Sonntag, 27. Juli 2008

China: Ein weiterer prominenter Kritiker verhaftet

Wappen Volksrepublik China
Bildquelle: Wikipedia

China bereitet sich weiterhin auf die Olympischen Sommerspiele vor. Neben einem Fahrverbot, das die notorisch miserable Luftqualität Pekings verbessern soll (die Erfolgsaussichten werden von Experten kritisch beurteilt), versucht die chinesische Regierung auch das politische Klima im Land in ihrem Sinne zu beeinflussen:  Vergangene Woche wurde Du Daobin verhaftet, wie “Reporter ohne Grenzen” berichtet.

Er soll mit der Veröffentlichung von über hundert Artikeln auf ausländischen Websites seine Bewährungsauflagen verletzt haben. Zudem habe er unerlaubt seinen Wohnsitz verlassen und Besucher ohne Voranmeldung bei den Behörden empfangen haben. Seine Wohnung wurde durchsucht und Computer sowie Briefe, die er während seiner Inhaftierung 2003/2004 erhalten hatte, wurden beschlagnahmt.

Zuvor war Du Daobin zu drei Jahren Haft und vier Jahren Hausarrest verurteilt worden, in den er im Juni 2004 entlassen worden war. Damals hatte man ihm Anstiftung zum Umsturz des Staates vorgeworfen, weil er in seinen Artikeln Demokratie und Meinungsfreiheit in China gefordert und  andere Dissidenten unterstützt hatte.

Laut “Reporter ohne Grenzen” ist Du Daobin der dritte prominente “Cyber-Dissident”, der im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele verhaftet wird. Zuvor waren bereits Hu Jia and Huang Qi inhaftiert worden. “Die chinesischen Behörden fürchten den Einfluß dieser Internet-Nutzer und finden es zunehmend schwierig, sie unter Kontrolle zu halten”, kommentiert Reporter ohne Grenzen die Verhaftungen.

Erst Ende Juni war der Internet-Journalist Sun Li zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden – offensichtlich wegen seiner Artikel über Machtmißbrauch und Zwangsräumungen. Die freie Berichterstattung in China soll offensichtlich massiv unterdrückt werden.

Immer noch gilt das Urteil von Amnesty international: Die Menschenrechtslage in China ist beschämend!
Zuletzt hatte das Europarlament eine Resolution verabschiedet:

Das EP bedauert [...] “keinen wesentlichen Erfolge” in Fragen der Menschenrechte und Demokratie (in China erzielt wurden). Zudem sei die Menschenrechtslage in China in Anbetracht weit verbreiteter und systematischer Menschenrechtsverletzungen nach wie vor “besorgniserregend”.

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Sonntag, 20. Juli 2008

Unendliche Weiten? Die Dimensionen des Getränke-Erlebnisraums

Mit Sätzen wie

“Die Intensität des Genusswertes, den ein Getränk für die Konsumenten besitzt, steigt proportional mit der Anzahl der Dimensionen des Getränke-Erlebnisraums”

gelingt es offenbar der Stuttgarter “G.R.P. Gesellschaft für Rationelle Psychologie OHG”, ihren Kunden derart den Verstand zu vernebeln, daß sie ohne großes Nachfragen die Produkte der Gesellschaft kaufen: Studien und Umfragen zu allen möglichen Themen, quer durch den Boulevard.

In seinem Artikel “Für dumm verkauft” (die URL des Artikels lautet “Institut für Volksverdummung”) nimmt “ZEIT-WISSEN”-Autor Jochen Paulus mehrere “Studien” der GRP gekonnt auseinander und weist nach, daß sie an den Haaren herbeigezogen sind. Deren Käufer sind primär Boulevard-Presseerzeugnisse wie Kölner Express, Elle und allen voran Men’s Health.

Wenn es darum geht, ein wenig im Boulevard zu wildern, greifen sogennante “seriöse” Presseerzeugnisse wie Emma, FAZ, Süddeutsche, stern, Spiegel oder ZEIT, aber auch Agenturdienste wie dpa, die Ergebnisse der GRP auf und verbreiten diese weiter. Eine – wie Paulus nachweist – offenbar recht dubiose und vom Beate-Uhse-Konzern subventionierte Porno-”Studie” hat es gar bis in den Brockhaus geschafft.

