US-Militärs: Mannings Haftverschärfung unrechtmäßig + keine Verbindung zu Assange nachweisbar [Update]

US-Militär: Bradley Mannings Haftverschärfung war unrechtmäßig, Ermittlungen wurden eingeleitet

Bradley Manning, damals noch in Freiheit

Bradley Manning, Bild von Daniel Joseph und Barnhart Clark

NBC berichtet, “U.S. military officials” hätten zugegeben, daß der Kommandant des Miltärgefängnisses in Quantico, James Averhart, seine Befugnisse überschritten habe, als er Manning unter die verschärften Haftbedingungen (“suicide watch“) stellte – dazu sei nur medizinisches Personal berechtigt.

Leider fehlt an dieser Stelle der Hinweis, daß genau dieses medizinische Personal mehrfach festgestellt hat, eine derartige Haftverschärfung für Manning sei unangebracht (Quelle: Mannings Verteidiger).

Weiter zitiert NBC die Miliärs, Averhart habe Manning unter “suicide watch” gestellt, nachdem dieser angeblich Anweisungen seiner Wachen nicht gefolgt sei. Interessant die Formulierung, denn das “angeblich” wird bereits vom Militärvertreter verwendet; offenbar unterstellt dieser bereits Averhart eine Schutzbehauptung:

 

The official said that after Manning had allegedly failed to follow orders from his Marine guards, Averhart declared Manning a “suicide risk.” Manning was then placed on suicide watch, which meant he was confined to his cell, stripped of most of his clothing and deprived of his reading glasses — anything that Manning could use to harm himself. At the urging of U.S. Army lawyers, Averhart lifted the suicide watch.

Für mich klingt es so, als ob die US-Militärs ein Bauernopfer vorbereiteten.

Die Wortwahl, mit der Averharts Fehlverhalten zugegeben wird, finde ich auch ausgesprochen schwach: “[he] did violate procedure“.

[Update 21h40:

CNN berichtete vor kapp einer Stunde unter Berufung auf Pentagon-Sprecher Pentagon-Sprecher Colonel David Lapan, daß bereits gegen Averhart ermittelt wird.]

Gut möglich, daß auch die Schikane von Mannings Besucher, David House, am Sonntag auf Averhart zurückgeht. House hatte — wie mehrfach zuvor — Manning besuchen wollen und war so lange durchsucht und überprüft worden, bis Mannings Besuchszeit abgelaufen war. Ein MP hatte sich verplappert und “order from the top” als Begründung genannt.

US-Militär: Bradley Manning keine Verbindung zu Julian Assange nachweisbar

 

Laut NBC News, die sich auf die genannten “U.S. military officials” berufen, sei es Ermittlern nicht gelungen, Manning eine direkte Verbindung zu Julian Assange nachzuweisen.

Zwar hätten sie festgestellt, daß Manning — angeblich rechtswidrig — zehntausende von Dokumenten auf seinen Computer heruntergeladen und an eine nicht autorisierte Person weitergegeben habe.

Es gebe aber offenbar keine Beweise, daß er Dateien Assange direkt übergeben oder irgendeinen direkten Kontakt mit Assange gehabt habe.

Via emptywheel.

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