Bradley Mannings Besucher ferngehalten und schikaniert

Als David House und Bloggerin Jane Hamsher gestern auf der Militärbasis in Quantico vorfuhren, wurden sie von der Militärpolizei verhaftet.

House wollte David Manning besuchen, Hamsher eine Petition mit 42.000 Unterschriften zugunsten Mannings Freilassung übergeben. Offensichtlich sollte es dazu nicht kommen.

House ist einer der wenigen Freunde Bradley Mannings, der ihn besuchen darf, weil er auf der Liste der zugelassenen Besucher steht. Seit September macht er dies regelmäßig, nach eigener Darstellung ist er Mannings wichtigster Besucher außer dessen Anwalt. Nach dem letzten Besuch im Dezember hatte House seine Beobachtungen veröffentlicht, daß es Manning deutlich schlechter geht und er regelrecht verfällt. Außerdem hatte er Mannings Schilderung seiner Haftbedingungen veröffentlicht, die erheblich von der offiziellen Variante abweichen.

Auch diesmal war House sehr besorgt über Mannings Zustand, waren Mannings Haftbedingungen doch wenige Tage zuvor nach einer Demonstration vor dem Militärgefängnis unter einem Vorwand nochmals erheblich verschärft worden. Diese Verschärfung war zweieinhalb Tage aufrecht erhalten worden, bevor sie dann aufgrund einer Überprüfung, die Mannings Rechtsanwalt eingeleitet hatte, wieder rückgängig gemacht werden konnte.

Eine Begründung für die Verhaftung gab es nicht, einer der MPs sprach von „order from the top„. Hamshers Auto wurde abgeschleppt und durchsucht, obwohl sie schon mehrfach damit auf die Basis gefahren war. Erst nach zwei Stunden, als die Besuchszeit für Manning abgelaufen war, wurden House und Hamsher wieder freigelassen. Offensichtlich stellt dies den Versuch dar, Mannings letzte Außenverbindung zu kappen und seine Unterstützer einzuschüchtern. House hat bereits angekündigt, am nächsten Wochenende wieder in Quantico zu sein.

Naheliegend, daß mehr als nur ein zeitlicher Zusammenhang mit der zunehmenden Kritik an Mannings Haftbedingungen besteht:

Unmittelbar vor der Haftverschärfung fand in Quantico eine Demons­tra­tion mit etwa 150 Teil­neh­mern statt.

Mannings Anwalt hat ein Verfahren nach Artikel 138 gegen die inhumanen und übermäßig harten Haftbedingungen eingeleitet.

Der Sonderberichterstatter der UN über Fol­ter und andere grau­same, unmensch­li­che oder her­ab­wür­di­gende Behand­lun­gen oder Bestra­fun­gen, der dem Hoch­kom­mis­sar der Ver­ein­ten Natio­nen für Men­schen­rechte unter­stellt ist, hat eine Untersuchung der UN angekündigt.

Amnesty International hat in einem offenen Brief an Verteidigungsminister Robert Gates und an Präsident Barack Obama eine Untersuchung der Haftbedingungen gefordert.

Berufsorganisationen wie PsySR “Psy­cho­lo­gen für Soziale Ver­ant­wor­tung” kritisieren die Haftbedingungen in einem offe­nen Brief an Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Robert Gates. Veteranen melden sich zu Wort.

Mit anderen Worten: Der Druck beginnt zu wirken.

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Ein Kommentar

  1. Heiner
    Am 2011-02-17 um 16:03 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Wer mit Diktatoren händelt ist selbst nicht weit davon entfernt
    Das Verhalten des Trägers des Friedensnobelpreises Obama ist schändlich.
    Die Veröffentlichung von Staatsgeheimnißen ist gerechtgfertigt wenn hierdurch Verbrechen aufgeklärt werden.
    Egal wo die USA agieren bestätigt sich doch immer wieder, das Sie zu Verbrechen fähig bereit sind und diese auch durchführen.
    Deshalb Herr Obama der „Verräter“ gehört freigelassen und geehrt weil durch seine TAT erst möglich wurde das die USA sich Ihrer Verbrecher in Uniform entledigen können.

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