Gesundheitsbelastung in der IT-Branche besonders hoch

Angesprochen habe ich das Thema ja bereits in meinem Artikel „Lange Arbeitszeiten schädigen die Gesundheit„. Meine eigener Eindruck, daß dies besonders in der IT-Branche der Fall ist, wird nun von einem Artikel auf heise.de bestätigt:

Auf einem Workshop des Forschungs- und Gestaltungsprojektes DIWA-IT, das unter dem Motto „Gesund arbeiten, gesund bleiben in der IT-Wirtschaft“ steht, haben vergangene Woche Wissenschaftler des Münchner Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) ihre Einschätzung der aktuellen Belastungskonstellation in der IT-Industrie präsentiert.

Aus dem Artikel:

In den zurückliegenden Jahren habe sich die Belastung der Beschäftigten in der IT-Wirtschaft deutlich verschärft. Zunehmende Leistungsverdichtung, die Paradoxien neuer Managementkonzepte, eine Veränderung der betrieblichen Sozialordnungen und eine generelle Zunahme von Unsicherheiten haben eine grundlegend neue Belastungskonstellation geschaffen.

Danach hat fast die Hälfte der befragten IT- Beschäftigten von einer starken oder sehr starken Belastung durch extremen Zeitdruck und hohes Arbeitsaufkommen berichtet. Noch gravierender sei die Lage in besonders sensiblen Bereichen: Dass sie sich „immer wieder an der Grenze ihrer Belastbarkeit erleben“ oder das Überschreiten dieser Grenze „in Form eines gesundheitlichen Zusammenbruchs“ sogar schon am eigenen Leib erfahren hätten, gaben über 50% der Befragten an. Von anderen hochqualifiziert Beschäftigten beklagt nur jeder dritte eine starke oder sehr starke Belastung durch Zeitdruck und Arbeitsaufkommen, von allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten äußert sich nur jeder fünfte entsprechend.

Nach den Analysen der Wissenschaftler, die sich auf langjährige Forschungserfahrung in der IT-Industrie berufen, handelt es sich hier nicht nur um eine kurzfristige Belastungsspitze, sondern um ein generelles Problem. Damit die Leistungsträger der IT-Wirtschaft nicht ausbrennen würden, müsse Gesundheitsförderung vom Randthema zu einem integralen Bestandteil der Unternehmenspolitik und der Organisationsentwicklung werden.

Die Präsentation der Wissenschaftler gibt es hier als PDF (0,4 MB) zum Download.

Das Projekt DIWA-IT wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Betreut wird es vom Projektträger im DLR, Förderschwerpunkt „Präventiver Arbeits- und Gesundheitsschutz“.

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