Sonntag, 28. Juni 2009

c’t Gehaltsumfrage 2009 nicht kostenlos online [Update: 6 Monate später doch]

Anders als in den Vorjahren scheint es die Gehaltsumfrage der c’t dieses Jahr nicht kostenlos online zu geben, sondern die 5 ½ Seiten müssen als PDF für 0,90 € gekauft werden.

Ich vermute, daß das mit den zunehmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei den Holzmedien zusammenhängt; ín Medienunternehmen und Verlagen sind die Gehälter schwach gesunken (0,2%).

[Update: Am 14.01.2010 wurde die Umfrage dann doch noch als Gehaltsrückschau 2009 online gestellt.]

Generell sind die Gehälter um 4,3% im vergangenen Jahr gestiegen, der Durchschnitt liegt bei 51.100 €. Die Gehaltssteigerungen sind dabei nach Berufserfahrung unterschiedlich verteilt, mit mehr als 7% Zuwachs führt die älteste Altersgruppe ab 41 Jahren, die etwa ein Fünftel der Befragten stellt. Der Altersdurchschnitt liegt bei knapp 34 Jahren – die zugehörige Altersgruppe der 31-35jährigen hat den geringsten Gehaltszuwachs von knapp 1%.

Es gibt unter den knapp 4500 Umfrageteilnehmer etwa 2% Frauen – diese verdienen im Schnitt fast 12 Prozent weniger als Männer (in anderen Branchen noch deutlich weniger).

Wahrscheinlich angesichts der schwierigen Zeiten ist die Wochenarbeitszeit leicht gestiegen: 55,8 % arbeiten 45 Wochenstunden (Vorjahr 54,4%); in Geschäftsführung, Beratung und Marketing wird deutlich mehr gearbeitet.

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Sonntag, 18. Januar 2009

China verschärft die Zensur und stellt fünf Milliarden Euro für Propaganda bereit

China verschärft die Zensur nach den Olympischen Spielen weiter. Nachdem — wie bereits von mir berichtet — westliche Websites, die während der Olympiade kurzfristig zugänglich waren, wieder zensiert werden, wurde nun auch eine liberale Blog-Plattform, bullog.cn, zusammen mit weiteren 90 Websites geschlossen.

Als Grund für die Schließung von bullog.cn wird die Charta 08 vermutet. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hatten

am 9. Dezember [...] zunächst 303 chinesische Journalisten, Schriftsteller und andere Intellektuelle diesen programmatischen Aufruf für Demokratie veröffentlicht. [...] Inzwischen haben mindestens fünf der Stars von bullog.cn die Charta unterzeichnet, darunter der Künstler Ai Weiwei. “Die meisten Chinesen haben über bullog.cn von der Charta erfahren”, sagt An Ti [Medienforscher und Blogger auf bullog].

Die Kommunistische Partei Chinas, deren Entmachtung in der Charta 08 offen gefordert wird, hat einen der Initiatoren des Pamphlets ins Gefängnis werfen lassen. Liu Xiaobo ist kurz nach der Veröffentlichung spurlos verschwunden. Rund 100 weitere Unterzeichner sind verhört worden.

Die Süddeutsche stuft diese Maßnahmen als relativ mild ein, gemessen an den “üblichen” chinesischen Standards.
Offenbar sieht sich China einerseits stark unter Druck und andererseits stark unter Beobachtung. Das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich deutlich, die Finanzkrise hat es  nicht verschont und die Arbeitslosigkeit nimmt zu. Soziale Unruhen werden daher erwartet. Außerdem stehen der zwanzigste Jahrestag des Massakers auf dem “Platz des Himmlischen Friedens” bevor, sowie das fünfzigste Jubiläum der Machtübernahme Chinas in Tibet und das sechzigste Jubiläum der Partei.

Daher ist offenbar ein diskreteres Vorgehen gefragt, schreibt die Süddeutsche weiter:

“Die kommunistische Führung Chinas hat längst nicht mehr das Ziel, alle Informationen zu 100 Prozent zu kontrollieren. Dieses Ziel hat sie schon lange aufgegeben. Sie wollen die öffentliche Meinung lediglich steuern, beeinflussen. Ihr Ziel ist der Erhalt der eigenen Macht”, sagt Rebecca MacKinnon, Professorin für Neue Medien an der Hongkong-Universität.

Ein ausgeklügeltes System von Zensur, Gegenpropaganda und technischen Filtern auf mehreren Ebenen ist das Resultat dieser strategischen Grundsatzentscheidung. Lokalregierungen in Chinas Provinzen bezahlen sogar Tausende von Studenten dafür, dass sie im Internet regierungsfreundliche Propaganda verbreiten. Als “wumaodang”, die Fünf-Mao-Partei, werden diese Schreiberlinge von den anderen Internetbenutzern belächelt, weil sie angeblich für jeden liebedienerischen Blog-Eintrag fünf Mao bekommen, also einen halben Yuan oder umgerechnet fünf Euro-Cent.

Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, hat die Chinesische Regierung gerade fünf Milliarden Euro für Propaganda bereitgestellt. Damit reagiere die Regierung auf ein Jahr, in dem ihre nationale Imagepflege die Planvorgaben weit verfehlt habe:

Eigentlich wollte China die Olympischen Spiele zur glanzvollen Selbstinszenierung nutzen. Doch das Sportfest wurde überschattet von kritischen Meldungen über die Krawalle in Tibet und die Fackellaufproteste, über Pekings Menschenrechtspolitik und seine Rolle im Darfur-Konflikt, über Chinas Umweltprobleme und den Milchpulverskandal.