Insgesamt war GRP laut eigenen Angaben bereits für gut 500 Unternehmen und Organisationen tätig – darunter auch recht bekannte von adidas bis ZDF. Auskunftsgesuche über seine statistischen Indizes bügelt der Leiter des Instituts, Henner Ertel, als “Geschäftsgeheimnisse” nieder. Seine Grundmethodik, die er verrät, wird von renommierten Wissenschaftlern stark in Frage gestellt. Von den Kunden werden jedenfalls

die hemdsärmeligen Methoden des Instituts für Rationelle Psychologie [...] nicht hinterfragt. »Die Ergebnisse sind in der Regel schlüssig« [...]. »Es wird jetzt nicht im Detail hinterfragt: Woher kommt diese Zahl?«

Somit gelingt die Vernebelungsstrategie: Die Nachprüfbarkeit der Ergebnisse wird verschleiert. Einer der Hauptabnehmer der GRP-”Studien”, der Chefredakteur Wolfgang Melcher von Men’s Health verteidigt die unkritische Haltung seines Magazins: Die Redakteure seien nun mal keine Wissenschaftler. »Man braucht ein gewisses Grundvertrauen, das ist klar.«

Also doch eher unendliche Abgründe. Kein Wunder, daß der Ruf der meisten Journalisten mies ist!

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Dienstag, 15. Juli 2008

Internet-Jobbörsen verglichen

Wie schon in 2006 hat das Team von Prof. Dr. Christoph Beck an der FH Koblenz erneut die größten Stellenbörsen miteinander untersucht. Verglichen wurden

  • Arbeitsagentur.de
  • Monster.de
  • Jobpilot.de
  • Jobscout24.de
  • Jobware.de
  • StepStone.de
  • Stellenanzeigen.de

Bereits nach Auftraggebern unterscheiden sich die Stellenbörsen z.T. erheblich:
Die meisten Stellenangebote der DAX-Unternehmen finden sich bei Jobware, Zeitarbeitsfirmen inserieren bevorzugt bei JobScout24 (26,9%), gefolgt von der Jobbörse der Arbeitsagentur.de.
Auch bei der Matching-Qualität zeigen sich gravierende Qualitätsunterschiede bei den untersuchten Jobbörsen.

Insgesamt untersucht die Analyse folgende vier Hauptthemen in den jeweiligen Jobbörsen

  • Die Jobstruktur
  • Den Anteil von Stellenanzeigen nach gewissen Unternehmensklassen (DAX- Unternehmen, Zeitarbeitsunternehmen, Personalberatungen)
  • Die Zielgruppen
  • Die Treffergenauigkeit der Schnellsuche

Je Jobbörse wurden dreimal nacheinander im Monatsabstand 500 Stellenanzeigen nach dem Zufallsprinzip ausgesucht und einzeln „von Hand“ ausgewertet. Nach vier Hauptkriterien (Unternehmensklassifikation, Postleitzahlengebiet, Berufsfeld und Zielgruppen) wurden die Anzeigen analysiert.

Im zweiten Schritt wurde die Treffergenauigkeit der Schnellsuche bei den Jobbörsen untersucht. Hierzu wurden jeweils 15 verschiedene Tätigkeitsbilder gesucht und die Ergebnisse auf ihre Passgenauigkeit überprüft. Auch diese Analyse wurde auf 500 Stellenausschreibungen (je Tätigkeitsbild und Stellenbörse) beschränkt und dreimal nacheinander im Monatsabstand wiederholt. Insgesamt wurden 100.000 Stellenausschreibungen analysiert.

Die Analyse gibt es (52 Seiten, 21 Abbildungen, 521 KB PDF) zum kostenlosen Download, eine E-Mail-Registrierung ist erforderlich.

