Erster Tag der Anhörung von Bradley Manning vorbei

Mitt­ler­weile ist der erste Tag von Brad­ley Man­nings Anhö­rung vor einem Mili­tär­ge­richt vor­bei. Ergeb­nisse wur­den noch nicht erzielt, ins­be­son­dere ist wei­ter­hin offen, ob die Beweise gegen Brad­ley Man­ning für einen Pro­zeß aus­rei­chen, der dann in eini­gen Mona­ten star­ten könnte.

Bradley Manning in der Anhörung
Bild­quelle: Wil­liam Hennessy/​AP via Guar­dian

Eine lesens­werte deut­sche Zusam­men­fas­sung der Ereig­nisse hat Annika Kre­mer auf Gulli ver­faßt, die dort schon öfters über Man­ning berich­tet hat. In Kre­mers Zusam­men­fas­sung han­delt es sich um eine Art Live­b­log aus zwei­ter Hand, in der sie ver­sucht hat, wäh­rend des Fort­gangs der Anhö­rung aktu­elle Quel­len, die live berch­te­ten, ein­zu­be­zie­hen.
Ich bin gespannt wie es heute wei­ter­geht, wenn die Ver­hand­lung um 10 Uhr Orts­zeit fort­ge­setzt wird (16 Uhr unse­re­rer Zeit).

Für Fire­doglake, ein Polit-​​Blog, das zu Man­nings Unter­stüt­zer­kreis gehört, berich­tet Kevin Gosz­tola aus Anhö­rungs­pau­sen (oder wenn Zuschauer wegen Geheim­hal­tung die Anhö­rung ver­las­sen müs­sen — Gos­zola hat es geschafft, sich als offi­zi­el­ler Pres­se­ver­tre­ter regis­trie­ren zu lassen).

Ed Pil­king­ton twit­tert und bloggt eben­falls live für den Guar­dian aus der Anhörung.

Die Bericht­er­stat­tung in den deut­schen Mainstream-​​Medien war im Vor­feld eher ärger­lich.
Auf B5 aktu­ell, dem Nach­rich­ten­ka­nal des Baye­ri­schen Rund­funks, war vor­ges­tern über die anste­hende Anhö­rung berich­tet wor­den. Dabei wurde die Vor­veru­tei­lung Man­nings durch Barack Obama zwar erwähnt, aber es wurde nicht dar­auf hin­ge­wie­sen, daß Obama des­we­gen scharf kri­ti­siert wor­den war, weil er als Prä­si­dent auch  Ober­be­fehls­ha­ber der Armee ist, und man neben der Öffent­lich­keits­wir­kung einer sol­chen Vor­ver­ur­tei­lung auch eine ent­spre­chende dienst­li­che Anwei­sung dar­un­ter ver­ste­hen kann.
Ges­tern mor­gen hatte der BR sogar eine Kor­re­spon­den­tin vor Ort, die erwähnte, daß Man­ning seit Mai letz­ten Jah­res in Mili­tär­ge­fäng­nis­sen sitzt, ohne dabei auch nur ansatz­weise auf die Umstände ein­zu­ge­hen. Also weder, daß neun­zehn Monate Unter­su­chungs­haft an sich sehr frag­wür­dig sind, noch daß Man­ning acht Monate davon mußte er in Ein­zel­haft ver­brin­gen — unter zum Teil unmensch­li­chen Bedin­gun­gen (Stich­worte “Sen­so­ri­sche Depri­va­tion” und “Iso­la­ti­ons­fol­ter”), die u.A. vom UN– ​​​​Son­der­be­richt­er­stat­ter über Fol­ter und andere grau­same, unmensch­li­che oder her­ab­wür­di­gende Behand­lun­gen oder Bestra­fun­gen, vom einer Gruppe PsySR “Psy­cho­lo­gen für Soziale Ver­ant­wor­tung” Amnesty Inter­na­tio­nal  und vom Aus­schuß für Men­schen­rechte und huma­ni­täre Hilfe des Deut­schen Bun­des­ta­ges kri­ti­siert wor­den sind. Oder daß die Kri­tik an die­sen Bedin­gun­gen P.J. Crow­ley, den U.S. Depart­ment of State Spo­kes­man and Assis­tant Secretary of Public Affairs, sei­nen Job gekos­tet hat. Nichts davon.

Auch im Nach­hin­ein läßt die Bericht­er­stat­tung immer noch zu wün­schen übrig, weil über diese — aus mei­ner Sicht zen­tra­len — Details immer noch unzu­rei­ched berich­tet wird. Eine löb­li­che Aus­nahme stellt der Bericht von Andreas Noll in der Deut­schen Welle dar, natür­lich auch die taz.

Update: Auch die Süd­deut­sche zeich­net ein dif­fe­ren­zier­te­res Bild.

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