Montag, 24. Juli 2006
Vor zwei Wochen hat das EU-Parlament eine Resolution zur Meinungsfreiheit im Internet (“Freedom of expression on the internet“) verabschiedet. Meine folgende Übersetzung enthält praktisch alle Passagen:
Das Europäische Parlament hat soben eine Resolution verabschiedet, die von Regierungen auferlegte Beschränkungen für Inhalte im Internet verurteilt, die im Widerspruch zur freien Meinungsäußerung stehen. Es hebt hervor, daß die freien Meinungsäußerung ein Schlüsselwert ist. der von allen EU-Ländern geteilt wird und daß zu seiner Verteidigung konkrete Maßnahmen notwendig sind.
Die Resolution [...] stellt die Bedeutung der Informationsgesellschaft für Demokratie, Menschenrechte und grundlegende Freiheitsrechte heraus. Dies schließt die Freiheit bei Empfang und Zugang zu Informationen ein.
Das Europäische Parlament hebt hervor, daß sich der Kampf um freie Meinungsäußerung weitgehend ins Internet verlagert hat und es weltweit zum Kommunikationsmittel der Wahl für politische Dissidenten, Demokratie-Aktivisten, Menschenrechtler und Journalisten geworden ist.
Zugleich arbeiten autoritäre Regimes an immer weiterreichenden Methoden, das Internet zu kontrollieren. Mitglieder des Parlaments heben China, Weißrussland, Myanmar, Kuba, Iran, Libyen, Malediven, Nepal, Nordkorea, Saudi-Arabien, Syrien, Tunesien, Turkmenistan, Usbekistan und Vietnam hervor. Sie sagen auch, viele Cyberdissidenten säßen im Moment in Gefängnissen, die meisten davon in China.
Die Resolution macht außerdem auf die Rolle westlicher Unternehmen aufmerksam, indem sie sagt, daß die Mittel für Zensur und Überwachung des Web häufig von Firmen mit Hauptsitz in demokratischen Staaten geliefert werden.
Die Resolution hebt Yahoo, Google und Microsoft hervor, die sich von der chinesischen Regierung haben überzeugen lassen, die Zensur ihrer im chinesischen Markt verfügbaren Dienste zu erleichtern. Westliche Firmen wie Cisco, Telecom Italia und Wanadoo (eine Tochter der France Telecom) hätten Geräte und Technik geliefert, mit denen Regierungen das Web zensieren würden, sagte das Parlament.
Die Parlamentsmitglieder begrüßen den im Februar 2006 in die US-Legislative eingebrachten Entwurf des “Global On-line Freedom Act”, der die Aktivitäten von Internetfirmen in repressiven Staaten regelt.
Sie sind überzeugt, daß auch die EU für die Rechte ihrer Internet-Nutzer einstehen muß. Sie fordern daher den EU-Rat und die Mitgliedsländer auf, einer gemeinsamen Erklärung zuzustimmen, in der sie sich weltweit dem Schutz der Rechte der Internetnutzer und der Verbreitung der freien Meinungsäußerung im Internet verpflichten.
Darüberhinaus werden Komission und Rat aufgefordert, folgende Schritte zu unternehmen:
- auf die Autoritäten von Ländern, die Journalisten und andere inhaftiert haben, weil sie Meinungen im Internet veröffentlicht haben, Druck auszuüben, damit diese sofort freigelassen werden,
- einen freiwilligen Verhaltenskodex zu entwerfen, der die Aktivitäten von Firmen in repressiven Staaten begrenzt,
- bei Hilfsprogrammen mit Drittländern den Bedarf von deren Bürgern für freien Internetzugang zu berücksichtigen.
Verwandte Artikel:
Donnerstag, 20. Juli 2006
Bei den Ausgaben für die IT wird eher gespart als neu investiert, auch bei steigenden Umsätzen oder Unternehmenswachstum. Zu diesem Schluß kommt das Marktforschungsunternehmen Gartner in einer weltweiten Studie bei mehr als 900 Unternehmen und Organisationen.
IT-Unternehmen allerdings “passen … ihr IT-Budget sehr genau an [ihre] Umsatzentwicklung … an”. Dieses abweichende Verhalten resultiere “nicht nur aus der unterschiedlichen Bedeutung, die Unternehmen einzelner Branchen ihrer IT beimessen”, sondern vor Allem “der Kommunikation zwischen Firmenleitung und IT-Verantwortlichen. Je intensiver und häufiger diese Managementebenen miteinander über Budgets [diskutierten], desto enger [orientierten] sich die IT-Investitionen an der Umsatzentwicklung des Unternehmens”, so Gartner.
Via heise.de.
Verwandte Artikel:
Donnerstag, 20. Juli 2006
Unter diesem Titel berichtet die Computerwoche über eine Stellenauswertung, die der Personaldienstleister Adecco vorgenommen hat. Dabei wurden in der ersten Hälfte 2006 die Stellenanzeigen in 40 Tageszeitungen und der Computerwoche ausgewertet. Die Zahl der IT-Stellenanzeigen stieg um etwa ein Viertel von 10.204 im Vorjahreszeitraum auf 12.412. Schon darin sieht Adecco einen Zeichen für den wirtschaftlichen Aufschwung, aber auch im Wachstum des allgemeinen Stellenmarkts um 23%.