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Sonntag, 13. Juli 2008

China: Immer noch keine freie Berichterstattung — Eutelsat beugt sich dem Wunsch nach Zensur

Einen Monat vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking kritisiert Reporter ohne Grenzen (“ROG”) auf das Schärfste, daß die chinesische Regierung noch immer keine freie Berichterstattung im Land zuläßt – entgehen entsprechender Zusagen bei der Vergabe der Spiele. Gleichzeitig begrüßt ROG die Resolution des Europäischen Parlaments. Aus der Pressemitteilung dazu:

Das EP bedauert, daß in den Beziehungen zu China zwar große Fortschritte in den Bereichen Handel und Wirtschaft erzielt wurden, daß diese jedoch mit “keinen wesentlichen Erfolgen” in Fragen der Menschenrechte und Demokratie einhergegangen sind. Zudem sei die Menschenrechtslage in China in Anbetracht weit verbreiteter und systematischer Menschenrechtsverletzungen nach wie vor “besorgniserregend”.

China müsse seine bezüglich der Menschen- und Minderheitenrechte, der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit eingegangenen Verpflichtungen einzuhalten, auf die das Internationale Olympische Komitee (IOK) verwiesen hat, als es beschloß, diesem Land die Ausrichtung der Olympischen Spiele zu gestatten.

Die Abgeordneten verurteilen darüber hinaus die häufige Verhängung der Todesstrafe und fordern die chinesischen Regierungsstellen auf, ein Moratorium für die Vollstreckung der Todesstrafe zu verhängen. Schließlich fordert das Parlament einen “Gnadenerlaß für alle inhaftierten politischen Gefangenen und Menschenrechtsaktivisten”.

„Glaubt die chinesische Regierung etwa, daß diese Spiele ein Erfolg werden können, obwohl sie sich weigert, politische Gefangene freizulassen und die Pressefreiheit weiterhin mit Füßen tritt?“, fragt ROG. „Noch immer sind rund 80 Journalisten und Internetdissidenten wegen ihrer Berichte im Gefängnis, noch immer werden Internet und Nachrichten zensiert, noch immer können ausländische Journalisten nicht frei berichten.“

„Die vereinzelten Verbesserungen gleichen die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen auf keinen Fall aus. Die Öffnung Tibets und ein paar wieder zugänglich gemachte Internetseiten werden überschattet von neuen Festnahmen, harten Urteilen und von der strengen Überwachung von Menschenrechtlern,“ so ROG. „Auch darf, sobald es um kritische Themen wie etwa Umweltprobleme und Korruption geht, nach wie vor nicht frei berichtet werden.“

Erst Ende Juni wurde der Internet-Journalist Sun Li zu vier Jahren Gefängnis verurteilt – offensichtlich wegen seiner Artikel über Machtmißbrauch und Zwangsräumungen. Bereits im April war der Bürgerrechtler Hu Jia zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.
Ausländische Journalisten – u.a. vom ZDF – beklagen massive Einschränkungen bei der Berichterstattung vor Ort sowie die Schwierigkeiten, überhaupt mit Informanten frei sprechen zu können. Offensichtlich sei die Bevölkerung stark eingeschüchtert.

Laut ROG hat der europäische Satellitenbetreiber Eutelsat den chinesischsprachigen Sender NTD-TV, der nach Asien sendet, vom Netz genommen, angeblich wegen technischer Probleme. „Mitgeschnittene Gespräche belegen inzwischen aber, daß der Sender vorsätzlich abgeschaltet wurde“, so ROG. „Eutelsat hat sich offensichtlich dem Druck der chinesischen Behörden gebeugt. Ein klarer Fall von Zensur.“ ROG hat an den Eutelsat Chef Giuliano Beretta appelliert, NTD-TV umgehend wieder senden zu lassen.  Auch an das Internationale Olympischen Komitee (IOC) richtet sich ROG mit seiner Kritik: „Es hat versäumt, die von China gemachten Versprechen einzufordern.“

Um eine Zeichen gegen die unveränderte Lage in China zu setzen, hatte ROG hat die Staats- und Regierungschefs aus aller Welt bereits im März zu einer „Politik der leeren Stühle“ aufgerufen: Sie sollen der Eröffnungszeremonie am 08.08. fern bleiben.

Bis dato werden die Regierungen von Estland, Kanada, Neuseeland, Polen, Österreich und der Tschechischen Republik sowie der britische Kronprinz Charles nicht an der Feier teilnehmen. Auch Deutschland wird keine Vertreter schicken.

