Donnerstag, 29. März 2007
Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. hat nun einen Leitfaden für Blogs veröffentlicht, der dem Corporate-Blogger die Orientierung im Dickicht von Urheberrechts- und Markenrechtsverletzungen, Beleidigungsklagen und ähnlichen Unannehmlichkeiten erleichtern soll.
Welche rechtlichen Rahmenbedingungen beim Führen von Blogs zu beachten sind, soll der BVDW-Leitfaden anhand einiger Beispiele aufzeigen. Die Informationen, die als Präsentation aufbereitet sind, wurden in Zusammenarbeit mit Dr. Sabine Grapentin, Leiterin des Arbeitskreises Recht im BVDW, erstellt. Dabei wird besonders auf Meinungsäußerungen und Bewertungen eingegangen.
Der Leitfaden steht als PDF kostenlos zum Download zur Verfügung.
Via golem.de.
Sonntag, 25. März 2007
Der Valentinstag liegt zwar schon länger zurück, aber ich finde die Meldung trotzdem recht interessant:
Laut einer Umfrage, die die Firma LogicaCMG in Auftrag gegeben hat, gibt es größere Unterschiede in der Nutzung von SMS zum Flirten. Dazu wurden im November 8.518 Verbraucher aus den Philippinen, Malaysia, Indonesien, Singapur, Russland, Italien, Großbritannien und Deutschland befragt.
Weil einige Nutzer das Mobiltelefon des Partners regelmäßig auf “verdächtige Nachrichten” überprüfen, empfiehlt die LogicaCMG „Safer Texten“ für den Valentinstag.
Dabei sind die Briten besonders aktiv:
Jeder siebte Handybenutzer in Großbritannien hat zugegeben, SMS für mehr oder weniger eindeutige Flirts abseits einer bestehenden Beziehung zu nutzen. Darin werden sie nur von den Malaysiern noch übertroffen. Zugleich sind die Briten sind auch die misstrauischsten unter den Befragten: Jeder sechste prüft das Mobiltelefon des Partners regelmäßig auf “verdächtige Nachrichten”.
Weitere Ergebnisse sind:
- Die Malaysier sind die weltweit eifrigsten “Fremd-Flirter”: fast 40% versenden Flirt-Nachrichten hinter dem Rücken des Partners.
- Die Deutschen sind Schlußlichter in puncto Eifersucht: Unter 7% forschen in den Handys ihrer Partner nach verdächtigen SMS.
- Millionen italienischer “Latin Lover“sehen SMS als wichtigstes Instrument der Liebeswerbung. Eine von zehn Beziehungen nimmt in Italien mit einer SMS-Einladung zum ersten Date ihren Anfang und fast ein Drittel der Beziehungen hat mit SMS-Flirts begonnen.
- Nahezu jeder zehnte Benutzer aus Singapur hat schon einmal per SMS mit jemand Schluss gemacht. In Deutschland ist die Wahrscheinlichkeit, per SMS abserviert zu werden, dabei am geringsten. 3% der Briten mußten diese Erfahrung machen.
- Philippinische Männer haben es am Valentinstag am einfachsten, denn ein Drittel der Frauen dort zieht eine liebevolle SMS-Botschaft der Schokolade oder den Grußkarten vor. Auch die als besonders leidenschaftlich geltenden Russen scheinen ihre Vorlieben im letzten Jahrhundert geändert zu haben, denn 40% der Russen begnügen sich mit einer Textnachricht zum Valentinstag.
Dienstag, 20. März 2007
Es gibt neue Zahlen zum Thema Gehälter, u.a. eine neue Umfrage zum Thema Gehaltsunterschiede bei Frauen und Männern.
Die in meinem Artikel “Konkrete Gehaltsangaben für die Bewerbung — Woher nehmen?” genannten Quellen wurden aktualisiert.
Die dort empfohlene Seite Gehaltsliste IT und Medizin — Gehaltscheck und umfassende Gehaltsübersicht für Professionals der Personalberatung HiTec Consult gibt es noch weiter [Änderung am 13.12.2007: Links aktualisiert].
Darüberhinaus wurden die übrigen Quellen aktualisiert:
Frauen verdienen immer noch weniger als Männer
Nach einer Online-Umfrage der Internetseite www.frauenlohnspiegel.de, an der sich rund 68.000 Beschäftigte in Deutschland beteiligt haben, liegt der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst von Frauen rund 22 Prozent unter dem der Männer.
Die Gründe nennt die Umfrage “vielfältig”:
Zum Teil können häufigere Berufsunterbrechung, kürzere Berufserfahrung, die geringere Zahl von Führungspositionen für Frauen und die partiell noch geringere Qualifikation die Gehaltsunterschiede erklären.
Als Fazit führt der Leiter des WSI-Tarifarchivs, das von der Hans-Böckler-Stiftung betreutwird, Dr. Reinhard Bispinck an: “Zahlreiche Studien zeigen jedoch: Es gibt immer noch eine Lohndiskriminierung. Nach wie vor bekommen Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld als Männer.”
Die Internetseite www.frauenlohnspiegel.de bietet einen Lohn- und Gehalts-Check zu über 130 Berufen.
Im Falle der IT-Berufe sind nur zwei Qualifikationen angegeben, Informatiker und Programmierer.
Bei den Informatikern beträgt das durchschnittliche monatliche Bruttoeinkommen (ohne Zulagen/Zuschläge und Sonderzahlungen) 3971 € für Männer und 3590 € für Frauen, das sind 90,4%.
Bei den Programmierern beträgt das Bruttomonatseinkommen im Schnitt 3204 € bei Männern und 2948 € bei Frauen, das sind 92,0%.
Zwar ist der Gehaltsunterschied mit 9,6% bzw 8% nicht so extrem wie der Gesamt-Durchschnitt von 22%, aber immer noch zu hoch.
c’t-Gehaltsumfrage 2006
Die c’t-Gehaltsumfrage 2006 ist erschienen und auch online verfügbar.
IG-Metall-Entgelt-Erhebung 2007 erschienen
Die neue Erhebung der IG-Metall ist erschienen, leider ohne die hervorragende CD-ROM. Trotzdem ist der Preis gleich geblieben, wie ich auf der CeBIT sehen konnte:
Entgelt in der ITK-Branche 2007.
Eine Erhebung in der Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche.
Herausgegeben von der IG Metall.
Kartoniert, 128 S. mit zahlreichen farbigen Abbildungen, 21 cm, 245g, in deutscher Sprache.
2007 Bund-Verlag
ISBN 3-7663-3785-8
ISBN 978-3-7663-3785-6 | KNV-Titelnr.: 15869813
Nächsten Monat kann sie auch online im Shop “Buch & Mehr direkt” bestellt werden: Einfach nach “Entgelt ITK-Branche” suchen.
Gehaltsstudie der Computerwoche erschienen
Unter dem Titel “IT-Gehälter wachsen nicht in den Himmel” gibt die Computerwoche einen ersten Überblick über ihre Gehaltsstudie (erfahrungsgemäß werden weitere Artikel folgen). Die Gehälter steigen demnach trotz voller Auftragsbücher und fehlendem IT-Personal nur moderat. 2,5% Einkommenssteigerung wurde für IT-Führungskräfte errechnet.
IT-Einkommen 2007 von Monster
Für Deutschland wurden die Zahlen aktualisiert, Österreich und die Schweiz liegen noch nicht vor. Der Inhalt bleibt weiterhin eher spärlich.
“IT-Gehälter: Von Flaute keine Spur mehr” vermeldet Monster weiter, im Vergleich die eigenen Zahlen und die der IG Metall.
“Alte Zahlen” noch bei Stepstone
Bei Stepstone liegen keine neuen Gehaltsdaten vor.
Samstag, 17. März 2007

