Donnerstag, 23. Oktober 2008

Systems08: “Wettlauf um die besten IT-Talente” (Podiumsdiskussion)

Podiumsdiskussion der Agentur für Arbeit

Teilnehmer:
AK Anja Kettner, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit
MM Maximilian Mikli, Phadiso GmbH
TM Thomas Mosch, BITKOM e.V.
TS Thomas Siegner, Cirquent GmbH
HWW Hans-Werner Walzel, Agentur für Arbeit München

Moderation:
TR Till Rüger, Bayerischer Rundfunk

… die ersten 7 Minuten verpaßt
Es geht um die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Personalplanung

MM: MA wurden abgeworben, NICHT vorsichtiger in Einstellungspolitk

AK: Betriebsbefragung aus dem 3. Quartal (d.h. VOR der Krise), Arbeitskräftebedarf in Westdeutschland leicht rückläufig
SW-Entwickler seit Q2 rückläufig, neueste Entwicklung noch offen, morgen neue Befragung

TM: Umfrage des BITKOM von gestern
85% der Unternehmen sagen, daß sie ihre überwiegend expansive Personalplanung beibehalten, 13% überdenken ihre Politik

TR: Welche Fehler darf man nicht machen?

AK: Keine Studenten von den Unis (ohne Ausbildung) abwerben, wie um 2000 herum.
Etwas mittelfristigere Personalpolitik notwendig, Mitarbeiter weiterbilden, wenn Zeit dafür da ist, die Ansprüche steigen - technisch + vertrieblich
Rechtzeitig investieren für nächsten Aufschwung

HWW: Unterstützt Forderung nach mittelfristiger Personalpolitik
Kräfte binden, der nächste Abschwung kommt, der nächste Aufschwung aber auch.
Personalabbau darf nicht an erster Stelle der Sparmaßnahmen stehen. Erst mal Strukturen prüfen! Personalabbau wird sich bitter rächen.

TS: Wehrt sich gegen die Parallele heute || dotcomblase
Heute Problem: die Investitionen werden knapper
Branche hat aus der schlechten Erfahrung gelernt.

MM: Plant 1/2 Jahr im Voraus.
Hat die Krise voll erlebt, konnte erst 4 Jahre später gründen
MA als Wert, aufgrund Know-How, Stamm-Team muß gehalten werden.

HWW: Investitionen in Personal notwendig, Deutschland ist auf Platz ~14 der Industrienationen, was betriebliche Weiterbildung betrifft.
Seit 2 Jahren finanziert die AA ein Programm für betriebliche Finanzierung. wird nicht so angenommen, wie gedacht.
Weiterbildung im Betrieb, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden

TS: IT-Branche steht besser da, als Gesamtwirtschaft

TM: 45.000 offene Stellen in der IT, 11.000 langfristig offen - weit davon entfent, das Defizit zu füllen.
Sensibilität für Mitarbeiter ist da

MM: Mischung der MA sehr interessant, angefangen mit Jüngeren, Durchschnitt 32, Ältere eingestellt, um Erfahrung einzukaufen, ab 53 aufwärts, von der Mischung profitieren beide Seiten.
Nur positive Erfahrungen, keine Kommunikationsprobleme, keine Rangordnungsprobleme
Erfolgsmodell

HWW: Keine Ausnahme für die letzten 2-3 Jahre auf dem Münchner Markt, in allen Branchen, vermehrt, aber letztlich nur punktuell. AA unterstützt finanziell.

AK: Zu befürchten, daß dieser Trend eingeht.
Es gibt 40.000 Akademikerinnen, die dem Markt nicht zur Verfügung stehen
Unterstützung fehlt, flexible Zeitmodelle
30% Akademikerinnen kinderlos wegen großer Investition in die Karriere
IT-Branche muß handeln

TS: Sein Unternehmen ist sehr flexibel
Unterstützt Forderung

MM: 2 Frauen von 14, 1 Recht, 1 Buchhalterin
Flexible Zeiten notwendig, 1 Erziehender Vater, Frau voll berufstätig, SW-Entwickler

TM: Sieht deutlichen Sinneswandel
Jugendwahn um 2000 herum ist vorbei
100 gehen in Rente, 90 kommen nach, wird sich bei IT noch verstärken
Es wird mehr in ältere AN investiert
Verband startet Forschungsprojekt IT50+ mit Wissenschaftlern: Untersuchen Beschäftigungsfähigkeit Älterer, in den höherqualifizierten Jobs
Frauen: Problem fängt früher an, als bei den Zeitmodellen, nur 18% Informatikerinnen, bei Elektrotechnik noch viel viel schlechter, kriegen Frauen nicht in Studiengänge.
Arbeitszeitmodelle der Branche wesentlich besser als der Durchschnitt, sieht aber noch viel zu tun

HWW: Sieht branchenübergreifend keinen Trend, nur punktuelle Lichtblicke mit Tendenz zum Wachsen.
165 arbeitslose Informatiker in München, langzeitarbeitslos: “ältere Arbeitslose Informatiker haben keine Chance”
Angebote der AA werden nicht genutzt
Genannte Gründe:
- “Wissen ist veraltet” schnellebige Branche, stimmt
Unternehmen nehmen sich keine Zeit für Nachqualifizierung
- Ältere seien weniger teamfähig - hält er für Vorwand

MM: Sieht eine Quote 1:10 für Bewerber, mit jedem 10ten könnte er es sich vorstellen

TS: Hat 110 offene Stellen, hält sich als 56Jähriger nicht für ein Problem, Firmendurchschnitt über 40

TR: Finanzkrise hat den IT-Arbeitsmarkt nicht erreicht, fragt nach ausländischen Fachkräften, Outsourcing, Offshoring, wie ist da der Trend? Neue Erkenntnisse?

TM: Möchte differenzieren zwischen Zuwanderung und Offshoring
Greencard ist Erfolgsmodell: 17.000 (?) ausgestellt, davon 75% in mittelständische Unternehmen
Mindesteinkommen wurde gesenkt, aber nicht genug, müßte offensiver gehandhabt werden.
Offshoring wird in der Branche zwiespältig gesehen
Es gibt eine Reihe Unternehmen, die wieder in-shoren, es gibt auch gegenläufige Bewegung, Offshoring wächst niedrig einstellig
Für manche Unternehmen kein Erfolg

TS: Hat buntes Bild bei den Mitarbeitern, auch Branche ist international
Trend zum Outsourcing in der Entwicklung ungebrochen, Basis ist gestiegen.
Der Systembetrieb wandert auch aus.
In der Beratung gabs nie einen Trend zum Outsourcing - geht nicht, hängt vom Kunden ab.

MM: 1mal Offshoring, lief nicht so gut. sehr sehr kritische Applikationen in Pharmazie, braucht MA vor Ort
Sogar Schweizer kaufen bei ihm ein, Qualitätsstandard in Deutschland sehr hoch,

TR: Frage nach Blick in die Zukunft

HWW: Kann nicht weiter als 1/2 Jahr sehen, weiter ist sehr schwer, bleibt dabei, daß mittelfristige Personalpolitik notwendig ist.

MM: Erweiterung der Geschäftsbereiche im Vordergrund, expandiert sehr stark, will Mitarbeiter binden, Kernteam in der Firma halten, qualifiziert Fachkräfte selbst nach.

AK: Wettlauf um MA wird sich intensivieren. Geburtenstarke Jahrgänge werden langfristig nachlassen, Nachwuchs fehlt
Alle müssen ihre Aufgaben machen, nicht nur Unternehmen, auch Politik
Bildung fehlt, auch für Zuwanderer, aufgrund Bildungssystem-Mängeln
Sieht Probleme für den Wohlstand in Deutschland, wenn nichts passiert

TS: Absurde Renaissance der Realwirtschaft, absurd weil Virtualisierung stark wachsen wird, Zukunft der Branche, fürchtet den Fachkräftemangel, den Generationswechsel
Er ist “digital immigrant”, seine Kinder “digital natives” laut Gartner Group

TM: Will nicht über 1-2 schwierige Jahre reden, sondern über 10 Jahre oder mehr
Ordnungspolitische Prio 1: Bildung
Bildungsgipfel lächerlich, föderale Zuständigkeiten unwichtig
Naturwissenschaften schwach vertreten, alle Kinder nutzen Technik, zu wenige interessieren sich für das Dahinter

ENDE

Das ist die Live-Mitschrift des Podiums, daher nur in Stichworten.

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Freitag, 10. Oktober 2008

BITKOM: Deutscher IT-Arbeitsmarkt derzeit stabil, Zurückhaltung für 2009

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien geht davon aus, daß in diesem Jahr die Zahl der Beschäftigten auf den Gebieten Informationstechnik und Telekommunikation trotz abflauender Konjunktur um weitere 3000 auf 829.000 wachsen wird.
Die konjunkturellen Turbulenzen seien auf dem deutschen Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte bislang nicht zu spüren. Weite Teile der Branche litten sogar weiterhin unter einem Mangel an gut ausgebildeten IT-Experten.

Im kommenden Jahr dagegen gebe es nur dann neue Arbeitsplätze, wenn die Finanzmarktkrise schnell bewältigt und das Bildungssystem auf Vordermann gebracht werde.

Softwarehäuser und IT-Dienstleister seien die Motoren in diesem Segment. Sie hätten seit dem Jahr 2001 allein rund 100.000 zusätzliche Stellen geschaffen. Insgesamt seien im vergangenen Jahr etwa 13.000 neue Stellen entstanden, deutlich mehr als die vom BITKOM erhofften 3.000 Stellen.

In diesem Jahr schaffe laut einer BITKOM-Umfrage gut die Hälfte der Unternehmen zusätzliche Arbeitsplätze. Ein Drittel werde die Zahl der Beschäftigten voraussichtlich stabil halten, und 16% müßten Stellen streichen.
Die Ursache dafür sieht der Verband im scharfen Preiswettbewerb einerseits und im tiefgreifenden Wandel weg von der klassischen Nachrichtentechnik hin zu weniger arbeitsintensiven Software-Lösungen andererseits.
Das führe zu der Situation, dass in dem einen Branchensegment Experten fehlen, während in einem anderen Bereich Arbeitsplätze abgebaut werden müssen.
Unter dem Strich sei die Job-Bilanz der Hightech-Branche 2008 im fünften Jahr in Folge positiv.