Zugesagt haben hingegen der König von Kambodscha, die Präsidenten von Afghanistan, Frankreich, Kroatien, Mauritius, Südkorea, der Schweiz, den USA und von Vietnam, die Premierminister von Australien, Finnland, Italien, Japan, den Niederlanden und Thailand, der spanische Außenminister, der indische Minister für Sport und der belgische Kronprinz Philippe.

Für den Tag der Olympia-Eröffnung ruft Reporter ohne Grenzen zu Demonstrationen vor chinesischen Botschaften weltweit auf.

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Donnerstag, 10. Juli 2008

Flexiblere Arbeitsbedingungen gewünscht

Eine große Mehrheit der Bundesbürger wünscht sich flexiblere Arbeitsbedingungen. Zwei Drittel würden lieber regelmäßig zu Hause arbeiten (17% lieber grundsätzlich zu Hause, 50% mehrmals wöchentlich), statt ins Büro zu gehen. 26% arbeitet lieber jeden Tag im Büro, erst 1% hat die Möglichkeit, auch zu Hause zu arbeiten.
Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa unter 1008 Personen im Auftrag des IT-Branchenverbandes Bitkom hervor.

Statistik: Arbeiten im Home-Office

„Von Telearbeit und flexiblen Arbeitszeitmodellen können Beschäftigte und Unternehmen gleichermaßen profitieren“, sagte BITKOM-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer. „Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren und die Arbeitgeber hoch qualifizierte Arbeitnehmer langfristig an das Unternehmen binden.“ Durch den stärkeren Einsatz von Telearbeit sparten Pendler Zeit und Geld, Arbeitgeber könnten Büroflächen reduzieren.

Besonders interessiert an der Arbeit im Home-Office sind jüngere Menschen. Fast 80% der 30 bis 39-Jährigen will an mehreren Tagen in der Woche oder ausschließlich zu Hause arbeiten. Die Gruppe der 50 bis 59-Jährigen liegt mit 61% bereits unter dem Durchschnitt, wie auch die der 60-Jährigen mit 50%. Größere Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt es nicht. „Die Telearbeit erfordert eine offene Unternehmenskultur, die auf Selbstverantwortung ihrer Mitarbeiter setzt“, sagte Scheer. „Die Arbeit zu Hause verlangt einen hohen Grad an Eigenmotivation und Selbstdisziplin.“ Zudem verschwimme die Trennlinie zwischen Beruf und Privatem. Mitarbeiter müßten die Bereitschaft mitbringen, auch jenseits fester Bürozeiten erreichbar zu sein, betonte Scheer.

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Mittwoch, 9. Juli 2008

Menschenrechtler protestieren: Russischer Blogger wegen polizeifeindlichen Kommentars verurteilt

Erstmals hat die russische Justiz einen polizeifeindlichen Internetkommentar als Verbrechen eingestuft und damit Proteste von Menschenrechtlern ausgelöst.

In der russischen Teilrepublik Komi in der Stadt Syktywkar verurteilte das Gericht den Blogger Savva Terentyev zu einem Jahr Haft auf Bewährung wegen “Schürens von Haß gegen die soziale Gruppe der Polizei”. Das berichtete die Zeitung Kommersant, eine russische Wirtschaftszeitung, die auch auf englisch erscheint:

The prosecutor argued that Terentyev was using his diary as a form of mass media and that he was motivated by intolerance for a specific group – policemen “with the goal of publicly urging citizens to fight against the given social group.”

Wie westliche Medien berichten, sprach die Richterin Ljubow Sucharjewa bei der Urteilsbegründung am Montag von einem besonders verwerflichen Verbrechen, das eine erhöhte Gefahr für die Gesellschaft darstelle: Terentyev hatte in seinem Blog die Polizei wegen ihres brutalen Vorgehens gegen die Opposition im Februar 2007 unter anderem als “Viehzeug” beschimpft.

