Lange Arbeitszeiten schädigen die Gesundheit

Der Anteil von Beschäf­tig­ten, die über Schlaf­stö­run­gen kla­gen, nimmt mit der Dauer der geleis­te­ten Arbeits­zeit zu. Inge­samt steigt das Risiko gesund­heit­li­cher Beein­träch­ti­gun­gen bei lan­gen Arbeits­zei­ten. Zu die­sem Ergeb­nis kommt eine Unter­su­chung der Bun­des­an­stalt für Arbeits­schutz und Arbeits­me­di­zin (BAuA). Bei der Aus­wer­tung vier unab­hän­gi­ger Befra­gun­gen ließ sich ein direk­ter Zusam­men­hang zwi­schen der Dauer der geleis­te­ten Arbeits­stun­den und dem Auf­tre­ten gesund­heit­li­cher Beschwer­den wie Schlaf­stö­run­gen, Rücken­schmer­zen und Herz­be­schwer­den nach­wei­sen. Fak­to­ren wie Schicht­ar­beit, varia­ble Arbeits­zei­ten und Arbeits­schwere wir­ken sich ver­stär­kend aus.

Wer lange arbei­tet, schläft schlechter

Die Arbeits­zei­ten in Deutsch­land wer­den immer fle­xi­bler. Dar­über hin­aus ver­zeich­nete das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt 2007 einen Höchst­stand der Anteile für Schicht-​​, Abend– und Nacht­ar­beit sowie die für die Arbeit an Wochen­en­den und Fei­er­ta­gen seit Beginn der Erhe­bun­gen. Seit län­ge­rem ver­mu­ten Arbeits­wis­sen­schaft­ler einen Zusam­men­hang zwi­schen lan­gen Arbeits­zei­ten und gesund­heit­li­chen Beschwer­den. Die BAuA führte des­halb eine sys­te­ma­ti­sche Unter­su­chung durch, die sich auf eine große Stich­probe stützt. Dabei bil­de­ten die dritte und vierte euro­päi­sche Umfrage über die Arbeits­be­din­gun­gen (2000 und 2005), die Befra­gung “Was ist gute Arbeit?” (2004) und die BIBB/​BAuA-​​Erwerbstätigenbefragung (2006) die Daten­ba­sis. Damit flos­sen die Daten von ins­ge­samt über 50.000 Befrag­ten in die Unter­su­chung ein.

In Deutsch­land wird dies beson­ders deut­lich. Hier klagt nur jeder zehnte Befragte in Teil­zeit (weni­ger als 19 Wochen­ar­beits­stun­den) über Schlaf­stö­run­gen, bei Beschäf­tig­ten in Voll­zeit (zwi­schen 35 und 44 Wochen­ar­beits­stun­den) ist es bereits jeder Fünfte. Im Bereich der Beschäf­tig­ten mit deut­lich über­lan­gen Arbeits­zei­ten von mehr als 60 Stun­den pro Woche lei­det nach eige­nen Anga­ben sogar etwa jeder vierte unter Schlaf­be­schwer­den. Fak­to­ren wie Schicht­ar­beit, varia­ble Arbeits­zei­ten, Arbeit an Wochen­en­den oder schlechte Plan­bar­keit der Arbeits­zeit wir­ken sich ver­stär­kend auf gesund­heit­li­che Beein­träch­ti­gun­gen aus.

Damit steht gesi­chert fest, daß län­gere Arbeits­zei­ten das Risiko gesund­heit­li­cher Beein­träch­ti­gung erhö­hen. Die nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen lan­ger täg­li­cher und wöchent­li­cher Arbeits­zei­ten auf das Unfall­ri­siko sind bereits seit eini­ger Zeit bekannt. In Dis­kus­sio­nen um Arbeits­zeit­ver­län­ge­run­gen sollte des­halb nicht nur auf die wirt­schaft­li­che Kom­po­nente geschaut, son­dern auch deren gesund­heit­li­chen und sozia­len Effekte berück­sich­tigt wer­den, so die Bundesanstalt.

Die Stu­die kann hier als PDF (6 Sei­ten, 563 KB) her­un­ter­ge­la­den werden.

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