Was aus westlicher Sicht als gebotene kritische Berichterstattung galt, sah die Pekinger Führung als antichinesische Verschwörung. Feindliche Mächte hätten Presseberichte benutzt, “um unsere Nation zu verteufeln und zu dämonisieren”, schrieb im November die Volkszeitung, das Leitmedium der Kommunistischen Partei, und kündigte an, die Regierung werde sich künftig verstärkt um die “internationale Vermittlung von Informationen und Ideen” bemühen, um Chinas “ideologische Sicherheit zu schützen, die Großartigkeit des chinesischen Volkes zu verdeutlichen und China zu einer echten Weltmacht zu machen”.

Auch wie dies geschehen soll, berichtet die FR:

Die Regierung will so weit wie möglich beeinflussen, welche Bilder international gesendet, welche Fakten berichtet und welche Meinungen zitiert werden. So soll Xinhua einen 24-stündigen Nachrichtensender einrichten. Auch das Staatsfernsehen CCTV, das international bereits in chinesischer, englischer, französischer und spanischer Sprache sendet, will sein Programm ausweiten und zusätzlich einen russischen und arabischen Kanal einrichten.

Gleichzeitig wird das englischsprachige Internet- und Printangebot ausgeweitet. Gleich mehrere Portale sollen Online-Nachrichten bereitstellen. Die als nationalistisch geltende Zeitung Huanqiu Shibao, ein Ableger der Volkszeitung, plant von Mai an eine englische Ausgabe, die eine Alternative zu anderen englischsprachigen Tagesmedien wie China Daily oder Shanghai Daily darstellen soll.

Auch Magazine wie China Newsweek sollen künftig international erscheinen und vertrieben werden.

Dabei seien die Vorbereitungen offenbar schon recht weit gediehen. Offizielle Presseorgane wie die Nachrichtenagentur Xinhua, der Fernsehsender CCTV und die Volkszeitung erarbeiteten derzeit zusammen mit internationalen Beratern Expansionskonzepte und rekrutierten bereits hunderte ausländische Journalisten. Mit Monatsgehältern von teilweise mehr als 3000 Euro — dem Zehnfachen chinesischer Löhne — wollten sie erfahrene Medienleute gewinnen, die Pekings staatlich sanktionierte Weltsicht für die globale Öffentlichkeit überzeugend aufbereiteten.

Via medienlese.com.

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Dienstag, 23. Dezember 2008

In China wird wieder schärfer zensiert

BBC Chinese .com
© BBC

Nach einem Bericht der BBC wird in China wieder schärfer zensiert. Die chinesische Website der BBC, BBCChinese.com, die während der Olympiade zugänglich war, ist nun wieder gesperrt.

Außer der Seite der BBC sind auch Asiaweek, Reporter ohne Grenzen und einige Sites aus Hongkong und Taiwan gesperrt.

In einer Pressekonferenz weigerte sich der Sprecher des Außenministeriums, zu bestätigen, daß die chinesische Regierung hinter der Zensur steckt.

Quentin Sommerville von der BBC in Peking kommentiert:

China steht ein schwieriges Jahr 2009 bevor — es wird erwartet, daß die dramatische Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und zunehmende Arbeitslosigkeit sozialen Unruhen bringen werden.

Außerdem stehen der zwanzigste Jahrestag der brutalen Niederschlagung der Proteste auf dem “Platz des Himmlischen Friedens” bevor, sowie das fünfzigste Jubiläum der Machtübernahme Chinas in Tibet.

Zensur und interne Sicherheitsmaßnahmen werden im nächsten Jahr also wohl noch zunehmen.

Via golem.de.

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Freitag, 24. Oktober 2008

Systems08: Die Systems ist zu Ende, die Bloggerlounge geht weiter!

Die Systems 2008 ist zu Ende. Die Systems auch.

Die Systems ist zu Ende

Mir hat das Bloggerlounge-Experiment sehr gut gefallen. Ich fand auch den Perspektivwechsel zum Berichterstatter sehr interessant. Live-Bloggen war für mich völlig neu und in Twitter bin ich erst seit dem Barcamp.
Ich habe viele interessante Gespräche geführt und auch einige interessante Leute kennengelernt.
Vielen Dank auch an den Czyslansky-Forscher Dr. Michael Kausch von vibrio für die Einladung zu einem interessanten Abend und an Alexander Broy für die Vermittlung dieser Einladung.

Sehr positiv aufgefallen ist mir, daß nicht nur alle Beteiligten mit viel Engagement bei der Sache waren, sondern daß auch etliche ranghohe Manager der Messe AG großes Interesse an der Bloggerei hatten und sich persönlich ein Bild von der Bloggerlounge gemacht haben.

Schön, daß auch von externer Marketing-Seite das Echo sehr gut war:
Offenbar hat “Mr Social Media” Jörg Blumtritt vom Burda Community Network heute beim Performance Marketing Day die Bloggerlounge als Best Practice Beispiel für den Marketing-Einsatz von Blogs und Twitter genannt. Auf sie aufmerksam wurde er in Twitter.

Ich freue mich auf die Bloggerlounge 2.0!

