Mittwoch, 28. Juni 2006
Anfang Februar hatte die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) der Agentur für Arbeit eine Studie zum Arbeitsmarkt für IT-Experten veröffentlicht. Es wurde angekündigt, daß diese Studie als PDF verfügbar gemacht werden sollte, allerdings ist sie schwer zu finden. Nach längerem Googeln habe ich sie gefunden. Nun ist sie zum Download verfügbar.
Aus der Pressemeldung bei heise.de zur Studie:
Die Lage am Arbeitsmarkt für IT-Experten mit einer Fachhochschul- oder Uni-Ausbildung hat sich 2005 entspannt. […]
Die Zahl der Stellenmeldungen [ist] um zwanzig Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. […]
Zeichen der Entspannung ziehen sich durch die gesamte Branche. […]
Schwierig bleibt der Arbeitsmarkt für […] Seiteneinsteiger und Studienabbrecher. […]
Problematisch gestaltet sich die Jobsuche auch weiterhin für junge Leute ohne Berufserfahrung.
Der Arbeitsmarkt für IT-Expertinnen und IT-Experten (Februar 2006), 712 KB PDF, 29 Seiten mit vielen Abbildungen.
Ein kurzer Textteil faßt die wichtigsten Ergebnisse zusammen.
Darüber hinausgehende Texte, insbesondere auch zu Tätigkeitsfeldern und Branchen, bietet die vorangegangene Publikation “IT-Experten - Talsohle erreicht, Stand: 2004” 790 KB PDF, 58 Seiten mit vielen Abbildungen.
Mittwoch, 28. Juni 2006
Bei Galileo Computing wurde das Buch “Joomla! - Das Handbuch für Einsteiger” im HTML-Format zum Download freigegeben.
Es gibt sowohl eine direkt downloadbare Variante, als auch eine zur Online-Lektüre.
Es zielt zwar primär auf Einsteiger, enthält aber auch Kapitel, die für Fortgeschrittene interessant sind: Datenmigration und -Sicherung, die Joomla-API.
Golem.de schreibt:
Der Download umfaßt rund 19 MByte, wobei das Buch im HTML-Format vorliegt und sich so im Browser lesen lässt. Ohne Download läßt es sich direkt auf der Galileo-Seite lesen. Im Buchhandel ist der Titel (ISBN 3-89842-632-7) für 29,90 Euro zu haben.
Weitere OpenBooks sind in meinen Artikeln “Neue OpenBooks von O’Reilly” und “Weitere OpenBooks” beschrieben.
Dienstag, 27. Juni 2006
Frank Westphal, “technisch Verantwortlicher” bei Qype erklärt das Geschäftsmodell Web 2.0:
Jeder versucht in den Besitz von Stammdaten zu kommen, die er dann irgendwie kostbar verwerten kann.
Quelle iX 7/2006, S. 56
In Verbindung mit dem Aal-Prinzip (”Andere arbeiten lassen”) schon ganz schön bizarr.
Weitere Artikel zum Web 2.0:
Mittwoch, 21. Juni 2006
Eurostat, das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften, hat eine Statistik über die “e-Gesellschaft im Jahr 2005” veröffentlicht. Demnach hatte in 2005 mehr als 1/3 der EU-Bevölkerung keine PC-Kenntnisse. Zudem gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedsländern, den Altersgruppen, den beruflichen Tätigkeiten und den verschiedenen Bildungsniveaus.
Die skandinavischen Länder Dänemark und Schweden liegen mit 10% bzw. 11% vorne. Dann kommen Luxemburg und Deutschland mit 20% und 21%. Ob es daran liegt, daß erstere als Bildungshochburgen gelten und letztere als e-Länder (e-Government, e-Commerce etc.)?
Ebenfalls erwartungsgemäß nimmt der Grad der Kenntnise mit dem Alter ab und mit dem Bildungsniveau zu.
Erfreulicherweise wird die Methodik ausfühlich spezifiziert. Nachzulesen hier:
Via golem.de.
Eine weitere Eurostat-Publikation, die offenbar auf derselben Befragung beruht, aber auch Unternehmen einbezieht, geht näher auf die Internetnutzung durch Privatpersonen und Unternehmen ein.
Ihre Kernaussagen sind:
- Der Prozentanteil der Haushalte mit Internetzugang ist 2005 weiter gestiegen und insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und die Haushalte verwenden vermehrt Breitbandanschlüsse.
