Donnerstag, 24. April 2008
Sony will Gracenote für 260 Millionen US-Dollar kaufen.
Gracenote ist meines Wissens der erste wirklich erfolgreiche Unternehmen, dem es gelang, das AAL-Prinzip in bare Münze zu verwandeln. Man könnte auch sagen, das erste richtige Web-2.0-Unternehmen.
Gracenote hatte vor Jahren die ursprünglich Open-Source CDDB übernommen. Das Einzigartige an der Datenbank war, daß eine in einen passenden Player eingelegte CD automatisch in der Datenbank nachgeschlagen wurde. War sie bereits enthalten, wurden Titel und Track angezeigt. Wenn nicht, so konnte man die Platteninformationen eingeben.
Auch ich habe meine ganze recht umfangreiche CD-Sammlung von mehreren Hundert CDs schon vor über zehn Jahren Stück für Stück in diese Datenbank eingegeben. Weil ich überwiegend Jazz und Klassik höre, war nämlich das Gros meiner Platten gerade nicht in der Datenbank enthalten. Motivation war damals für mich, daß eben gerade auch Andere etwas von meiner Anstrengung haben.
Schon 2001 hatte Gracenote die von Dritten eingegebenen Daten zu Geld gemacht — jedes kommerzielle Produkt, das deren Datenbank nutzt, muß Lizenzgebühren zahlen. Als Abspaltung entstand damals die freedb, bei der sowohl Daten als auch Zugriff frei sind.
Tips, wie ich die von mir eingegebenen Daten aus der CDDB in die freedb retten kann, sind sehr willkommen!
Quelle: golem.de und heise.de.
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Dienstag, 12. September 2006
AAL-Prinzip? AAL-Prinzip! Es steht für “Andere arbeiten lassen“.
In einem “Spiel” sollen Google-Nutzer Bilder aus der Google-Bildersuche mit Schlüsselbegriffen versehen (im Web-2.0-Jargon “taggen”). Als großzügige “Entlohnung” gibt es Punkte.
Der Zweck des Ganzen: die Benutzer einspannen, um die Qualität des Bildindex’ zu verbessern.
Via heise.de und golem.
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Dienstag, 27. Juni 2006
Frank Westphal, “technisch Verantwortlicher” bei Qype erklärt das Geschäftsmodell Web 2.0:
Jeder versucht in den Besitz von Stammdaten zu kommen, die er dann irgendwie kostbar verwerten kann.
Quelle iX 7/2006, S. 56
In Verbindung mit dem Aal-Prinzip (“Andere arbeiten lassen”) schon ganz schön bizarr.
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Mittwoch, 14. Juni 2006
Laut einem Artikel bei Telepolis “wittern … gleich mehrere Branchen … das große Geschäft”. Dabei wollen Sie es sich besonders einfach machen: “Laß das doch die Community machen” — so der Titel des Artikel, der sich mit dem “Next 10 Years”-Kongress vor ein paar Wochen befaßt.
Das Patenrezept für “die ökonomisch forcierte Web 2.0-Aufregung” (telepolis) glaubt Andreas Weigand, früher Manager bei Amazon, zu kennen:
“Ich vertraue auf das ‘Aal-Prinzip’”, erklärte Weigand dem staunenden Publikum: “Andere arbeiten lassen.”
Putzig.
Es herrscht also wieder Goldgräberstimmung.
Die Macher [...] überlegen fieberhaft, wie die mobile Generation zu fassen ist. Die Lösung: Der Nutzwert der Inhalte im Internet muß den Grundstein für redaktionelle und anzeigengetriebene Erlösmodelle legen. Da paßt es, dass die Selbstdarstellungsgesellschaft aufgrund einfacher technischer Tools neu im Netz angekommen [ist]. Die Blogs sind sicheres Zeichen einer Emanzipation der User, [die] nicht mehr nur passiver Rezipient, sondern auch Produzent sein [wollen]. Verlage, Unternehmer, Konzerne: Alle träumen von einer Community, deren Mitglieder ihre Homepage mit sprudelnden Ideen flutet. Sanfte Kritik würde sogar akzeptiert werden, auch sie ist dann natürlich Teil der “offenen Unternehmenskultur”. Egal, solange Blogs und Foren die emotionale Nähe verstärken.
Stephan Uhrenbacher, Gründer von Qype, behauptet: “Die Ära der Massenmedien wird von der Ära der persönlichen und partizipativen Medien abgelöst.”
Bei Burda, Springer, Holtzbrinck und Bertelsmann hat man die soziologischen Studien zum veränderten Gesellschaftsbild gelesen und will nun reagieren. Denn Gruppen definieren sich heute weniger als früher über ihre soziale Herkunft, sondern mehr über gemeinsame Interessen. Für Medien- und Werbemacher sind daher die Daten der bislang primär soziodemographischen erfaßten Zielgruppen weniger relevant. Kunden können heute durch ihr hinterlegtes Nutzerprofil viel direkter angesprochen werden. Die auf Homepages werbenden Unternehmen kommen so dicht wie nie an ihre Zielgruppe heran, das One-to-One-Marketing ist keine Fiktion mehr. Und der Konsument macht sich freiwillig gläsern.
Wie das im Falle von Burda aussieht, beschreibt folgender Artikel an der Blogbar: “Retorten-Freundinnen“.
Schaun’ ‘mer ‘mal, wann der Hype so unter Druck steht, daß die Blase platzt…
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