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Donnerstag, 23. Oktober 2008

Systems08: “Wettlauf um die besten IT-Talente” (Podiumsdiskussion)

Podiumsdiskussion der Agentur für Arbeit

Teilnehmer:
AK Anja Kettner, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit
MM Maximilian Mikli, Phadiso GmbH
TM Thomas Mosch, BITKOM e.V.
TS Thomas Siegner, Cirquent GmbH
HWW Hans-Werner Walzel, Agentur für Arbeit München

Moderation:
TR Till Rüger, Bayerischer Rundfunk

… die ersten 7 Minuten verpaßt
Es geht um die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Personalplanung

MM: MA wurden abgeworben, NICHT vorsichtiger in Einstellungspolitk

AK: Betriebsbefragung aus dem 3. Quartal (d.h. VOR der Krise), Arbeitskräftebedarf in Westdeutschland leicht rückläufig
SW-Entwickler seit Q2 rückläufig, neueste Entwicklung noch offen, morgen neue Befragung

TM: Umfrage des BITKOM von gestern
85% der Unternehmen sagen, daß sie ihre überwiegend expansive Personalplanung beibehalten, 13% überdenken ihre Politik

TR: Welche Fehler darf man nicht machen?

AK: Keine Studenten von den Unis (ohne Ausbildung) abwerben, wie um 2000 herum.
Etwas mittelfristigere Personalpolitik notwendig, Mitarbeiter weiterbilden, wenn Zeit dafür da ist, die Ansprüche steigen – technisch + vertrieblich
Rechtzeitig investieren für nächsten Aufschwung

HWW: Unterstützt Forderung nach mittelfristiger Personalpolitik
Kräfte binden, der nächste Abschwung kommt, der nächste Aufschwung aber auch.
Personalabbau darf nicht an erster Stelle der Sparmaßnahmen stehen. Erst mal Strukturen prüfen! Personalabbau wird sich bitter rächen.

TS: Wehrt sich gegen die Parallele heute || dotcomblase
Heute Problem: die Investitionen werden knapper
Branche hat aus der schlechten Erfahrung gelernt.

MM: Plant 1/2 Jahr im Voraus.
Hat die Krise voll erlebt, konnte erst 4 Jahre später gründen
MA als Wert, aufgrund Know-How, Stamm-Team muß gehalten werden.

HWW: Investitionen in Personal notwendig, Deutschland ist auf Platz ~14 der Industrienationen, was betriebliche Weiterbildung betrifft.
Seit 2 Jahren finanziert die AA ein Programm für betriebliche Finanzierung. wird nicht so angenommen, wie gedacht.
Weiterbildung im Betrieb, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden

TS: IT-Branche steht besser da, als Gesamtwirtschaft

TM: 45.000 offene Stellen in der IT, 11.000 langfristig offen – weit davon entfent, das Defizit zu füllen.
Sensibilität für Mitarbeiter ist da

MM: Mischung der MA sehr interessant, angefangen mit Jüngeren, Durchschnitt 32, Ältere eingestellt, um Erfahrung einzukaufen, ab 53 aufwärts, von der Mischung profitieren beide Seiten.
Nur positive Erfahrungen, keine Kommunikationsprobleme, keine Rangordnungsprobleme
Erfolgsmodell

HWW: Keine Ausnahme für die letzten 2-3 Jahre auf dem Münchner Markt, in allen Branchen, vermehrt, aber letztlich nur punktuell. AA unterstützt finanziell.

AK: Zu befürchten, daß dieser Trend eingeht.
Es gibt 40.000 Akademikerinnen, die dem Markt nicht zur Verfügung stehen
Unterstützung fehlt, flexible Zeitmodelle
30% Akademikerinnen kinderlos wegen großer Investition in die Karriere
IT-Branche muß handeln

TS: Sein Unternehmen ist sehr flexibel
Unterstützt Forderung

MM: 2 Frauen von 14, 1 Recht, 1 Buchhalterin
Flexible Zeiten notwendig, 1 Erziehender Vater, Frau voll berufstätig, SW-Entwickler

TM: Sieht deutlichen Sinneswandel
Jugendwahn um 2000 herum ist vorbei
100 gehen in Rente, 90 kommen nach, wird sich bei IT noch verstärken
Es wird mehr in ältere AN investiert
Verband startet Forschungsprojekt IT50+ mit Wissenschaftlern: Untersuchen Beschäftigungsfähigkeit Älterer, in den höherqualifizierten Jobs
Frauen: Problem fängt früher an, als bei den Zeitmodellen, nur 18% Informatikerinnen, bei Elektrotechnik noch viel viel schlechter, kriegen Frauen nicht in Studiengänge.
Arbeitszeitmodelle der Branche wesentlich besser als der Durchschnitt, sieht aber noch viel zu tun

HWW: Sieht branchenübergreifend keinen Trend, nur punktuelle Lichtblicke mit Tendenz zum Wachsen.
165 arbeitslose Informatiker in München, langzeitarbeitslos: “ältere Arbeitslose Informatiker haben keine Chance”
Angebote der AA werden nicht genutzt
Genannte Gründe:
- “Wissen ist veraltet” schnellebige Branche, stimmt
Unternehmen nehmen sich keine Zeit für Nachqualifizierung
- Ältere seien weniger teamfähig – hält er für Vorwand

MM: Sieht eine Quote 1:10 für Bewerber, mit jedem 10ten könnte er es sich vorstellen

TS: Hat 110 offene Stellen, hält sich als 56Jähriger nicht für ein Problem, Firmendurchschnitt über 40

TR: Finanzkrise hat den IT-Arbeitsmarkt nicht erreicht, fragt nach ausländischen Fachkräften, Outsourcing, Offshoring, wie ist da der Trend? Neue Erkenntnisse?

