Konkrete Gehaltsangaben für die Bewerbung — Woher nehmen?

©Alex­an­der Klau /​ Pixelio

Als Bewer­ber sieht man sich oft vor dem Pro­blem, schon im Anschrei­ben kon­krete Gehalts­an­ga­ben machen zu müs­sen: “Wir freuen uns auf Ihre aus­sa­ge­kräf­tige Bewer­bung, bitte unter Angabe Ihres frü­hest­mög­li­chen Ein­tritts­ter­mins und Ihrer Gehalts­vor­stel­lun­gen.” enden viele Anzeigen.

Woher soll man also diese Infor­ma­tion nehmen?

Ich kenne eine ein­zige Stelle im Inter­net, die ganz kon­kret für eine Viel­zahl von IT-​​Positionen aktu­elle Gehäl­ter nennt:

Die Seite Gehalts­liste IT und Medi­zin — Gehalt­scheck und umfas­sende Gehalts­über­sicht für Pro­fes­sio­nals der Per­so­nal­be­ra­tung HiTec Con­sult[Ände­rung am 13.12.2007: Links aktualisiert].

Die Liste ist ziem­lich umfang­reich und unter­schei­det Anfän­ger, Pro­fes­sio­nals und Top­ver­die­ner. Man beruft sich auf “auf meh­rere Tau­send Kan­di­da­ten­ge­sprä­che und auf unsere lang­jäh­rige Exper­tise als Per­so­nal­be­ra­ter”. Die Daten­bank werde stän­dig erwei­tert und aktua­li­siert. Mehr als diese rela­tiv dif­fu­sen Anga­ben zur Metho­dik wer­den lei­der nicht gemacht.
Seriös auch die ein­lei­ten­den War­nun­gen zur Inter­pre­ta­tion der Tabelle: Befinde man sich mit sei­nem Gehalt zwi­schen zweier ihrer Anga­ben, so sei dies eine Bestä­ti­gung, daß man “auf dem rich­ti­gen Weg” sei. Per­sön­li­che Ent­wick­lung, Alter und “die Kom­ple­xi­tät des gesam­ten Leis­tungs­ver­mö­gens” lie­ßen “sich durch diese Anga­ben natür­lich nur mar­gi­nal erfas­sen”. Die Tabelle könne “letzt­lich nur eine kleine Unter­stüt­zung sein im Rah­men einer neu­tra­len Eva­lu­ie­rung” des Gehalts.
Dies gilt natür­lich für jede der­ar­tige Tabelle, ich finde es aber sehr gut, daß sie es so hinschreiben.

Alle wei­te­ren mir bekann­ten Quel­len sind Umfra­gen, die sich auf die Ver­gan­gen­heit beziehen:

  • Jähr­li­che Arbeits­markt­über­sicht (“Gehalts­um­frage”) der Zeit­schrift c’t. Sie wird Anfang jeden Jah­res durch­ge­führt und erscheint dann Ende März, Anfang April. Die aktu­elle Ver­sion ist die c’t-Gehaltsumfrage 2005 mit knapp 3400 Teil­neh­mern aus Deutsch­land, Schweiz und Öster­reich (letz­tere aller­dings mit nur je etwa 100 Teilnehmern).Es han­delt sich um das mei­ner Mei­nung nach genau­este Instru­ment, auch mit der größ­ten Erhe­bungs­ba­sis und den dif­fe­ren­zier­tes­ten Aus­wer­tun­gen. Zudem ist es unter o.g. URL frei zugäng­lich. Ich emp­fehle trotz­dem drin­gend den Kauf des ent­spre­chen­den Hef­tes, weil sich damit bes­ser arbei­ten läßt.
  • Die Stu­die “Ent­gelt in der ITK-​​Branche” der IG-​​Metall.
    Sie erscheint jäh­rich im März. Die Stu­die ist im moment ver­grif­fen, die Neu­auf­lage ist in Arbeit.
    Sobald die Neu­auf­lage ver­füg­bar ist, kann sie ent­we­der in jeder Buch­hand­lung oder im Shop “Buch & Mehr direkt” bestellt wer­den: Ein­fach nach “Ent­gelt ITK-​​Branche” suchen.Die Stu­die ist sta­tis­tisch sehr gut auf­be­rei­tet, ins­be­son­dere auch in der inter­ak­ti­ven CD-​​ROM-​​Version (Flash) die man sich unbe­dingt anse­hen sollte, da sie wesent­lich mehr Auf­be­rei­tun­gen ent­hält.
    Die Erhe­bungs­ba­sis ist klei­ner als bei der c´t, und man hat sich vor allem auf grö­ßere Unter­neh­men kon­zen­triert.
    Die 13 Euro ist sie alle­mal wert!
  • Im Kar­rie­re­be­reich der Com­pu­ter­wo­che, in dem öfters Arti­kel zum Thema Gehalt erschei­nen, wurde auch im März 2006 die Stu­die “IT-​​Vergütung 2006: Kei­ner kommt zu kurz ver­öf­fent­licht.
    Sie ist offen­bar ähnlich dif­fe­ren­ziert und breit ange­legt, wie die der c’t, aber das publi­zierte Mate­rial finde ich nicht so aus­sa­ge­kräf­tig.
    Die fol­gen­den Arti­kel wer­ten diese Stu­die wei­ter aus

    Wei­tere Computerwoche-​​Artikel zum Thema Gehalt:

  • IT-​​Einkommen 2006 von Mons­ter, sepa­rat für Deutsch­land, Öster­reich und die Schweiz.
    Ins­ge­samt sind die Aus­wer­tun­gen knapp und es gibt keine Anga­ben zur Metho­dik und Pro­ben­größe. Die wei­ter­füh­ren­den Arti­kel zum Thema

    sind auch eher spärlich.

    Offen­sicht­lich sol­len Bewer­ber für die kos­ten­pflich­tige Gehalts­ana­lyse gewor­ben wer­den, die von Toch­ter jobpilot.de durch­ge­führt wird.

  • Beim Kon­kur­ren­ten Steps­tone sieht es ähnlich aus. Der Über­blick “Gehalt im Bereich IT ist sehr knapp gehal­ten, ver­fügt aber über einen Link zur kos­ten­pflich­ti­gen Gehalts­ana­lyse. Immer­hin ist ein gro­ber Gehalt­scheck auch kos­ten­los mög­lich — irgend­wo­her müs­sen die Zah­len für eine breite Ver­gleichs­ba­sis ja kommen.

Der Karriere-​​Bereich der Systems-​​Website sam­melt noch ein paar Arti­kel und Pres­se­er­klä­run­gen zum Thema. Unter Ande­rem eine Pres­ser­klä­rung zur Kienbaum-​​Vergütungsstudie “Füh­rungs– und Fach­kräfte in der DV-​​Branche” aus dem Novem­ber 2006.

Die neuen Trends in Sachen Gehalt faßt Svenja Hofert in Ihrem Kar­rie­reb­log im Arti­kel “Wie Aktien an der Börse” zusam­men.

Andere Quel­len sind mir nicht bekannt. Gerne kön­nen Sie in den Kom­men­ta­ren Ihre Quel­len dazu nen­nen. Ich nehme sie dann in den Arti­kel als Update auf.

Spä­tes­tens im März, wenn die diver­sen Studien/​Umfragen/​Statistiken neu auf­ge­legt wur­den, werde ich den Arti­kel auf den neu­es­ten Stand bringen.

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Ein Kommentar

  1. Am 2007-03-20 um 16:17 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Die neuen Zah­len für 2007 ste­hen in mei­nem Arti­kel “Stu­dien und Sta­tis­ti­ken zu Gehäl­tern aktua­li­siert”.

2 Trackbacks

  • Von Allerlei - Emmerich Consulting am 2008-01-16 um 08:47 Uhr veröffentlicht

    Stu­dien und Sta­tis­ti­ken zu Gehäl­tern aktualisiert…

    Es gibt neue Zah­len zum Thema Gehäl­ter, u.a. eine neue Umfrage zum Thema Gehalts­un­ter­schiede bei Frauen und Män­nern.
    Die in mei­nem Arti­kel “Kon­krete Gehalts­an­ga­ben für die Bewer­bung — Woher neh­men?” genann­ten Quel­len wur­den aktualisier…

  • Von Allerlei - Emmerich Consulting am 2008-03-19 um 17:08 Uhr veröffentlicht

    c’t-Gehaltsumfrage 2008…

    Die Ergeb­nisse der jähr­li­chen Gehalts­um­frage der c’t aus Heft 06/​2008 ste­hen nun auch online zur Ver­fü­gung.
    Das ist DIE Quelle im deutsch­pra­chi­gen Raum für Gehalts­an­ga­ben.
    .…..

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