arte: John C. Kiriakou, Peter Drake, Jesselyn Radack

arte zeigte gestern Abend zur besten Sendezeit das Portrait dreier weiterer der Öffentlichkeit relativ unbekannter Whistleblower. Wer die Dokumentation wie ich verpaßt hat, kann sie noch ein paar Tage bis zur Depublizierung [Update: sie ist immer noch online] in der arte-Mediathek sehen:

Schweig, Verräter! — Whistleblower im Visier

Mit John C. Kiriakou, Peter Drake, Jesselyn Radack

Von James Spione

Im Fernsehen als Wiederholung am Freitag, 19.12. um 8:55 Uhr und am Dienstag, 06.01. um 1:10 Uhr.

Aus dem Artikel in der Süddeutschen Zeitung dazu:

Am vergangenen Sonntag erinnerte der ehemalige Präsidentschaftskandidat John McCain daran, dass die USA „nach dem Zweiten Weltkrieg japanische Kriegsverbrecher vor Gericht gebracht und aufgehängt haben, weil sie Amerikaner dem Scheinertränken ausgesetzt hatten“.

und

Bis heute ist kein einziger CIA-Angehöriger wegen Folter verurteilt worden.

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Amnesty International interviewt Chelsea Manning: “Why Speaking Out is Worth the Risk”

Chelsea Manning auf dem Titelblatt von Amnesty Internationals WIRE Nov-Dec 2014

“Why Speaking Out is Worth the Risk” Chelsea Manning auf dem Titelblatt von Amnesty Internationals WIRE Nov-Dec 2014

Amnesty International hat Chelsea Manning interviewt und das Interview als Titelgeschichte im eigenen Magazin WIRE in der aktuellen Ausgabe veröffentlicht.

Da sich das Magazin nur mit Flash öffnen läßt, hier der Verweis auf das Interview im Volltext ohne Flash.

 

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Die Demokratie VERTEIDIGEN im digitalen Zeitalter

Fünfhundertsechzig Schriftsteller aus der ganzen Welt, darunter die fünf Literaturnobelpreisträger Günter Grass, Elfriede Jelinek, Orhan Pamuk, J. M. Coetzee und Tomas Tranströmer, protestieren mit einem internationalen Aufruf, der u.a. in 32 Zeitungen zeitgleich erschienen ist, gegen die systematische Überwachung im Internet durch Geheimdienste wie die amerikanische NSA. Sie rufen dazu auf, die Demokratie in der digitalen Welt zu verteidigen.

Die Unterzeichner, zu denen Umberto Eco, T.C. Boyle, Margaret Atwood, Daniel Kehlmann, Nawal El Saadawi, Arundhati Roy, Henning Mankell, Richard Ford, Javier Marias, Björk, David Grossman, Arnon Grünberg, Angeles Mastretta, Juan Goytisolo, Nuruddin Farah, João Ribeiro, Victor Erofeyev, Liao Yiwu, David Malouf, Paul Auster, Jonathan Littell, Peter Sloterdijk und viele andere gehören, fordern, jeder Bürger müsse das Recht haben, mitzuentscheiden, in welchem Ausmaß seine Daten gesammelt, gespeichert und ausgewertet werden. Sie erinnern an die Unschuldsvermutung als zentrale Errungenschaft unserer Zivilisation und appellieren an die Vereinten Nationen, eine „Internationale Konvention der digitalen Rechte“ zu verabschieden.

Der Aufruf der Autoren-Gruppe „Writers Against Mass Surveillance“ wurde auf Initiative von Juli Zeh, Ilija Trojanow, Eva Menasse, Janne Teller, Priya Basil, Isabel Fargo Cole und Josef Haslinger am 10. Dezember 2013 in über 30 internationalen Zeitungen veröffentlicht.

Zwei der Initiatoren des Aufrufs, die Schriftsteller Juli Zeh und Ilija Trojanow, erläutern im Gespräch mit der FAZ ihre Beweggründe: „Es geht um den Konflikt zwischen dem Einzelnen und der absoluten Macht unter den neuen Bedingungen des Informationszeitalters.“ Eine Reihe von Autoren, wie T.C. Boyle, Javier MaríasMartin Amis, Liao Yiwu, Victor Jerofejew, Eugen Ruge, Jo Lendle, Thomas Hettche, Alissa Walser, Antje Rávic StrubelRalf Bönt, Inka Parei, Kurt Drawert und Ingo Schulze erklären in persönlichen Stellungnahmen, warum sie den Appell mittragen.