Mit etwa einem Drittel entfallen die meisten IT-Stellenanzeigen auf die Beratungs- und Softwarehäuser. Den stärksten relativen Zuwachs zeigten die Zeitarbeitsfirmen, die Ihren Anteil fast verdoppelten. “Über alle Branchen hinweg verzeichnen die Personaldienstleister mit 80 Prozent den größten Zuwachs an freien Arbeitsplätzen”.
In nahezu allen Branchen werden mehr Arbeitskräfte gesucht. Nur in der Telekommunikations- und der Finanzdienstleistungsbranche gingen die Angebote zurück.
Alleine 23% betreffen Anwendungsentwickler, etwa ein Drittel mehr als im Vorjahr. Um 40% stieg das Interesse an Internet-Spezialisten, die insgesamt aber nur 3,4% ausmachen. Gestiegen ist auch der Bedarf an Verkäufern, Datenbank- sowie System- und Netzspezialisten. Zurückgegangen sind die Angebote für Organisatoren und Koordinatoren sowie Mitarbeiter im RZ-Umfeld.
Auch regional hat sich einiges geändert: Der Osten hat um 40% zugelegt. Berlin hat Hessen und Nordrhein-Westfalen (vor zwei Jahren sogar auf Platz eins) überholt und liegt nun auf Platz drei, nach Bayern und Baden-Württemberg.
Via heise.de.
[Update: Dieser Artikel ist auch in der Online-Zeitung Readers Edition erschienen.]
Verwandte Artikel:
Sonntag, 16. Juli 2006
Heise online berichtet, daß sich Breitbanddienste in Europa durchsetzen. Der Studie liegt eine Erhebung über 2500 Personen aus Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien zu verschiedenen Breitbanddiensten zugrunde, die von dem britischen Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne im Auftrag von Motorola durchgeführt wurde.
Zu VoIP ergibt die Studie:
- VoIP ist in Deutschland und Frankreich am meisten verbreitet
- Italiener und Spanier liegen bei Videotelefonie und der Konvergenz von Fest- und Mobilfunknetzen vorne.
- 91% der befragten Deutschen wissen, daß sie über Breitband telefonieren können, in Frankreich 93%, Italien 90%, Spanien 79% und Großbritannien 77%
- In der Nutzung führen die Franzosen mit 52%, dann kommen die Deutschen mit 29%,
Prozent) war die Aufmerksamkeit hingegen geringer.
Zu Breitbanddiensten:
Die große Mehrheit der Befragten würde es begrüßen, Sendungen und Filme über das Internet anzuschauen und nicht an strikte Programmzeiten gebunden zu sein. In Spanien trifft dies auf 90 Prozent zu, dicht gefolgt von Italien mit 89 Prozent. Deutschland zeigt die geringste Bereitschaft, eine Gebühr On-Demand-Dienste zu entrichten, hier wären nur 31 Prozent bereit, für Musik-Downloads oder Filme zu bezahlen. Dennoch ist Musik in allen fünf befragten europäischen Ländern der beliebteste Download.
Auch im Hinblick auf die Konvergenz der Netze zeigten sich die befragten Verbraucher schon bereit für die Zukunft. Besonders die Spanier (91 Prozent) versprechen vom Zusammengehen der netzbasierten Dienste eine spürbare Kostenersparnis. Die Marktforscher sehen in den Ergebnissen auch ein Indiz dafür, dass die Geschwindigkeit den Preis als Schlüsselfaktor bei der Wahl des Breitbandzugangs ablöst. 58 Prozent der Befragten gaben die Geschwindigkeit als Kernkriterium an. Nur noch 17 Prozent legten besonderen Wert auf Qualität und neun Prozent gaben den Preis als ausschlaggebendes Kriterium an.
Verwandte Artikel:
Sonntag, 16. Juli 2006
Im Rahmen einer Studie der Forschungsgruppe Wahlen Online zu den Internet-Strukturdaten in Deutschland im zweiten Quartal 2006 wurde auch die Arbeitssuche über das Internet untersucht.
Demnach nutzen 30% der Gesamtbevölkerung das Internet bei der Arbeitssuche – genauso viele wie im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres.
Genauer betrachtet sind es
- 25 % derer, die sich in einem gesicherten Arbeitsverhältnis wähnen
- 45 % derer, die unsicher über ihren aktuellen Job sind
- und 76 % der Arbeitslosen
Mit 31% sind es mehr Frauen als Männer (28%), obwohl weniger Frauen (60%) als Männer (73%) einen Internetzugang haben.
Die Studie gibt es zum PDF-Dowload.
Via heise.de .
Verwandte Artikel:
Sonntag, 16. Juli 2006
Das Buch “55 Ways to Have Fun With Google”, das unter Creative-Commons-Lizenz erschienen ist, kann hier kostenlos heruntergeladen werden.
