Daß zunehmend Musik per Download aus dem Internet gekauft wird, ist bekannt. Nahezu unbeobachtet bleibt ein ganz anderer Trend: Immer mehr Lebensmittel werden in Deutschland online bestellt.
2004 waren es noch 103 Millionen Euro Umsatz, 2005 bereits 110 Millionen und 2006 etwa 122 Millionen (Extrapolation, die Zahlen von November und Dezember liegen noch nicht vor). Davon sind etwa 3/4 Nahrungsmittel und 1/4 Getränke. Besonders häufig werden offenbar Delikatessen, die im stationären Handel nur schwer zu bekommen sind, bestellt, außerdem Tiefkühlkost und Weine. Die Lieferung frischer Produkte wie Gemüse oder Eiern ist allerdings meist nur in Ballungsräumen möglich.
Grundlage für die Angaben ist eine Pressemitteilung des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM), die ihrerseits auf einer Erhebung des Marktforschungsinstituts GfK basiert.
Leider versäumt es der Bitkom mitzuteilen, inwieweit diese Zunahme der Bestellung via Internet auf Kosten der “klassischen” Bestellung per Post, Telefon oder Fax geht. Nachdem es sich eher um höherwertige Lebensmittel zu handeln scheint und bei der entsprechenden Klientel der Internet-Nutzungsgrad sogar deutlich höher als die durchschnittlichen 2/3 ist, halte ich es für sehr wahrscheinlich, daß ein beträchtlicher Teil der Bestellungen einfach nur ins Internet verlagert wurde. Schließlich gibt es viele Lebensmittel-Versandhändler, die schon mehrere Jahrzehnte im Geschäft sind.
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