Der Aufruf

In den vergangenen Monaten ist ans Licht gekommen, in welch ungeheurem Ausmaß wir alle überwacht werden. Mit ein paar Maus-Klicks können Staaten unsere Mobiltelefone, unsere E-Mails, unsere sozialen Netzwerke und die von uns besuchten Internet-Seiten ausspähen. Sie haben Zugang zu unseren politischen Überzeugungen und Aktivitäten, und sie können, zusammen mit kommerziellen Internet-Anbietern, unser gesamtes Verhalten, nicht nur unser Konsumverhalten, vorhersagen.

Eine der tragenden Säulen der Demokratie ist die Unverletzlichkeit des Individuums. Doch die Würde des Menschen geht über seine Körpergrenze hinaus. Alle Menschen haben das Recht, in ihren Gedanken und Privaträumen, in ihren Briefen und Gesprächen frei und unbeobachtet zu bleiben.

Dieses existentielle Menschenrecht ist inzwischen null und nichtig, weil Staaten und Konzerne die technologischen Entwicklungen zum Zwecke der Überwachung massiv mißbrauchen.

Ein Mensch unter Beobachtung ist niemals frei; und eine Gesellschaft unter ständiger Beobachtung ist keine Demokratie mehr. Deshalb müssen unsere demokratischen Grundrechte in der virtuellen Welt ebenso durchgesetzt werden wie in der realen.

  • Überwachung verletzt die Privatsphäre sowie die Gedanken- und Meinungsfreiheit.
  • Massenhafte Überwachung behandelt jeden einzelnen Bürger als Verdächtigen. Sie zerstört eine unserer historischen Errungenschaften, die Unschuldsvermutung.
  • Überwachung durchleuchtet den Einzelnen, während die Staaten und Konzerne im Geheimen operieren. Wie wir gesehen haben, wird diese Macht systematisch missbraucht.
  • Überwachung ist Diebstahl. Denn diese Daten sind kein öffentliches Eigentum: Sie gehören uns. Wenn sie benutzt werden, um unser Verhalten vorherzusagen, wird uns noch etwas anderes gestohlen: Der freie Wille, der unabdingbar ist für die Freiheit in der Demokratie.

Wir fordern daher, daß jeder Bürger das Recht haben muß mitzuentscheiden, in welchem Ausmaß seine persönlichen Daten gesammelt, gespeichert und verarbeitet werden und von wem; daß er das Recht hat, zu erfahren, wo und zu welchem Zweck seine Daten gesammelt werden; und daß er sie löschen lassen kann, falls sie illegal gesammelt und gespeichert wurden.

Wir rufen alle Staaten und Konzerne auf, diese Rechte zu respektieren.

Wir rufen alle Bürger auf, diese Rechte zu verteidigen.

Wir rufen die Vereinten Nationen auf, die zentrale Bedeutung der Bürgerechte im digitalen Zeitalter anzuerkennen und eine verbindliche Internationale Konvention der digitalen Rechte zu verabschieden.

Wir rufen alle Regierungen auf, diese Konvention anzuerkennen und einzuhalten.

Die Unterzeichner:

Aus Deutschland:

Friedrich Ani
Michael Augustin
Anke Bastrop
Ulrich Beck
Artur Becker
Josef Bierbichler
Marica Bodrožić
Mirko Bonné
Ralf Bönt
Nora Bossong
Jan Christophersen
Daniel Cohn-Bendit
Daniela Dahn
Liane Dirks
Doris Dörrie
Ulrike Draesner
Kurt Drawert
Tanja Dückers
Carolin Emcke
Sherko Fatah
David Finck
Julia Franck
Franziska Gerstenberg
Christoph Giesa
Roman Graf
Günter Grass
Kerstin Grether
Annett Gröschner
Gert Heidenreich
Christoph Hein
Thomas Hettche
Paul Ingendaay
Steffen Kopetzky
Mareike Krügel
Michael Krüger
Michael Kumpfmüller
Antje Kunstmann
Katja Lange-Müller
Benjamin Lauterbach
Jo Lendle
Michael Lentz
Ulli Lust
Angelina Maccarone
Kristof Magnusson
Sten Nadolny
Christiane Neudecker
Norbert Niemann
Ingo Niermann
Markus Orths
Georg M. Oswald
Inka Parei
Annette Pehnt
Antje Rávic Strubel
Annika Reich
Moritz Rinke
Michael Roes
Charlotte Roos
Eugen Ruge
Peter Schneider
Erasmus Schöfer
Ingo Schulze
Hilal Sezgin
Peter Sloterdijk
Tilman Spengler
Burkhard Spinnen
Ulrike Steglich
Hans-Ulrich Treichel
Ilija Trojanow
Regula Venske
Marius von Mayenburg
Thomas von Steinaecker
Gisela von Wysocki
Jan Wagner
Alissa Walser
Theresia Walser
Florian Werner
Roger Willemsen
Ron Winkler
Juli Zeh

Aus Österreich:

Olga Flor
Karl-Markus Gauß
Thomas Glavinic
Josef Haslinger
Monika Helfer
Klaus Hoffer
Alois Hotschnig
Elfriede Jelinek
Michael Köhlmeier
Eva Menasse
Robert Menasse
Robert Pfaller
Doron Rabinovici
Kathrin Röggla
David Schalko
Robert Schindel
Clemens J. Setz
Marlene Streeruwitz
Peter Weibel
Josef Winkler
Daniel Kehlmann (Österreich/Deutschland)

Aus der Schweiz:

Melinda Nadj Abonji
Sybille Berg
Peter Bieri
Irena Brežná
Melitta Breznik
Iso Camartin
Alex Capus
Martin Dean
Catalin Florescu
Christian Haller
Reto Hänny
Eveline Hasler
Franz Hohler
Pedro Lenz
Charles Lewinsky
Klaus Merz
Julian Schütt
Peter Stamm
Alain Sulzer
Urs Widmer

Aus Großbritannien:

Akkas Al-Ali
Tariq Ali
David Almond
Martin Amis
Julian Barnes
Priya Basil
John Berger
Jane Borodale
William Boyd
John Burnside
Louis de Bernières
Isobel Dixon
Joanne Harris
Kazuo Ishiguro
Pico Iyer
Stephen Kelman
Hari Kunzru
Ian McEwan
David Mitchell
Stella Newman
Martin Rowson
Manda Scott
Will Self
Owen Sheers
Philip Sington
Tom Stoppard
Adam Thirwell
David Vann
Nigel Warbuton
Irvine Welsh
Jeanette Winterson
Rana Dasgupta (Großbritannien/Indien)
Anjali Joseph (Großbritannien/Indien)
Nikita Lalwani (Großbritannien/Indien)
Fadia Faqir (Großbritannien/Jordanien)
Hanif Kureishi (Großbritannien/Pakistan)
Lionel Shriver (Großbritannien/Vereinigte Staaten)

Aus den Vereinigten Staaten von Amerika:

John Ashbery
Paul Auster
Elise Blackwell
T. C. Boyle
Alexander Chee
Isabel Fargo Cole
Billy Collins
Don DeLillo
Colin Dickey
Jennifer Egan
Dave Eggers
Elizabeth Eslami
Richard Ford
George Dawes Green
Joe Hurley
Elizabeth Kostova
Adrian Nicole LeBlanc
Jonathan Lethem
Barry Lopez
Ben Marcus
Tyler McMahon
Claire Messud
Josip Novakovich
George Packer
Tim Parrish
Richard Powers
James Salter
Sapphire
Richard Sennett
Jane Smiley
Anne Waldman
Alice Walker
Eliot Weinberger
Jeffrey Yang
Aleksandar Hemon (Vereinigte Staaten/Bosnien)
Domnica Radulescu (Vereinigte Staaten/Rumänien)

Aus Frankreich:

Jean-Jacques Beineix
Céline Curiol
Marie Darrieussecq
Philippe Djian
Lionel Duroy
Mathias Énard
Jérôme Ferrari
Anne-Marie Garat
Laurent Gaudé
Pascale Hugues
Alban Lefranc
Roger Lenglet
Virginie Lou-Nony
Jean Mattern
Betty Mialet
Catherine Millet
Frédéric Mitterrand
Hélène Neveu Kringelbach
Philippe Pozzo di Borgo
Flore Vasseur
Martin Winckler (Frankreich/Kanada)
Jonathan Littell (Frankreich/Vereinigte Staaten)

Aus Ägypten:

Alaa al-Aswany
Nawal El Saadawi
Ahdaf Soueif
Mona Eltahawy (Ägypten/Vereinigte Staaten)

Aus Albanien:

Anila Wilms

Aus Algerien:

Boualem Sansal

Aus Angola:

José Eduardo Agualusa

Aus Argentien:

Maria Teresa Andruetto
Edgardo Cozarinsky
María Sonia Cristoff
Marcelo Figueras
Carlos Gamerro
Alberto Manguel
Guillermo Martinez
Elsa Osorio
Claudia Piñeiro
Samanta Schweblin

Aus Australien:

Debra Adelaide
Chris Andrews
Venero Armanno
Larissa Beherendt
James Bradley
Brian Castro
Nick Cave
Miriam Cosic
Michelle de Kretser
Nick Earls
Delia Falconer
Anna Funder
Helen Garner
Elisabeth Holdsworth
Linda Jaivin
Gail Jones
Evelyn Juers
Thomas Keneally
Nam Le
James Ley
Angelo Loukakis
David Malouf
Frank Moorhouse
Peter Rose
Rosie Scott
John Tranter
Kirsten Tranter
Arnold Zable
Lily Brett (Australien/Vereinigte Staaten)
Geraldine Brooks (Australien/Vereinigte Staaten)

Aus Bangladesch:

Ahmad Mostofa Kamal
Tahmima Anam (Bangladesch/Großbritannien)

Aus Belgien:

Gie Bogaert
Saskia De Coster
Patrick De Rynck
Jozef Deleu
Laurent Demoulin
Charles Ducal
Joris Gerits
Jos Geysels
Luuk Gruwez
Thomas Gunzig
Peter Holvoet-Hanssen
Elisabeth Marain
Pierre Mertens
Bart Moeyaert
Elvis Peeters
Erik Spinoy
Rik Torfs
Koen Van Bockstal
Walter van den Broeck
Miriam Van hee
David van Reybrouck
Annelies Verbeke
Paul Verhaeghe
Roel Verschueren
Erik Vlaminck
Georges Wildemeersch
Carl Norac (Belgien/Frankreich)
Joke van Leeuwen (Belgien/Niederlande)

Aus Bosnien:

Miljenko Jergović

Aus Brasilien:

Marçal Aquino
Marcelo Backes
Rafael Cardoso
Bernardo Carvalho
João Paulo Cuenca
João Ubaldo Ribeiro
Luiz Ruffato
Paulo Scott

Aus Bulgarien:

Georgi Gospodinov
Kapka Kassabova (Bulgarien/Großbritannien)

Aus Chile:

Carla Guelfenbein
Arturo Fontaine Talavera
Ariel Dorfman (Chile/Argentinien/Vereinigte Staaten)
Lina Meruane (Chile/Vereinigte Staaten)

Aus China:

Liao Yiwu

Aus Dänemark:

Niels Barfoed
Suzanne Brøgger
Tom Buk-Swienty
Peter H. Fogtdal
Katrine Marie Guldager
Iselin C. Hermann
Peter Høeg
Sven Holm
Hanne Vibeke Holst
Carsten Jensen
Pia Juul
Peter Øvig Knudsen
Morten Kringelbach
Jørgen Leth
Ib Michael
Morten Ramsland
Morten Sabroe
Pia Tafdrup
Janne Teller

Aus Djibouti:

Abdourahman Waberi

Aus Ecuador:

Francisco Proaño Arandi

Aus El Salvador:

Horacio Castellanos Moya

Aus Finnland:

Monika Fagerholm
Jarkko Tontti
Kjell Westö

Aus Ghana/Vereinigte Staaten:

Kwame Dawes

Aus Griechenland:

Kostas Akrivos
Petros Markaris
Amanda Michalopoulos
Michailis Modinos
Nina Rapi
Thanassis Valtinos

Aus Haiti/Vereinigte Staaten:

Edwidge Danticat

Aus Hong Kong/Vereinigte Staaten:

Xu Xi

Aus Island:

Björk
Oddný Eir
Einar Már Guðmundsson
Hallgrímur Helgason
Bjarni Jónsson
Andri Snær Magnason
Steinnun Sigurðardóttir
Sjón
Jón Kalman Stefánsson

Aus Indien:

Shahid Amin
Amit Chaudhuri
Tishani Doshi
Naresh Fernandes
Amitav Ghosh
Ramchandra Guha
Anjum Hassan
Ranjit Hoskoté
Raj Kamal Jha
Ruchir Joshi
Girish Karnad
Mukul Kesavan
Amitava Kumar
Pankaj Mishra
Kiran Nagarkar
Jerry Pinto
Arundhati Roy
Arundhati Subramaniam
Jeet Thayil
Altaf Tyrewala
Salil Tripathi (Indien/Großbritannien)
Suketu Mehta (Indien/Vereinigte Staaten)

Aus dem Irak:

Jabbar Yassin Hussin
Hassan Blasim (Irak/Finnland)
Najem Wali (Irak/Deutschland)

Aus Irland:

Roddy Doyle
Colum McCann
Colm Tóibín (Irland/Vereinigte Staaten)

Aus Israel:

Assaf Gavron
David Grossman
Etgar Keret
Yitzhak Laor
Sami Michael
Amos Oz
Zeruya Shalev

Aus Italien:

Andrea Bajani
Massimo Carlotto
Umberto Eco
Erri de Luca
Paolo Giordano
Dacia Maraini
Sabine Gruber (Italien/Österreich)

Aus Japan:

Tosihiko Uji

Aus Jordanien:

Elias Farkouh

Aus Kamerun:

Patrice Nganang

Aus Kanada:

Margaret Atwood
Ken Babstock
Cory Doctorow
Yann Martel
Colin McAdam
Michael Ondaatje
John Ralston Saul
Madeleine Thien

Aus Kolumbien:

Antonio Ungar
Héctor Abad
Oscar Collazos
Oscar Guardiola-Rivera
Juan Gabriel Vásquez

Aus Kroatien:

Slavenka Drakulić
Nenad Popović
Dubravka Ugrešić

Aus Kuba:

Leonardo Padura Fuentes
Iván de la Nuez (Kuba/Spanien)

Aus dem Libanon:

Dominique Eddé
Rawi Hage (Libanon/Kanada)

Aus Libyen/Ägypten:

Ahmed Fagih

Aus Luxemburg:

Ranga Yogeshwar

Aus Mazedonien:

Nikola Madzirov

Aus Malawi:

Samson Kambalu

Aus Malaisia:

Tan Twan Eng

Aus Malta:

Pierre Mejlak

Aus Mexiko:

Rosa Beltrán
Sabina Berman
Carmen Boullosa
Ana Clavel
Alma Guillermoprieto
Angeles Mastretta

Aus den Niederlanden:

René Appel
Abdelkader Benali
Ronald Bos
Ian Buruma
Gerrit Bussink
Saskia de Jong
Job Degenaar
Renate Dorrestein
Rudolf Geel
Arnon Grünberg
Joke J. Hermsen
Marjolin Hof
Tjitske Jansen
Liesbeth Lagemaat
Thomas Lieske
Geert Mak
Nelleke Noordervliet
Ester Naomi Perquin
Aleid Truijens
Manon Uphoff
Jan van Mersbergen
Anne Vegter

Aus Neuseeland:

Pip Adam
Tim Corballis
Nicky Hager
Ingrid Horrocks
Lloyd Jones
Elizabeth Knox
Bill Manhire
Courtney Sina Meredith
Sarah Quigley
Anna Sanderson
C. K. Stead
Susan Pearce (Neuseeland/Großbritannien)

Aus Nigeria:

Helon Habila
Chika Unigwe
Olumide Popoola (Nigeria/Deutschland)

Aus Norwegen:

Jostein Gaarder
Per Petterson

Aus Pakistan:

Mohsin Hamid
Ahmed Rashid
Kamila Shamsie (Pakistan/Großbritannien)

Aus den palästinensischen Gebieten:

Suad Amiry
Mourid Barghouti
Najwan Darwish
Nathalie Handal
Raja Shehadeh
Adania Shibli
Ghassan Zaqtan
Ala Hlehel (Palästinensische Gebiete/Israel)

Aus Peru:

Santiago Roncagliolo

Von den Philippinen/Kanada:

Miguel Syjuco

Aus Polen:

Ignacy Karpowicz
Beata Stasińska
Witold Szabłowski
Olga Tokarczuk

Aus Portugal:

Pedro Rosa Mendes

Aus Rumänien:

Mircea Cărtărescu

Aus Russland:

Vladimir Aristov
Alan Cherchesov
Victor Erofeyev
Alisa Ganiyeva
Dmitri Golynko
Alexander Ilichevsky
Sergei Lebedev
Stanislav Lvovsky
Mikhail Shishkin
Alexander Skidan
Alexander Snegiryov

Aus dem Senegal:

Cheikh Hamidou Kane

Aus Serbien:

David Albahari
Bora Ćosić (Serbien/Kroatien)

Aus der Slowakei:

Michal Hvorecký

Ausd Slowenien:

Gabriela Babnik
Aleš Čar
Aleš Debeljak
Mojca Kumerdej
Miha Mazzini
Dušan Šarotar
Aleš Šteger

Aus Somalia/Südafrika:

Nuruddin Farah

Aus Südafrika:

Breyten Breytenbach
Antjie Krog
Zakes Mda
Margie Orford
Henrietta Rose-Innes
Gillian Slovo
Ivan Vladislavić
Zukiswa Wanner
J. M. Coetzee (Südafrika/Australien)

Aus Spanien:

Ricardo Bada
Javier Cercas
Rafael Chirbes
Juan Goytisolo
Julio Llamazares
Javier Marías
Antonio Muñoz Molina
Rosa Montero
Javier Salinas
José F. A. Oliver (Spanien/Deutschland)

Aus dem Sudan:

Jamal Mahjoub

Aus Südkorea:

Hwang Sok-Yong

Aus Schweden:

Arne Dahl
Per Olov Enquist
Aris Fioretos
Jan Guillou
Björn Larsson
Henning Mankell
Håkan Nesser
Tomas Tranströmer
Svante Weyler

Aus Syrien:

Hala Mohammed

Aus Tansania/Großbritannien:

Abdulrazak Gurnah

Aus Thailand/Vereingte Staaten:

Rattawut Lapcharoensap

Aus Tschechien:

Jaroslav Rudiš

Aus Tunesien/Frankreich:

Tahar Bekri

Aus der Türkei:

Yasar Kemal
Murathan Mungun
Orhan Pamuk
Buket Uzuner

Aus Ungarn:

Tibor Babiczky
Zsófia Balla
Zsófia Bán
Báthori Csaba
György Dragomán
Peter Esterhazy
Krisztián Grecsó
Noémi Kiss
László Krasznahorkai
Lajos Parti Nagy
Anna T. Szabó

Aus der Ukraine:

Myroslav Marynovych
Oksana Zabuzhko

Aus Weißrussland:

Svetlana Alexievich
Valzhyna Mort (Weißrussland/Vereinigte Staaten)

Aus Zimbabwe:

Brian Chikwava

Aus Überzeugung:

Martin Emmerich (Deutschland)

Und Du?

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Hat Chelsea Manning das Richtige aus den falschen Gründen getan? Ich denke, nein!

Während von Edward Snowden ständig die Rede ist, ja er sogar für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen wird, gerät Chelsea Manning, wie sich Bradley Manning nun nennt, immer weiter in Vergessenheit.

Sicher macht es Snowden leichter, sich mit ihm als Person zu identifizieren, er ist der strahlendere Held. Ich denke, daß er auch aus den Fehlern und der Entdeckung seines Vorgängers gelernt hat. Offenbar hat er Manning bewundert, jedenfalls beruft er sich auf sie als Vorbild.

Daher gäbe es vielleicht keinen Whistleblower Snowden ohne Manning.

Mit einem Freund habe ich dieser Tage eine entsprechende Diskussion geführt. Dabei meinte dieser, Chelsea Manning habe zwar das Richtige mit ihren Leaks getan, aber eben aus den falschen Gründen: Sie sei mit ihrer Situation unzufrieden gewesen und habe Aufmerksamkeit erregen wollen.

Chelsea Manning

Ich sehe das anders. Ich habe mich intensiv mit dem Thema befaßt und soviel wie möglich über Mannings Motivation gelesen. Ich denke, daß sie wirklich in einer extremen emotionalen Situation war. Ich meine aber auch, daß diese Situatation durch die Entscheidung, die Informationen zu leaken, verstärkt worden ist. Offenbar war Manning jahrelanger Diskriminierung und Bullying ausgesetzt, schon zu Schulzeiten. Alle Beschreibungen derer, die sie kennen oder kannten, sind sich in einem Punkt einig: Manning hat ein tiefgehendes Gerechtigkeitsgefühl und schon immer gegen Ungerechtigkeit angekämpft. Ich denke, daß auf dieses Gerechtigkeitsgefühl Mannings Entscheidung zurückgeht, die Kriegsverbrechen der amerikanischen Soldaten nicht weiter zu vertuschen, sondern sie zu veröffentlichen.

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Bradley Manning — endlich Prozeßbeginn nach drei Jahren Haft

Seit über drei Jahren ist Brad­ley Man­ning nun von der US-​​Militärgerichtsbarkeit inhaf­tiert. Am 26. Mai 2000 war Manning festgenommen und teilweise unter menschenrechtswidrigen Umständen inhaftiert worden, Umstände, die auch das Militärgericht in der Voruntersuchung nicht ignorieren konnte, und die Manning eine Strafmilderung von 112 Tagen bei einer künftigen Verurteilung einbringen sollen.

Einige Akten aus der Voruntersuchung sind mittlerweile online abrufbar, vom Guardian aufbereitet. Auch die Erklärung Mannings vor dem Militärgericht ist online (deutsche Zusammenfassung bei der taz).

Vermutlich anläßlich des unrühmlichen Jubiläums hat Daniel Ellsberg, der Whistleblower hinter dem Watergate-Skandal, der sich für Bradley Manning einsetzt, der taz ein lesenswertes Interview gegeben.