- […]
- In den neuen Mitgliedstaaten ist der Anteil der Privatpersonen, die noch nie das Internet genutzt haben, größer als der Anteil der regelmäßigen Internetnutzer, außer in der Slowakei und in Estland.
- 36 % der Unternehmen benutzen das Internet, um Waren und Dienstleistungen einzukaufen.
- Fast 90 % der Unternehmen haben eine eigene Internetsite, über die sie ihre Produkte anbieten.
- Privatpersonen kaufen online am häufigsten Bücher und Reisen.
Download (PDF, 420KB, 8S mit Diagrammen/Tabellen)
Mittwoch, 21. Juni 2006
Apropos Technik und schnell unterwegs:

Fährt auf Kaliforniens Straßen, man achte auf die Zulassung!

Das nächste Projekt für die Ehefrau.
Gefunden über die Darwin Awards. Ich bin gespannt, wann Herr Patrick und/oder seine Frau dort auftauchen. Obwohl das Auto technisch perfekt umgesetzt zu sein scheint und der Roller gottseidank noch nicht fertig ist.
Freitag, 16. Juni 2006
Im Auftrag von eprofessional untersuchte Fittkau & Maaß im Rahmen der Internet-Studie “WWW-Benutzer-Analyse W3B” Fragen zum Thema “Suchen im Internet”.
Heise Online schreibt darüber (Komplettzitat, Hervorhebungen von mir):
Über 100.000 Webnutzer beteiligten sich an der Studie.
Deutlich wurde in der aktuellen Untersuchung, dass Internetnutzer Suchmaschinen wie Google nicht nur nutzen, um bestimmte Produkte zu finden, sondern auch, um nach lokalen Geschäften und Händlern zu suchen. 75 Prozent der Nutzer verwenden dafür die Suchmaschine Google, gefolgt von DasOertliche.de mit 46 Prozent und GelbeSeiten.de mit 45 Prozent. 78 Prozent der Nutzer versuchen bei ihrer Einkaufsrecherche bestimmte Produkte zu finden, 66 Prozent wollen Preise vergleichen, 56 Prozent wollen bestimmte Hersteller finden, 44 Prozent suchen Online-Shops und 37 Prozent suchen nach lokalen Geschäften und Händlern.
Die Internet-User verbringen einen steigenden Anteil ihrer Online-Zeit nicht mehr auf den großen General-Interest-Websites sondern auf unbekannteren Websites zu Spezial-Themen. Damit entziehen sie sich der herkömmlichen Mediaplanung. 61 Prozent der deutschsprachigen Internetnutzer suchen sehr gezielt nach Websites, nur 38 Prozent finden neue Websites durch Zufall beim Herumsurfen.
Suchmaschinen dienen einer großen Mehrheit von 86 Prozent der User als Recherche-Tool, 57 Prozent folgen Tipps von Freunden und Bekannten. Special-Interest-Websites werden von 95 Prozent der Befragten über Suchmaschinen gefunden. 44 Prozent der Suchenden nutzen sowohl Textanzeigen als auch Index-Ergebnisse. Ein Viertel aller Internet-User klickt meist auf Fundstellen mit ihnen bereits bekannten Websites, ein Fünftel ignoriert grundsätzlich Sponsored Links.
Die komplette Studie gibt es dort als PDF-Download (ca. 0,6 MB): eprofessional_w3b-studie_suchen_im_internet_2005.pdf
Mittwoch, 14. Juni 2006
golem.de berichtet über eine Studie von novomind in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut:
Die überwältigende Mehrheit der Verbraucher (96 Prozent) wünscht sich spezielle Serviceleistungen im Online-Shop. Doch nur zwei von fünf Unternehmen bieten entsprechende Dienste, wie beispielsweise freiwillige Produktvergleiche […]. Auch der Wunsch nach günstigen Lieferkonditionen, den neun von zehn Verbrauchern als wichtiges Kriterium nennen, geht an der Wahrnehmung der meisten Anbieter vorbei.
Fast die Hälfte der Kunden vermißt zudem Angebote für den Handel mit Gebrauchtwaren.
Immerhin 56 Prozent der Kunden sind der Ansicht, daß persistente Warenkörbe das Einkaufserlebnis verbessern könnten. Damit werden Einkaufsmodelle bezeichnet, bei denen die ausgewählten Waren auch nach dem Verlassen des Online-Shops im virtuellen Einkaufswagen liegen bleiben.
Wer einmal von den Kunden als akzeptabler Online-Shop ausgewählt wurde, kann sich einer hohen Kundenbindung erfreuen: So testet nur jeder vierte Kunde gerne neue Shops. Mehr als die Hälfte der Verbraucher gibt bekannten Internetshops regelmäßig den Vorzug.
Das könnte man so mißverstehen, daß kaum Handlungsbedarf für die Shop-Betreiber besteht. Man kann es aber auch umgekehrt lesen: Wenn ein Kunde erst einmal weg ist, ist er weg, d.h. es gibt praktisch kaum eine Chance, ihn zurückzugewinnen.
Mittwoch, 14. Juni 2006
Laut einem Artikel bei Telepolis “wittern … gleich mehrere Branchen … das große Geschäft”. Dabei wollen Sie es sich besonders einfach machen: “Laß das doch die Community machen” — so der Titel des Artikel, der sich mit dem “Next 10 Years”-Kongress vor ein paar Wochen befaßt.
Das Patenrezept für “die ökonomisch forcierte Web 2.0-Aufregung” (telepolis) glaubt Andreas Weigand, früher Manager bei Amazon, zu kennen:
“Ich vertraue auf das ‘Aal-Prinzip’”, erklärte Weigand dem staunenden Publikum: “Andere arbeiten lassen.”
Putzig.
Es herrscht also wieder Goldgräberstimmung.
Die Macher […] überlegen fieberhaft, wie die mobile Generation zu fassen ist. Die Lösung: Der Nutzwert der Inhalte im Internet muß den Grundstein für redaktionelle und anzeigengetriebene Erlösmodelle legen. Da paßt es, dass die Selbstdarstellungsgesellschaft aufgrund einfacher technischer Tools neu im Netz angekommen [ist]. Die Blogs sind sicheres Zeichen einer Emanzipation der User, [die] nicht mehr nur passiver Rezipient, sondern auch Produzent sein [wollen]. Verlage, Unternehmer, Konzerne: Alle träumen von einer Community, deren Mitglieder ihre Homepage mit sprudelnden Ideen flutet. Sanfte Kritik würde sogar akzeptiert werden, auch sie ist dann natürlich Teil der “offenen Unternehmenskultur”. Egal, solange Blogs und Foren die emotionale Nähe verstärken.
Stephan Uhrenbacher, Gründer von Qype, behauptet: “Die Ära der Massenmedien wird von der Ära der persönlichen und partizipativen Medien abgelöst.”
Bei Burda, Springer, Holtzbrinck und Bertelsmann hat man die soziologischen Studien zum veränderten Gesellschaftsbild gelesen und will nun reagieren. Denn Gruppen definieren sich heute weniger als früher über ihre soziale Herkunft, sondern mehr über gemeinsame Interessen. Für Medien- und Werbemacher sind daher die Daten der bislang primär soziodemographischen erfaßten Zielgruppen weniger relevant. Kunden können heute durch ihr hinterlegtes Nutzerprofil viel direkter angesprochen werden. Die auf Homepages werbenden Unternehmen kommen so dicht wie nie an ihre Zielgruppe heran, das One-to-One-Marketing ist keine Fiktion mehr. Und der Konsument macht sich freiwillig gläsern.
Wie das im Falle von Burda aussieht, beschreibt folgender Artikel an der Blogbar: “Retorten-Freundinnen“.
Schaun’ ‘mer ‘mal, wann der Hype so unter Druck steht, daß die Blase platzt…
Dienstag, 6. Juni 2006
In der Reihe “Berichte der Forschungsstelle Neue Kommunikationsmedien” ist ein neues Working Paper erschienen:
Schmidt, Jan / Mayer, Florian (2006): Wer nutzt Weblogs für kollaborative Lern- und Wissensprozesse? Ergebnisse der Befragung ‘Wie ich blogge?!’ 2005. Berichte der Forschungsstelle „Neue Kommunikationsmedien“, Nr. 06-02. Bamberg. Online verfügbar.
In diesem Bericht wird ein Drittel der Weblog-Autoren näher untersucht: Die “W-Blogger” (abgeleitet von “Wissen“, im Englischen wird der Begriff “K-Blogger”, entsprechend “knowledge”, verwendet), “also diejenigen Personen, die ihr Weblog führen, um Wissen mit anderen zu teilen.”