TM: Möchte differenzieren zwischen Zuwanderung und Offshoring
Greencard ist Erfolgsmodell: 17.000 (?) ausgestellt, davon 75% in mittelständische Unternehmen
Mindesteinkommen wurde gesenkt, aber nicht genug, müßte offensiver gehandhabt werden.
Offshoring wird in der Branche zwiespältig gesehen
Es gibt eine Reihe Unternehmen, die wieder in-shoren, es gibt auch gegenläufige Bewegung, Offshoring wächst niedrig einstellig
Für manche Unternehmen kein Erfolg

TS: Hat buntes Bild bei den Mitarbeitern, auch Branche ist international
Trend zum Outsourcing in der Entwicklung ungebrochen, Basis ist gestiegen.
Der Systembetrieb wandert auch aus.
In der Beratung gabs nie einen Trend zum Outsourcing – geht nicht, hängt vom Kunden ab.

MM: 1mal Offshoring, lief nicht so gut. sehr sehr kritische Applikationen in Pharmazie, braucht MA vor Ort
Sogar Schweizer kaufen bei ihm ein, Qualitätsstandard in Deutschland sehr hoch,

TR: Frage nach Blick in die Zukunft

HWW: Kann nicht weiter als 1/2 Jahr sehen, weiter ist sehr schwer, bleibt dabei, daß mittelfristige Personalpolitik notwendig ist.

MM: Erweiterung der Geschäftsbereiche im Vordergrund, expandiert sehr stark, will Mitarbeiter binden, Kernteam in der Firma halten, qualifiziert Fachkräfte selbst nach.

AK: Wettlauf um MA wird sich intensivieren. Geburtenstarke Jahrgänge werden langfristig nachlassen, Nachwuchs fehlt
Alle müssen ihre Aufgaben machen, nicht nur Unternehmen, auch Politik
Bildung fehlt, auch für Zuwanderer, aufgrund Bildungssystem-Mängeln
Sieht Probleme für den Wohlstand in Deutschland, wenn nichts passiert

TS: Absurde Renaissance der Realwirtschaft, absurd weil Virtualisierung stark wachsen wird, Zukunft der Branche, fürchtet den Fachkräftemangel, den Generationswechsel
Er ist “digital immigrant”, seine Kinder “digital natives” laut Gartner Group

TM: Will nicht über 1-2 schwierige Jahre reden, sondern über 10 Jahre oder mehr
Ordnungspolitische Prio 1: Bildung
Bildungsgipfel lächerlich, föderale Zuständigkeiten unwichtig
Naturwissenschaften schwach vertreten, alle Kinder nutzen Technik, zu wenige interessieren sich für das Dahinter

ENDE

Das ist die Live-Mitschrift des Podiums, daher nur in Stichworten.

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Mittwoch, 22. Oktober 2008

Systems08 — Live-Bericht Pressekonferenz: Die Systems ist tot, es lebe die “…”!

Pressekonferenz zur Systems — “Ideas for Better Business”

Veronika Laufersweiler, Geschäftsführer SecuMedia Verlags GmbH
Klaus Dittrich, Geschäftsführer Messe München

Pressekonferenz: Die Systems ist tot, es lebe die '...'
Begrüßung durch Julia Haigis, Manager Marketing & Communications New Technologies

Die Systems verläuft wie geplant.

Im nächsten Jahr: Eine Spezialmesse zum Thema “IT-Security” + eine weitere neue Spezialmesse lösen die Systems ab.

Im Sommer die IT-Security Messe. im Herbst völlig neues ITK-Event, eine neue B2B-Messe-Plattform

Entscheidung zu einem Zeitpunkt, zu dem Systems sehr gut läuft, u.a. führende B2B-Messe in der ITK-Branche, parallele Spezialkonferenzen von großen IT-Firmen.

Ausrichtung der neuen Messe an 5 Trends:

  1. Elemente der Freizeit
    IT ohne Computer “pervasive computing”
    keine Kühlschränke auf der Messe, keine Ausreichung auf endverbraucher
    B2B-Messe für IT für TK für Unterhaltungselektronik und ambient solutions
  2. Vernetzungsgrad wird immer komplexer
    Neue Messe-Plattform für Entscheider
    Als Wegweiser
  3. Alle Geräte können immer mehr
    Vertrauen in die Marken spielt eine Rolle, mehr Möglichkeiten für Markenkommunikation
    flexibler, emotionaler
  4. Infrastrukturentscheidungen werden immer wichtiger
    z.B. im Lizensierungsbereich
    Ausreichend Raum für Diskussionen auf neuer Plattform
    Konferenzen und Diskussion nicht als Bei-Programm
    hin zur Interaktion
  5. Strategische Debatten erfordern internsiveren Gedankenaustausch zwischen Technikern und Entscheidern
    Internet als Plattform eines öffentlichen Diskurses
    Bloggerlounge als Versuch, diesen Diskurs einzubinden

Neues Event mit einheitlicher strategischer Ausrichtung

  • interaktiver, emotionaler
  • Integration gesellschaftlichen Debatten
  • Internet als integraler Bestandteil dieses Events

Ergebnis eines internen Think-Tanks der Messe
Erste Gespräche mit einigen Unternehmen

Plan für Gesamtkonzept bis Ende November

Kein Abklatsch der Systems, neuer Anfang, neues Konzept
Will in 5 Jahren europaweit Aufmerksamkeit, 5-6 Hallen füllen, 50-60.000 Besucher.