Am Montagmorgen soll nun endlich das eigentliche Militärgerichtsverfahren beginnen. Vor Fort Meade haben deshalb gestern knapp zweitausend Unterstützer demonstriert.
Demonstration in Fort Meade (Foto: Nathan Fuller)

Der Prozeß soll zwölf Wochen dauern, mit Hunderten von Zeugen. Zwei Dutzend sollen unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen werden, um die Sicherheit der USA nicht zu gefährden. Ihre Aussagen sollen nur zensiert veröffentlicht werden, was u.a. Bürgerrechtsorganisationen scharf kritisieren.

Manning drohen bis zu 150 Jahre Haft.

Das harte Vorgehen der Obama-Regierung gegen Whistleblower — in seiner Amtszeit wurden mehr von ihnen verfolgt, als von allen Regierungen zuvor — läßt nichts Gutes hoffen, zumal Obama selbst mit „Er hat das Gesetz gebrochen“ die Stoßrichtung vorgegeben hat.

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1000 Tage Haft ohne Prozeß

Seit tausend Tagen ist Bradley Manning nun von der US-Militärgerichtsbarkeit inhaftiert, ohne daß ein Gerichtsurteil gefällt wurde.

Aus diesem Anlaß finden weltweite Proteste statt, auch in Deutschland, leider nur in Berlin und Kaiserslautern.

Free_Bradley

Die Voruntersuchungen zum eigentlichen Prozeß dauern bereits 14 Monate an und sollen bald abgeschlossen sein. Dabei wurden die unmenschlichen Haftbedingungen, denen Manning ausgesetzt war, zwar anerkannt, hatten aber außer einer Verkürzung einer eventuellen zukünfigen Haft um 112 Tage keine weiteren Konsequenzen. Mehr zum aktuellen Stand der Voruntersuchungen im Guardian, der auch die weiter aufrecht erhaltene Geheimhaltung kritisiert.

Mit den dort zitierten Worten eines Berufungsrichters gegen exzessive Geheimhaltung von Rechtsprechung:

In einer Demokratie, in der sich die Macht auf die Zustimmung der Regierten gründet, muß die Antwort in der Transparenz des Rechtsprozesses liegen. Öffentliche Rechtssprechung läßt das Licht herein und erlaubt so der Öffentlichkeit, den Rechtsbetrieb genau zu überprüfen, mit allen Vor- und Nachteilen.

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Frohe Weihnachten!

Wärst Du, Kindchen, im Kaschubenlande,
Wärst Du, Kindchen, doch bei uns geboren!
Sieh, Du hättest nicht auf Heu gelegen,
Wärst auf Daunen weich gebettet worden!

Nimmer wärst Du in den Stall gekommen,
Dicht am Ofen stünde warm Dein Bettchen.
Der Herr Pfarrer käme selbst gelaufen,
Dich und Deine Mutter zu verehren!

Kindchen, wie wir Dich gekleidet hätten!
Müßtest eine Schafsfellmütze tragen.
Blauen Mantel von Kaschubischem Tuch,
Pelzgefüttert und mit Bänderschleifen.

Hätten Dir den eignen Gurt gegeben,
Rote Schuhe für die kleinen Füße.
Fest und blank mit Nägelchen beschlagen!
Kindchen, wie wir Dich gekleidet hätten!

Kindchen, wie wir Dich gefüttert hätten!
Früh am Morgen, weißes Brot mit Honig,
Frische Butter, wunderweiches Schmorfleisch,
Mittags Gerstengrütze, gelbe Tunke.

Gänsefleisch und Kuttelfleck mit Ingwer,
Fette Wurst und goldnen Eierkuchen,
Krug um Krug das starke Bier aus Putzig!
Kindchen, wie wir Dich gefüttert hätten!

Und wie wir das Herz Dir schenken wollten!
Sieh, wir wären alle fromm geworden,
Alle Kniee würden sich Dir beugen,
Alle Füße Himmelswege gehen.

Niemals würde eine Scheune brennen,
Sonntags nie ein trunkner Schädel bluten,
Wärst Du, Kindchen, im Kaschubenland,
Wärst Du, Kindchen, doch bei uns geboren.

Text von Werner von Bergengrün

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Drei Friedensnobelpreisträger bezeigen Bradley Manning die Ehre

Bradley Manning sei ein mutiger Whistleblower, schreiben die drei Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu, Mairead Maguire und Adolfo Pérez Esquivel in einem Brief, der in der Dezemberausgabe der Zeitschrift „The Nation“ erscheint. Wir alle müßten ihm danken, weil er die Verantwortung seiner Regierung aufgedeckt und sich um eine aufgeklärte Demokratie und den Frieden verdient gemacht habe.