Menschenrechtler über das Urteil: “Dummheit”

Die Menschenrechtlerin Ljudmilla Alexejewa von der Moskauer Helsinki-Gruppe kritisierte das Urteil am Dienstag als “Dummheit”. Sie warnte angesichts dieses Präzedenzfalls vor neuen Einschränkungen des Rechts auf freie Meinungsäußerung in Russland. Das seien Methoden wie in Diktaturen, sagte Alexejewa laut der Agentur Interfax. In einem offenen Brief an Präsident Dmitri Medwedew protestierten Internetnutzer gegen “Gängelung und Bevormundung” durch die Behörden.

Neben dem gleichgeschalteten staatlichen Fernsehen galt das Internet in Russland bisher als Raum für die freie Meinungsäußerung. Nach einer Verschärfung der Extremismus-Gesetze in Russland hatten Menschenrechtler befürchtet, dass unter dem Vorwurf des Extremismus nun auch die Medienfreiheit stärker eingeschränkt werde.

Komersant wertet das Urteil so:

Russian authorities have attempted, unsuccessfully, to bring cases against Internet users before, particularly for posting nationalistic propaganda. In this case, the prosecutor has not filed charges of inciting ethnic enmity, but of belittling a social group. Experts question whether an Internet diary can be considered a form of mass media and whether the police can be considered a homogenous group.

Terentyev hat angekündigt, das Urteil anzufechten.

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Montag, 7. Juli 2008

OpenBook “Ubuntu GNU/Linux” und Videolehrgang erschienen

Der “Galileo Computing“-Verlag hat die aktuelle dritte Auflage seines Buches “Ubuntu GNU/Linux” zum freien Dowload online gestellt. Behandelt werden Ubuntu 8.04 “Hardy Heron” und seine Varianten Kubuntu, Xubuntu, Edubuntu und Mythbuntu.
Außerdem gibt es vier Stunden Videolektionen zu der Linux-Distribution, ein Ausschnitt aus einem dreimal so langen Videotraining, das demnächst im Buchhandel sein wird.
Das Buch selbst kann ebenfalls als Druckwerk (1037 Seiten, 39,90 Euro, ISBN 978-3-8362-1150-5) gekauft, online gelesen oder als HTML-Seiten heruntergeladen (43,2 MB) werden.

Via golem.de.

Weitere OpenBooks finden Sie hier.

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Montag, 7. Juli 2008

Iran: Todesstrafe für Internetvergehen?

Der heise-Newsticker berichtet (Komplettzitat)

Im Iran wird über Todesstrafe für Internetvergehen diskutiert

Im Iran wird eine Gesetzesnovelle im Parlament diskutiert, nach der für Internetvergehen sogar die Todesstrafe verhängt werden könnte. Wer für schuldig befunden wird, für Korruption, Prostitution oder Gotteslästerung zu werben, könnte mit dem Tod bestraft werden, heißt es in Medienberichten. Die Gesetzesvorlage habe insgesamt das Ziel, die Strafen für die “Schädigung der geistigen Sicherheit in der Gesellschaft” zu verschärfen, wird ISNA (Iranian Student’s News Agency) zitiert. Wer Blogs oder Webseiten betreibt und für die genannten Vergehen wirbt, soll als “mohareb” (Gottesfeind) bestraft werden.

Iran sperrt den Zugang zu vielen Webseiten und hat, wie die OpenNet Initiative schreibt, eines der umfassendsten Filtersysteme auf der Welt. Internetaktivitäten werden streng reguliert und kontrolliert. In jüngster Zeit ging das Regime gegen feministische Webseiten vor, im Juni wurden neun Frauen, darunter fünf Online-Journalistinnen, verhaftet. Immer wieder werden Webseiten vom Netz genommen und Blogger oder Journalisten verhaftet. Auf der Rangliste von Reporter ohne Grenzen zur weltweiten Lage der Pressefreiheit nimmt Iran den viertletzten Platz ein. Die Zahl der verhängten Todesstrafen, auch gegen Minderjährige, nimmt laut Amnesty International zu. Es finden weiterhin Steinigungen statt. (fr/Telepolis)

    Update:

Global Voices hat einen Artikel dazu, in dem auch iranische Blogger zu Wort kommen. Von Balouch stammt der folgende Cartoon, in dem ein Kleriker zu einer Frau sagt: “Bleiben Sie ruhig, Ihre Hinrichtung ist ganz legal”.
hinrichtung.jpg

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