Ich bin zur Akquise auf der CeBIT.
Samstag, 3. März 2007
Die Universität Leipzig hat 605 deutsche Nutzer der Suchmaschine Ask.com mit einer “selbstselektive[n] Online-Umfrage” “zur Informationssuche im Internet sowie zur Nutzung, Glaubwürdigkeit und Auffindbarkeit von Weblogs befragt”. Die Studie vergleicht die Motivation von Bloglesern und Blogschreibern miteinander (sehr interessant!) und typisiert die Blognutzer.
Das Ergebnis liegt nun als PDF vor (356 KB, 13 Seiten, 10 Abbildungen).
Eine Analyse der Teilnehmer, die sich entschieden haben, an der Umfrage teilzunehmen, ergab: “An der Umfrage beteiligten sich insbesondere Trendsetter und Heavy-User des Webs”, die zu “96% … (mehrmals) täglich im Internet sind”. Offensichtlich hat die Freiwilligkeit der Studie dazu geführt, daß vor allem diese Gruppe sich an der Studie beteiligt.
Die von mir besprochene Studie des Statistischen Bundesamtes zur Demographie der Internetnutzer verwendet anstelle von “mindestens täglich” den unschärferen Begriff “täglich oder fast täglich” und kommt dafür auf 56% der Internetnutzer.
Vorsichtig interpretiert erfaßt die nun vorliegende Blogstudie überwiegend diese “Heavy-User”, die aber mit 96% weit überrepräsentiert sind.
Ich spekuliere, daß sie sogar von diesen nur diejenigen erfaßt, die das Thema “Blogs” besonders polarisiert; diejenigen, die das Thema nicht interessiert, werden die Umfrage überwiegend abgelehnt haben. Ein weiterer möglicher Faktor wäre, daß die Suchmaschine Ask.com, mit deren Hilfe die Umfrage durchgeführt wurde, dem breiteren (d.h. unerfahrenerem) Publikum auch nicht bekannt ist.
Jedenfalls ist aufgrund der Zusammensetzung der Umfrageteilnehmer das erste Ergebnis zum Thema Blognutzung besonders mit Vorsicht zu genießen:
Nur 12,7% der Befragten konnte mit dem Begriff “Weblog” nichts anfangen, und nur 7,5% von denen, die Weblogs kannten, haben noch nie ein Blog genutzt. Letztere nannten als wichtigsten Grund (70%) für die Nichtnutzung, daß sie sich durch das herkömmliche Medienangebot bereits ausreichend informiert fühlen. Fast die Hälfte (48%) gab an, keinen Überblick über Blogs zu haben und jeder Dritte (32%) kann in Weblogs die ihn interessierenden Angebote nicht ausmachen.
Von den Blog-Nutzern verwendet der größere Teil (45%) Weblogs hauptsächlich als Informationsquelle: Etwa Dreiviertel dieser Gruppe liest in Blogs nur (33%), nur etwa ein Viertel (12%) kommentiert auch.
Die Gruppe der aktiven Blogger ist mit knapp 35% relativ hoch. Davon schreiben 6% ausschließlich im eigenen Blog, 28% schreiben und kommentieren auch in anderen Blogs.
Offenbar ist der Community-Ansatz unter den Bloggern relativ stark vertreten. Dazu paßt auch, daß die Blognutzer Blogs überwiegend zuffällig finden:

Es besteht offenbar Bedarf an Orientierung im Blog-”Urwald”. Daher wurden beide Benutzergruppen gefragt,
was sie dazu bewegen könnte, Blogs künftig (intensiver) zu nutzen. Ein großes Potenzial haben demnach Blogsuchmaschinen. Über zwei Drittel (68,3%) der […] erfahrenen Blognutzer und immerhin 41% der Nicht-Nutzer befürworten solche spezialisierten Dienste. Denkbar wäre für knapp 40% beider Gruppen auch ein Blogmagazin, das analog zum TV-Programmheft den Weg durch den Dschungel der interessanten und weniger aufregenden Blogs weisen könnte. Ein Manko ist für viele erfahrene Blognutzer (28,3%) die unzureichende Usability heutiger Weblogs. Sie fordern mehr Benutzerfreundlichkeit […].
Aufschlußreich auch die Assoziationen der Befragten zum Begriff “Weblog” (klicken zum Vergrößern):

Besonders interessant finde ich den Vergleich der Motivationen von Bloglesern und Blogschreibern:

Der Mitteilungsdrang ist bei den Blogschreibern besonders hoch (67%), bei den Lesern sind es nur 8%. Fast jeder fünfte Blogger verfolgt einen aufklärerischen (19%) oder beeinflussenden (16%) Ansatz, 27% wollen Kritik und Ärger loswerden.
Die Studie hat daher untersucht, wie sich die Gruppe der Blognutzer zusammensetzt. Sie kommt zu dem Schluß
Blognutzer sind mehrheitlich „investigative Multiplikatoren“ — Konsumenten, die mehr wissen wollen, Informationen aktiv weitergeben und gut vernetzt sind. Die Bedeutung für die Wirtschaft liegt auf der Hand: Blognutzer sind interessante Dialogpartner für Marketing und Unternehmenskommunikation sowie alle, die sich frühzeitig mit gesellschaftlichen Trends, neuen Ideen und kritischen Stimmen auseinandersetzen wollen.
Insgesamt unterscheidet die Studie 5 verschiedene Typen von Nutzern. Die Schwäche in dieser Einteilung

sehe ich darin, daß die Typen exklusiv definiert werden — die Motivation der Nutzer dürfte normalerweise mehrere der genannten Typen umfassen.
Jeweils 18% machen die “Sozialen Netzwerker”, die mit Freunden in Kontakt bleiben wollen, und die “Selbstdarsteller”, die etwas zu sagen haben, aus. “Aktive Blogger gehören eher einer dieser Gruppen an.”
Die größte Gruppe bilden allerdings mit die “Wissensdurstigen” mit 24%. Ihnen geht es primär um Hintergrundinformationen; zudem ist ihr Mißtrauen in klassische Medien überdurchschnittlich hoch. Die “Informationssucher” (19%) und die “Aktiven Konsumenten” suchen aktuellen Nachrichten bzw. Produktinformationen. Diese beiden letzteren Gruppen bestehen mehrheitlich aus Bloglesern und weniger aus Schreibern.
Außerdem wurde die Bedeutung von Blogs für die Meinungsbildung untersucht:

Aufschlußreich finde ich hier das niedrige Abschneiden der Corporate Blogs. Erstaunlich auch, daß journalistische Blogs knapp hinter Fachblogs landen.
Die Erklärung liefert das nächste Diagramm:

Corporate Blogs gelten als besonders unglaubwürdig.
Ein nettes Schmankerl liefert die Studie zum Schluß: Es wurde gefragt, von welcher Person die Umfrageteilnehmer besonders gerne oder besonders ungerne ein Blog lesen würden. In beiden Kategorien liegt Angela Merkel auf der Spitzenposition. Auf der Wunschliste stehen nach Merkel – in dieser Reihenfolge – Harald Schmidt, Papst Benedikt XVI., George W. Bush und Steve Jobs.
In der Negativ-Top-5 folgen auf Frau Merkel Dieter Bohlen, George W. Bush, Paris Hilton und Edmund Stoiber.
Gefunden bei f!xmbr.