Das “Skriptum Internet-Recht” von Thomas Hoeren, Juraprofessor an der Universität Münster, liegt in der mittlerweile sechsten Auflage vor und kann hier als PDF heruntergeladen werden.
Weitere kostenlose Bücher sind in meinen Artikeln “Joomla-OpenBook erschienen“, “Neue OpenBooks von O’Reilly” und “Weitere OpenBooks” beschrieben.
Via Golem und Heise.
Verwandte Artikel:
Dienstag, 11. Juli 2006
Das Internet als Informations- und Kommunikationsmedium spielt für seine Nutzer bei einer Reihe von persönlichen Lebensereignissen und –Entscheidungen eine wesentliche Rolle. Dies ist ein zentrales Ergebnis des Digital Life Reports, einer repräsentativen Befragung von deutschen Internet-Nutzern im Alter ab 14 Jahren, die TNS Infratest durchgeführt hat.
Der Digital Life Report 2006 beschäftigt sich mit dem Einfluß der digitalen Lebensweise auf auf das tägliche Leben der Internet-Nutzer in Deutschland und welche Tätigkeiten womöglich aus der „Offline“-Welt in die digitale Welt verlagert werden.
Ergebnisse:
- Der Anteil der Internet-Nutzer beträgt 55% in der gesamtdeutschen Bevölkerung. Bei den 14- bis 49-Jährigen sind es sogar 75%.
- 68% der befragten Internet-Nutzer setzen gezielt Websites für ihre Hobbys und Freizeitbeschäftigungen wie Sammeln, Handarbeiten, Basteln oder Sport als Informationsquelle an.
- 58% nennen das Internet eine bedeutende Entscheidungsgrundlage für geplante größere Investitionen und Entscheidungen finanzieller Art
- 54% sehen das Internet beim Autokauf als wichtiges Informationsmedium an.
- 39% messen dem Internet wesentliche Bedeutung bei einen Wohnungswechsel oder Umzug in eine andere Stadt bei.
- 47% nutzen das Internet bei der beruflichen Karriereplanung. Jeder dritte Online-Nutzer, der in den letzten zwölf Monaten seinen Arbeitsplatz gewechselt hat, gab an, daß das Internet hierbei relevant war.
- Bei Heirat, Scheidung und Beendigung einer Beziehung spielt das Internet keine wesentliche Rolle. Beim Kennenlernen, Anbahnen und Eingehen einer neuen Beziehung offensichtlich schon: Jeder dritte Befragte (36 %) äußerte, daß das Internet bei einer im letzten Jahr neu eingegangenen Beziehung eine Rolle spielte.
“Das Internet hat sich neben Presse, Hörfunk und Fernsehen als Massenmedium inzwischen endgültig etabliert und ist stark mit dem alltäglichen Leben der Internet-Nutzer verflochten,” bilanziert Andrew Mairon, Senior Manager bei TNS Infratest.
Pressemitteilung von TNS Infratest.
Berichte darüber auf heise und auf golem.
[Update: Dieser Artikel ist auch in der Online-Zeitung Readers Edition erschienen, wurde allerdings von den Redakteuren dort arg verstümmelt.]
Verwandte Artikel:
Montag, 10. Juli 2006
In einem zwei Monate alten Artikel faßt der Heise Newsticker verschiedene Studien zum Internet-Nutzerverhalten von Frauen zusammen.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
Wenn Frauen online gehen, dann suchen sie häufig nach Informationen über Reisen, Gesundheit, Kultur und Weiterbildung. Kommunikation beispielsweise per E-Mail hat Priorität, der technische Aspekt des Mediums steht bei vielen Nutzerinnen eher im Hintergrund. [...]
Während Online-Shopping beliebt ist, halten sich Frauen beim Online-Banking im Vergleich zu den Männern eher zurück.
In Deutschland surfen knapp 48 Prozent aller Frauen regelmäßig im Internet, bei den Männern sind es gut 63 Prozent. Die Zahlen stammen aus einer Studie des Kompetenzzentrums, die auf dem (N)Onliner-Atlas basiert, [...] eine[r] Studie über das Internetverhalten der Deutschen, [...] [von] TNS Infratest und der Berliner Initiative D21 herausgegeben. Betrachtet man nur die Teenager, sieht die Statistik ganz anders aus. Im Alter von 14 bis 19 Jahren nutzen laut Kompetenzzentrum 84 Prozent der Mädchen das Internet, bei den Jungs sind es mit 85 Prozent nur unwesentlich mehr.
Laut einer “Umfrage des Verbands der PSD-Banken in Bonn [...] wickeln 17,4 Prozent der Männer ihre Bankgeschäfte online ab, bei den Frauen [...] nur 9,2 Prozent”.
Golem berichtet auch über die EIAA-Studie.
Quellen:
- Studien der European Interactive Advertising Association (EIAA), dem Branchenverband europäischer Online-Vermarkter mit Sitz in London:
- Der (N)ONLINER Atlas 2006 erscheint am 1. August.
- Umfrage des Verbands der PSD-Banken in Bonn.
Verwandte Artikel: