Studie: Weiterbildung erhöht die Produktivität enorm!

Jeder Euro, der zusätzlich in Weiterbildung investiert wird, erwirtschaftet 13 Euro für das Unternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Universität Linz im Auftrag der Arbeiterkammer durchgeführte Studie, die erstmals für Österreich untersucht, inwieweit sich Weiterbildung rentiert.

Investitionen in Weiterbildung bringen ~3% mehr Produktivität.

Ein Beispiel: Ein Unternehmen, das die jährlichen Ausgaben für Weiterbildung pro Mitarbeiter von 145 auf 290 Euro verdoppelte, erhöhte seine Produktivität um durchschnittlich 1.900 Euro pro Mitarbeiter. Im Folgejahr konnte noch eine Produktivitätssteigerung von 2% festgestellt werden.

Die Arbeiterkammer zieht folgende Schlüsse aus der Studie:

Betriebe, die mehr in Weiterbildung investieren, zahlen auch höhere Löhne und Gehälter. Allerdings geben sie die höheren Erträge nur in einem geringen Ausmaß an die Beschäftigten weiter. Von jedem Euro, der erwirtschaftet wird, weil sich die Beschäftigten weiterbilden, sehen diese nur 15 Cent.
Vor allem Beschäftigte in Klein- und Mittelbetrieben haben kaum Chancen auf Weiterbildung. Jeder fünfte Klein- und Mittelbetrieb bildet sogar keinen einzigen seiner Arbeitnehmer weiter. Nur knapp ein Drittel der Beschäftigten werden überhaupt in die Weiterbildung einbezogen.

Die Autoren werten sie so:

Auffällig ist, dass die Weiterbildung persönlicher Fähigkeiten (Soft Skills) stärker positiv mit der Firmenproduktivität korreliert als etwa Sprach-, Marketing- oder IT-Kurse. Ebenso zeigen Weiterbildungsmaßnahmen, die innerhalb des Unternehmens organisiert werden, einen größeren positiven Zusammenhang mit der Produktivität als Kurse von externen Anbietern.

Die Weiterbildungsmaßnahmen bringen nicht nur Vorteile für die Unternehmen, sondern auch für die ArbeitnehmerInnen: Firmen, die doppelt so viel in Weiterbildung investieren, zahlen um rund 14% höhere Löhne als vergleichbare Firmen, die das nicht tun.

Die Untersuchung basiert auf europäischen Statistiken von 1999 und 2005 und bezieht sich auf einen Querschnitt der österreichischen Wirtschaft mit Stundenlöhnen von Ø 21 ± 21,5€ und Weiterbildungskosten im Jahr Ø 193 ± 821,5€, die Dauer der Weiterbildung betrug Ø 5,5 ± 21 Tage im Jahr.

Offen bleibt, so die Autoren der Studie „ob die Produktivität durch die Weiterbildungen ansteigt oder ob produktivere Firmen mehr in ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen investieren“, also was wirklich Ursache und was Wirkung ist.

Quelle: Universität Linz / Arbeiterkammer Wien. Studie „Renditen betrieblicher Weiterbildung in Österreich“.

Die Studie ist hier downloadbar (0,3 MB PDF)

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Ein Trackback

  • Von Bewerberblog.de am 2008-03-06 um 08:01 Uhr veröffentlicht

    Personalentwicklung ist sinnvoll…

    Martin hat auf seinem Blog auf eine Studie der Universität Linz und der Arbeitskammer Wien hingewiesen, in der bestätigt wird, was Personalentwickler schon immer behauptet haben: Weiterbildung zahlt sich in barer Münze aus. Demnach bringt jeder Euro…

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