Warum Ankündigung mittendrin? Fairneß gegenüber Kunden, Diskussion mit den Kunden auf der Systems 2008

ITSA München – regionaler Charakter, europaweite Ausrichtung
3 Tage, 23.-25. Juni 2009
Bisher ~300 Aussteller, gute Ausgangsbasis, Wunsch nach eigener Messe wurde öfters geäußert.
Regelmäßig Bestnoten bei Besuchern und Ausstellern

Fragen + Antworten:

  • Neuer Name wird mit neuem Konzept vorgestellt (November)
  • Communications World bleibt erhalten (integrierter Ansatz)
  • Idee holterdipolter? Konzept wird seit Monaten erarbeitet, Geheimhaltung wegen Erfolgs Systems 2008
    ITSA schon sehr konkret
    Neuer Event noch im Grobkonzept – frühestmöglicher Zeitpunkt für Ankündigung
  • Finanzierung: Künftig Interaktion im Fokus – dadurch nicht mehr Vermietung von Standfläche. Mitwirkung wird kostenpflichtig werden. Preis- und Beteiligungsmodelle in der Diskussion mit Kunden
  • Auch weiterhin Integration von Firmenveranstaltungen
  • Was macht man anders als CeBIT, die sich ständig an Situation anpaßt, wie will sich die neue Messe dagegen positionieren?
    Radikaler Schnitt wird von Messeleitung für notwendig gehalten.
  • Gesellschaftliche Öffnung u.a. mit der Bloggerlounge, das ist kein Hype, sondern wird eine nachhaltige Entwicklung einleiten

Update:
Auch die “offizelle” Presse hat inzwischen berichtet.
heise.de 14h01, also fast eine Stunde später,
golem.de 14h50, eindreiviertel Stunde später.
Oliver Gassner und Raphael Haase waren auch da, Christian Hubel und Thorsten Ulmer berichteten dank Twitter und Oliver Gassners Tweets aus zweiter Hand aus der Bloggerlounge.

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Mittwoch, 22. Oktober 2008

Systems08: Internet World — Special Personalentwicklung (Podiumsdiskussion)

Personalentwicklung: Zukunftsmarkt und Jobmotor

Diskussionsteilnehmer:

  • DC Dwight Cribb, Gründer und Geschäftsführer, Dwight Cribb Personalberatung GmbH
  • MS Martin Schmidt, Mitbegründer und Geschäftsführer, JobLeads GmbH
  • SH Svenja Hofert, Karriereberaterin und Autorin, Karriere & Entwicklung
  • HZ Prof. Hansjörg Zimmermann, Geschäftsführer “Das Goldene Vlies GmbH”

Moderation:

  • HRF Harald R. Fortmann, Vizepräsident BVDW e.V. und Managing Director Platform-A

HRF:
Einführung
20k Stellen in der Digitalen Wirtschaft unbesetzt

Themen:

  • Recruiting
  • MA halten
  • Aus- und Weiterbildung, Gehälter

Vorstellungsrunde:

MS: Innovative online-Plattform für Jobvermittlung durch persönliche Empfehlung, Erreichen von nicht aktiv suchenden Mitarbeitern, Erfolgsprämie, Jobleads macht vor-Abgleich der Führungskräfte.
knapp 12 Monate online, über 100 Unternehmen, 4 Mio Prämien ausgelobt

SH: erstes Buch zum Thema online-Beratung, 1998, hört viel von Fragen/Problemen als Beraterin

HZ: Agentur-Geschäftsführer, seit 2001 Professur MHMK Medienhochschule@muc, Bachelor + Master, Studiengang Online-Marketing 8-monatiges Wochenendprogramm

DC: Seit ’98 im Recruiting, Personalsuche. Findet Initiative zur Ausbildung gut

HRF: Google hat 148 Stellen offen – seit Jahren
BVDB-Akademie zur Koppelung  Unternehmen und Ausbildung
Zitat “Besser in Ausbildung investieren, als in Headhunting”

SH: findet Google-Beispiel sehr prägnant
Anspruch der AG zu hoch, zu wenig Bereitschaft, Anpassungsqualifizierungen zu machen, Leute einzustellen, die nicht 1:1 passen. AG bieten nicht genug Lockendes für erfahrene MA.

HZ: Kein Investieren der AG in guten wie in schlechten Zeiten
gut: keine Zeit
schlecht: kein Geld
Erfahrung im Personalmanagement und der Beschaffung fehlt, Personalmanagement müßte eigentlich outgesourced werden

SH: bestätigt, daß Personalabteilungen oft die Lebensläufe nicht verstehen, besonders auch in der klassischen IT

MS: sieht Fach- und Führungskräftemangel
sieht seine Plattform als Möglichkeit die Unternehmen in der Zielgruppe bekannt zu machen.
Greift Anpassungsqualifizierung auf: Wie MA halten? Findet zu wenig statt, daher die hohe Fluktuation.

Zuhörer: Würde HR gerne stärken, nicht outsourcen, HR ist zu sehr nur administrativ tätig, Geschäftsführung muß Experten involvieren, “insourcing”, Leute punktuell dazunehmen

HZ: Zustimmung, sieht aber in der Praxis Probleme

DC: Larmoyanz der Branche ist alter Hut, IT-Branche seit 40 Jahren, Online-Branche seit 15 Jahren
Ausbildung fehlt

HRF: Spricht Azubi-Frage an, Qualität Azubis war katastrophal, war auf Initiative-21-Kongreß der CeBIT, hat Stellenprofile Online-Marketing vorgestellt, waren kaum bekannt bei Studenten.

SH: Diese Berufe sind bekannt. Auf dem Radar der Bewerber nur ein paar Großunternehmen, Personalmarketing fehlt, auch an den Universitäten. Gibts nur punktuell, fehlt aber Flächendeckend.

DC: BWLer kennen die Strukturen der realen (Online-)Wirtschaft nicht. Bestes “Rohmaterial” nehmen und ihnen “das Richtige beibringen”. “Wir müssen mit dem arbeiten, was da ist”.

SH: Ausweiten der Interessentenpools, Professoren müssen anders kommunizieren, nicht nur Großunternehmen.

HZ: Seine Studenten sollen sich informieren, 25 Studenten sollen sich auf Panels verteilen, je einen Gastredner für späteren Termin @Uni akquirieren. Ist das zweite Mal, dieses Mal war es relativ schwierig.
Medientage ist extrem schwierig, wollen 49€ Eintritt, sperren sich sehr.

MS: Verzahnung Uni/Wirtschaft i.d.R. schwierig, Umdenken ist notwendig, kommt langsam

HRF: Digitale Branche lebt überwiegend von Mittelständlern, kaum Großunternehmen, Employer Branding ist dort kein Thema, unbekannt aufgrund mangelnder Erfahrung der Geschäftsführung
Frage: Was kann man diesen GF in Richtung Employer Branding mitgeben?
Frage: Work-Life-Balance findet in Großunternehmen statt, Mittelständler
kaum, was kann ein Mittelständler mitnehmen?

SH: 4-Tage-Woche schwierig

HZ: Agenturen sind i.d.R. zu borniert für differenzierte Arbeitszeiten. 25- oder 32-h-Wochen lohnen sich für AG, weil Mitarbeiter sehr effizient.
Bejaht höheren Organisationsaufwand (z.B. für Meetings), betont aber, daß es sich lohnt

MS: Viele Unternehmen erkennen nicht den Wert der Work-Life-Balance für Personalakquise. Schaffung entsprechender Möglichkeiten hat große Auswirkung auf Attraktivität

SH: Auch viele Männer – mit und ohne Kinder – wollen nicht 12 bis 16h arbeiten! Viele Agenturen arbeiten immer noch

MS: Entsprechende Situation wird als Unternehmenskultur getarnt.
Wichtigstes Argument für Stellensuche ist die Empfehlung, der Ruf, den ein Unternehmen hat. Mißstände sprechen sich herum.

DC: Manche Unternehmen sind bekanntermaßen “Durchlauferhitzer” für 2-3 Jahre

HRF: Hat in Ausbildung investiert, sprach sich herum, MA werden ihm für das Doppelte von Großunternehmen abgeworben. Kann damit nicht konkurrieren.

DC: Wertschöpfung aus dem MA muß während der Ausbildung stattfinden.
Gehaltssprünge in deutschen Unternehmen sind sehr schwierig, kontinuierliche Gehaltsentwicklung ist notwendig

SH: In Agenturen keine Personal-Jahresgespräche keine definierte Entwicklung, Geld ist eine Form der Wertschätzung

HZ: Werschätzung jenseits von Gehalt wird häufig nicht vermittelt.
MA müssen sich weiterentwickeln, kommen auch häufig auch zurück.
Honorarfrage schlägt auf Gehälter durch, es werden keine vernüftigen Honorare gezahlt.

DC: Wertschätzung wichtig, Unterschied eigenes Unternehmen zu anderen muß der AG herausarbeiten, Werte sichtbar machen, MA stellen bei Bewerbung wenigsten richtige Fragen

Zuhörer (ich): Diskrepanz zwischen Profil und Bewerber, das “eigentliche” Profil wird nicht kommuniziert, oft erst im ersten Bespräch als Negativ-Schablone am konkreten Bewerber herausgearbeitet

HRF: Recruiter muß das Profil vom Kunden aktiv erfragen und auch Aufträge ablehnen, wenn er die Details nicht erfährt

HZ: Es gibt nur die Ausbildungsberufe Mediengestalter & Kommunikationskaufmann, nicht mehr. Prüfungsinhalte sind praxisfern.

HRF: Für Schüler zu wenig Bewußtsein für Berufsspektrum der Branche
Angebot an Unis, das Bewußtsein zu schaffen, Zusammenarbeit mit Professoren wurde harsch abgelehnt.
Anderes Thema: Platzende Blase führte zur Nomalisierung der Gehälter, im Moment steigen die Gehälter wieder an. Frage nach der Wahrnehmung der Gehaltssituation an die Runde.

SH: Sieht 2 Richtungen: Niedrig-Gehälter in der Grafik – in der IT große Gehälter

MS: Bestätigt beide Tendenzen, sieht Gehaltsstop bei Großunternehmen mit Auswirkungen auf Niedriggehälter

DC: Sieht über die letzten Jahre eine ansteigende Gehaltsentwicklung im internationalen Bereich.

HZ: Sieht generell Diskrepanzen bei Branche Digitale Welt im Vergleich zu “echten” Berufen (Krankenschwester). In Spanien sind die Gehäter der Branche ungefähr die Hälfte.

Zuhörer: Sieht systemisches Problem: In Großkonzernen bessere Bedingungen, nicht nur Gehalt.

HZ: Stimmt zu, Agentur kriegt keine interssanten MA, weil Bedingungen zu schlecht.

Zuhörer: Agenturen müssen ihre USP herausarbeiten

HRF: Frage nach Frauen in der digitalen Wirtschaft

SH: Frauen fordern Zielvereinbarungen, Gehaltserhöhungen eher nicht aktiv ein. Bornierte Chefs, meist Herren.

MS: Frauen als Mütter beiben oft in der Defensive

SH: Frauen weniger fordernd, mehr zurückhaltend. Es gibt AG, die einen “Risiko-Discount auf Frauen unter 40″ einplanen

HZ: “Jungs machen naturgemäß einen auf Dicke Hose”
Beispiel: Senior-Projektmanagerin bewirbt sich auf Junior-Positionen
Männer würden das nie so machen.
Schwangerschaft “einzupreisen” ist Unsinn, es gibt genügend Möglichkeiten.

ENDE

Das ist die Live-Mischrift des Podiums, daher nur in Stichworten.
Ich fand’s wirklich interessant, auch das anschließende Gespräch mit Svenja Hofert, die offenbar mein Blog öfters liest.

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Samstag, 18. Oktober 2008

Systems 2008: Akkreditierung als Blogger

Gerade habe ich von der Systems die Zusage zur Akkreditierung erhalten. Dies bedeutet, daß ich mich wie ein Pressevertreter auf der Systems bewegen kann. Außerdem gibt es in Halle B1 am Stand 139 eine Blogger-Lounge und ein dazu passendes Weblog.

Zustande kam der Kontakt letztes Wochenende auf dem Münchner Barcamp.

Ich wäre sowieso auf die Systems gegangen, Kontakte knüpfen und auffrischen, mich mal umsehen. Insofern paßt es ja. Außerdem gibt es auf der Systems neben einigen interessanten Fachvorträgen (u.a. zu Projekt- und Kundenmanagement) auch einige Angebote zum Thema Bewerbung, Weiterbildung und Personalentwicklung, das ja auch öfters Gegenstand dieses Weblogs ist. Die JobTown in Halle B2 ist ja einer der Schwerpunkte der Systems.

Ich finde es gut, daß sich die Systems in dieser Form mit der Bloggerei beschäftigt. Also ohne eher bodenständig und ohne gelecktes Premium-Blog. Die CeBIT hatte es ja im Sommer in anderer Form und insbesondere auch mit Anspruch versucht und ist gescheitert. Vor Allem auch aufgrund genau dieses Anspruchs, den alle Beteiligten nicht einlösen konnten und der auch mit dem wohlverdienten Schmäh kommentiert wurde.
Es wundert mich nur, daß  — wie man mir versichert hat — die PR-Abteilung der Messe nichts von diesem Mißerfolg der CeBIT weiß.

So oder so, ich bin gespannt, wie das Ganze ausgeht.

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Freitag, 10. Oktober 2008

BITKOM: Deutscher IT-Arbeitsmarkt derzeit stabil, Zurückhaltung für 2009

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien geht davon aus, daß in diesem Jahr die Zahl der Beschäftigten auf den Gebieten Informationstechnik und Telekommunikation trotz abflauender Konjunktur um weitere 3000 auf 829.000 wachsen wird.
Die konjunkturellen Turbulenzen seien auf dem deutschen Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte bislang nicht zu spüren. Weite Teile der Branche litten sogar weiterhin unter einem Mangel an gut ausgebildeten IT-Experten.

Im kommenden Jahr dagegen gebe es nur dann neue Arbeitsplätze, wenn die Finanzmarktkrise schnell bewältigt und das Bildungssystem auf Vordermann gebracht werde.

Softwarehäuser und IT-Dienstleister seien die Motoren in diesem Segment. Sie hätten seit dem Jahr 2001 allein rund 100.000 zusätzliche Stellen geschaffen. Insgesamt seien im vergangenen Jahr etwa 13.000 neue Stellen entstanden, deutlich mehr als die vom BITKOM erhofften 3.000 Stellen.

In diesem Jahr schaffe laut einer BITKOM-Umfrage gut die Hälfte der Unternehmen zusätzliche Arbeitsplätze. Ein Drittel werde die Zahl der Beschäftigten voraussichtlich stabil halten, und 16% müßten Stellen streichen.
Die Ursache dafür sieht der Verband im scharfen Preiswettbewerb einerseits und im tiefgreifenden Wandel weg von der klassischen Nachrichtentechnik hin zu weniger arbeitsintensiven Software-Lösungen andererseits.
Das führe zu der Situation, dass in dem einen Branchensegment Experten fehlen, während in einem anderen Bereich Arbeitsplätze abgebaut werden müssen.
Unter dem Strich sei die Job-Bilanz der Hightech-Branche 2008 im fünften Jahr in Folge positiv.

Dies wird von den offiziellen Arbeitslosenzahlen gestützt:

abeitslose IT-ler September 2008

In der Septembermitteilung der Bundesagentur für Arbeit heißt es, die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen im IT-Bereich sei von 29.645 im August auf 28.087 im September leicht gefallen. Allerdings klammert diese Statistik Arbeitslose, die bei kommunalen oder sonstigen Trägern gemeldet sind, sowie u.a. auch Personen mit 1-Euro-Jobs und Teilnehmer von Qualifizierungs- und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen aus.

Via golem.de.

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Sonntag, 13. Juli 2008

China: Immer noch keine freie Berichterstattung — Eutelsat beugt sich dem Wunsch nach Zensur

Einen Monat vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking kritisiert Reporter ohne Grenzen (“ROG”) auf das Schärfste, daß die chinesische Regierung noch immer keine freie Berichterstattung im Land zuläßt – entgehen entsprechender Zusagen bei der Vergabe der Spiele. Gleichzeitig begrüßt ROG die Resolution des Europäischen Parlaments. Aus der Pressemitteilung dazu:

Das EP bedauert, daß in den Beziehungen zu China zwar große Fortschritte in den Bereichen Handel und Wirtschaft erzielt wurden, daß diese jedoch mit “keinen wesentlichen Erfolgen” in Fragen der Menschenrechte und Demokratie einhergegangen sind. Zudem sei die Menschenrechtslage in China in Anbetracht weit verbreiteter und systematischer Menschenrechtsverletzungen nach wie vor “besorgniserregend”.

China müsse seine bezüglich der Menschen- und Minderheitenrechte, der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit eingegangenen Verpflichtungen einzuhalten, auf die das Internationale Olympische Komitee (IOK) verwiesen hat, als es beschloß, diesem Land die Ausrichtung der Olympischen Spiele zu gestatten.

Die Abgeordneten verurteilen darüber hinaus die häufige Verhängung der Todesstrafe und fordern die chinesischen Regierungsstellen auf, ein Moratorium für die Vollstreckung der Todesstrafe zu verhängen. Schließlich fordert das Parlament einen “Gnadenerlaß für alle inhaftierten politischen Gefangenen und Menschenrechtsaktivisten”.

„Glaubt die chinesische Regierung etwa, daß diese Spiele ein Erfolg werden können, obwohl sie sich weigert, politische Gefangene freizulassen und die Pressefreiheit weiterhin mit Füßen tritt?“, fragt ROG. „Noch immer sind rund 80 Journalisten und Internetdissidenten wegen ihrer Berichte im Gefängnis, noch immer werden Internet und Nachrichten zensiert, noch immer können ausländische Journalisten nicht frei berichten.“

„Die vereinzelten Verbesserungen gleichen die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen auf keinen Fall aus. Die Öffnung Tibets und ein paar wieder zugänglich gemachte Internetseiten werden überschattet von neuen Festnahmen, harten Urteilen und von der strengen Überwachung von Menschenrechtlern,“ so ROG. „Auch darf, sobald es um kritische Themen wie etwa Umweltprobleme und Korruption geht, nach wie vor nicht frei berichtet werden.“

Erst Ende Juni wurde der Internet-Journalist Sun Li zu vier Jahren Gefängnis verurteilt – offensichtlich wegen seiner Artikel über Machtmißbrauch und Zwangsräumungen. Bereits im April war der Bürgerrechtler Hu Jia zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.
Ausländische Journalisten – u.a. vom ZDF – beklagen massive Einschränkungen bei der Berichterstattung vor Ort sowie die Schwierigkeiten, überhaupt mit Informanten frei sprechen zu können. Offensichtlich sei die Bevölkerung stark eingeschüchtert.

Laut ROG hat der europäische Satellitenbetreiber Eutelsat den chinesischsprachigen Sender NTD-TV, der nach Asien sendet, vom Netz genommen, angeblich wegen technischer Probleme. „Mitgeschnittene Gespräche belegen inzwischen aber, daß der Sender vorsätzlich abgeschaltet wurde“, so ROG. „Eutelsat hat sich offensichtlich dem Druck der chinesischen Behörden gebeugt. Ein klarer Fall von Zensur.“ ROG hat an den Eutelsat Chef Giuliano Beretta appelliert, NTD-TV umgehend wieder senden zu lassen.  Auch an das Internationale Olympischen Komitee (IOC) richtet sich ROG mit seiner Kritik: „Es hat versäumt, die von China gemachten Versprechen einzufordern.“

Um eine Zeichen gegen die unveränderte Lage in China zu setzen, hatte ROG hat die Staats- und Regierungschefs aus aller Welt bereits im März zu einer „Politik der leeren Stühle“ aufgerufen: Sie sollen der Eröffnungszeremonie am 08.08. fern bleiben.

Bis dato werden die Regierungen von Estland, Kanada, Neuseeland, Polen, Österreich und der Tschechischen Republik sowie der britische Kronprinz Charles nicht an der Feier teilnehmen. Auch Deutschland wird keine Vertreter schicken.

Zugesagt haben hingegen der König von Kambodscha, die Präsidenten von Afghanistan, Frankreich, Kroatien, Mauritius, Südkorea, der Schweiz, den USA und von Vietnam, die Premierminister von Australien, Finnland, Italien, Japan, den Niederlanden und Thailand, der spanische Außenminister, der indische Minister für Sport und der belgische Kronprinz Philippe.

Für den Tag der Olympia-Eröffnung ruft Reporter ohne Grenzen zu Demonstrationen vor chinesischen Botschaften weltweit auf.

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