Vor einer Woche hatte Manning angeboten, sich in verringertem Umfang als schuldig zu bekennen. Dabei würde er zugeben, Hunderttausende geheimer Dokument an Wikileaks übermittelt zu haben, aber weder Verstöße gegen Spionage- und Datenschutzgesetze gestehen, noch „den Feind unterstützt“ zu haben. Für Unterstützung des Feindes könnte ihm dank einer jahrzehntealten Rechtsvorschrift die Todesstrafe drohen.

Seit seiner Verhaftung vor zweieinhalb Jahren sitzt Manning in Untersuchungshaft, zum Teil zu Bedingungen, die von den Vereinten Nationen als „grausam, unmenschlich und entwürdigend“ bezeichnet werden, worauf auch die drei Friedensnobelpreisträger hinweisen. Auch der Aus­schuß für Men­schen­rechte und huma­ni­täre Hilfe des Deut­schen Bun­des­ta­ges kritisiert hatte diese Haftbedingungen kritisiert.

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Presse-Organisationen fechten Geheimhaltung im Prozeß gegen Bradley Manning an

Zweiunddreißig Presseorganisationen haben eine offizielle Beschwerde beim höchsten Militärgericht der USA, dem Court of Appeals of the Armed Forces eingereicht, um gegen die Geheimhaltung von Unterlagen im Kriegsgerichtsprozeß gegen Bradley Manning zu protestieren, der im Januar nächsten Jahres beginnen soll. Mit der Beschwerde wird sich das Gericht am zehnten Oktober befassen.

Bradley Manning in UniformDie Presseorganisationen werfen dem Militär vor, gegen das verfassungsmäßig garantierte Recht der Presse zu verstoßen, in vollem Umfang über das Verfahren zu berichten.
Sie weisen auch auf das Mißverhältnis im Vergleich zur Berichterstattung über angebliche Al-Kaida-Mitglieder hin — dort werden Informationen auf einer vom Militär betriebenen Website bereitgestellt.

Zu den Beschwerdeführern gehören The Reporters Committee for Freedom of the Press, Politico, The Associated Press, Atlantic Media, Dow Jones, Gannett, Hearst, CNN, McClatchy, The New York Times, The New York Daily News, Reuters, The Washington Post, The Tribune Co. und weitere.

 

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Erklärung der Internetfreiheit

Präambel

Wir sind überzeugt, daß ein freies und offenes Internet zu einer besseren Welt beitragen kann. Um das Internet frei und offen zu halten, rufen wir Gemeinschaften, Industrien und Länder auf, diese Prinzipien anzuerkennen. Wir glauben, daß sie dazu beitragen, mehr Kreativität, mehr Innovation und offenere Gesellschaften hervorzubringen.

Wir reihen uns in eine internationale Bewegung ein, um unsere Freiheiten zu verteidigen, weil wir glauben, daß sie es wert sind, für sie zu kämpfen.

Laßt uns diese Prinzipien diskutieren — ihnen zustimmen oder sie ablehnen, sie debattieren, übersetzen, sich zu eigen machen und die Diskussion in unsere Gemeinschaften tragen — so wie nur das Internet es kann.

Erklärung

Wir stehen für ein freies und offenes Internet.

Wir unterstützen transparente und partizipative Prozesse in der Gestaltung von Netzpolitik und die Etablierung von fünf grundlegenden Prinzipien:

  • Meinungsfreiheit: Zensiert das Internet nicht.
  • Zugang: Fördert den universellen Zugang zu schnellen und bezahlbaren Netzwerken.
  • Offenheit: Erhaltet das Internet als offenes Netzwerk in dem alle sich frei vernetzen, kommunizieren, schreiben, lesen, zuschauen, sprechen, zuhören, lernen sowie schöpferisch und innovativ tätig sein können.
  • Innovation: Beschützt die Freiheit, ohne Genehmigung innovativ und schöpferisch tätig sein zu können. Neue Technologien dürfen nicht blockiert und Innovatoren nicht für die Handlungen ihrer Nutzer bestraft werden.
  • Privatsphäre: Beschützt die Privatsphäre und verteidigt das Recht jedes Einzelnen, die Nutzung seiner Daten und Geräte zu steuern.

Englisches Original hier, eine andere Übersetzung von der Digitalen Gesellschaft.

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