Aus den Ergebnissen:
Die Gruppe der W-Blogger ähnelt in ihrer soziodemographischen Zusammensetzung dem Profil früher Übernehmer einer Technologie (männlich, hohe formale Bildung, 20 bis 40 Jahre). Sie erscheinen etwas technikaffiner, was sich nicht nur in der allgemeinen Internetnutzung, sondern auch in der Vertrautheit mit weblogspezifischen Technologien (Umgang mit RSS, Trackbacks, etc.) zeigt.
[…] Es zeigt sich, daß W-Blogger in stärkerem Maße als übrige Gruppen Hinweise auf ihre Identität geben und so eine Kontextualisierung der veröffentlichen Texte erleichtern.
[…] In Bezug auf das Informationsmanagement [lassen sich] deutlich stärkere Unterschiede zu den übrigen Bloggern finden […]: W-Blogger lesen tendenziell mehr Weblogs und nutzen in stärkerem Maße die Möglichkeit, über RSS eine größere Anzahl von Quellen effizient auf Aktualisierungen zu überprüfen.
Dienstag, 6. Juni 2006
Die Forschungsstelle Neue Kommunikationsmedien hat in einem Ihrer Berichte am 05. Januar 2006 ein Working Paper zum Einfluß von Weblogs auf Ankündigung und Rücklauf von onlinebasierten Befragungen veröffentlicht (PDF zum Download, 1,5 MB).
Der Bericht diskutiert auf der Grundlage von Daten zweier Projekte (”Weblogs im Bundestagswahlkampf 2005″ von Roland Abold/Sandra Huber sowie der “Wie ich blogge?!”-Umfrage von Jan Schmidt) einige methodische Aspekte der Ankündigung von Befragungen mit Hilfe von Weblogs.
Aufgrund der wenigen Umfragen, die als Grundlage des Berichtes dienen, sind die Autoren sehr vorsichtig, sehen aber doch “erste Indizien” für folgende Schlußfolgerungen (sie fordern weitere Untersuchungen, wahrscheinlich ist auch das ein wichtiger Zweck des Berichts):
- Weblogs haben aufgrund ihrer hochgradigen Vernetzung das Potenzial, online-basierte Umfragen bei großen Teilnehmergruppen bekannt zu machen. […]
- Bei Online-Umfragen, die über Weblogs bekannt gegeben werden, dauert es gegenüber E-Mail-Ankündigungen länger, potenzielle Teilnehmer zu erreichen. […]
- Für die Initiatoren einer Studie ist es besonders wichtig, Weblogs zu erreichen, die über eine hohe Zentralität verfügen, das heißt von möglichst vielen Personen gelesen und gegebenenfalls verlinkt werden. […]
Das sind zunächst einmal tendenziell eher Binsenweisheiten. Der Wert des Berichts liegt aber darin, diese systematisch erfaßt und analysiert zu haben.
Ich bin gespannt auf die im Bericht genannte Dissertation von Cameron Marlow am MIT, die zum Zeitpunkt des Berichts noch nicht veröffentlicht war. Am 19. Januar schien sie auch noch nicht fertig zu sein. Er muß ja “nur” etwa 35.000 Fragebögen auswerten.
Sonntag, 4. Juni 2006
openBC ist laut eigener Darstellung “eine der weltweit führenden Business-Networking-Communities im Internet. Mehr als eine Million Netzwerker rund um den Globus setzen auf openBC wenn es darum geht, Geschäftsbeziehungen branchenübergreifend zu vertiefen und das Netzwerk zu erweitern.” openBC ist in 16 Sprachen verfügbar.
Sie kennen openBC noch nicht? Lassen Sie sich doch von mir zu einem kostenlosen Probemonat einladen!
Zu openBC hat Florian Renz eine Diplomarbeit “Praktiken des online-gestützten Netzwerkens am Beispiel von openBC” verfaßt, die unter der “Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0 Germany License” kostenlos downloadbar ist. Das PDF (Link auf Titel der Studie) umfaßt 106 Seiten und ist etwa 1 MB groß. Die Arbeit ist im Rahmen des Projekts “Praktiken des onlinegestützten Netzwerkens” entstanden. Ein Kurzfassung soll auch in Ausgabe 9 des Schweizer Magazins “soz:mag” erscheinen (noch nicht verfügbar).
Gefunden bei FoNK-Blog, Homepage und Weblog der Forschungsstelle “Neue Kommunikationsmedien”.