Dies wird von den offiziellen Arbeitslosenzahlen gestützt:

abeitslose IT-ler September 2008

In der Septembermitteilung der Bundesagentur für Arbeit heißt es, die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen im IT-Bereich sei von 29.645 im August auf 28.087 im September leicht gefallen. Allerdings klammert diese Statistik Arbeitslose, die bei kommunalen oder sonstigen Trägern gemeldet sind, sowie u.a. auch Personen mit 1-Euro-Jobs und Teilnehmer von Qualifizierungs- und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen aus.

Via golem.de.

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Dienstag, 15. Juli 2008

Internet-Jobbörsen verglichen

Wie schon in 2006 hat das Team von Prof. Dr. Christoph Beck an der FH Koblenz erneut die größten Stellenbörsen miteinander untersucht. Verglichen wurden

  • Arbeitsagentur.de
  • Monster.de
  • Jobpilot.de
  • Jobscout24.de
  • Jobware.de
  • StepStone.de
  • Stellenanzeigen.de

Bereits nach Auftraggebern unterscheiden sich die Stellenbörsen z.T. erheblich:
Die meisten Stellenangebote der DAX-Unternehmen finden sich bei Jobware, Zeitarbeitsfirmen inserieren bevorzugt bei JobScout24 (26,9%), gefolgt von der Jobbörse der Arbeitsagentur.de.
Auch bei der Matching-Qualität zeigen sich gravierende Qualitätsunterschiede bei den untersuchten Jobbörsen.

Insgesamt untersucht die Analyse folgende vier Hauptthemen in den jeweiligen Jobbörsen

  • Die Jobstruktur
  • Den Anteil von Stellenanzeigen nach gewissen Unternehmensklassen (DAX- Unternehmen, Zeitarbeitsunternehmen, Personalberatungen)
  • Die Zielgruppen
  • Die Treffergenauigkeit der Schnellsuche

Je Jobbörse wurden dreimal nacheinander im Monatsabstand 500 Stellenanzeigen nach dem Zufallsprinzip ausgesucht und einzeln „von Hand“ ausgewertet. Nach vier Hauptkriterien (Unternehmensklassifikation, Postleitzahlengebiet, Berufsfeld und Zielgruppen) wurden die Anzeigen analysiert.

Im zweiten Schritt wurde die Treffergenauigkeit der Schnellsuche bei den Jobbörsen untersucht. Hierzu wurden jeweils 15 verschiedene Tätigkeitsbilder gesucht und die Ergebnisse auf ihre Passgenauigkeit überprüft. Auch diese Analyse wurde auf 500 Stellenausschreibungen (je Tätigkeitsbild und Stellenbörse) beschränkt und dreimal nacheinander im Monatsabstand wiederholt. Insgesamt wurden 100.000 Stellenausschreibungen analysiert.

Die Analyse gibt es (52 Seiten, 21 Abbildungen, 521 KB PDF) zum kostenlosen Download, eine E-Mail-Registrierung ist erforderlich.

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Mittwoch, 19. März 2008

Materialien der Arbeitsagentur zu IT-Berufen

Die von mir im Beitrag “Der Arbeitsmarkt für IT-Experten” genannten Dokumente der Arbeitsagentur sind nicht mehr verfügbar.

Allerdings gibt es ein Dokument unter dem Titel “Beruf, Bildung, Zukunft“, das sich mit dem Arbeitsmarkt 2007/2008 und Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für IT-Berufe befaßt (1,3 MB PDF, 84 Seiten).

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Mittwoch, 28. Juni 2006

Der Arbeitsmarkt für IT-Experten

Anfang Februar hatte die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) der Agentur für Arbeit eine Studie zum Arbeitsmarkt für IT-Experten veröffentlicht. Es wurde angekündigt, daß diese Studie als PDF verfügbar gemacht werden sollte, allerdings ist sie schwer zu finden. Nach längerem Googeln habe ich sie gefunden. Nun ist sie zum Download verfügbar.

Aus der Pressemeldung bei heise.de zur Studie:

Die Lage am Arbeitsmarkt für IT-Experten mit einer Fachhochschul- oder Uni-Ausbildung hat sich 2005 entspannt. [...]
Die Zahl der Stellenmeldungen [ist] um zwanzig Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. [...]
Zeichen der Entspannung ziehen sich durch die gesamte Branche. [...]
Schwierig bleibt der Arbeitsmarkt für [...] Seiteneinsteiger und Studienabbrecher. [...]
Problematisch gestaltet sich die Jobsuche auch weiterhin für junge Leute ohne Berufserfahrung.

Der Arbeitsmarkt für IT-Expertinnen und IT-Experten (Februar 2006), 712 KB PDF, 29 Seiten mit vielen Abbildungen.
Ein kurzer Textteil faßt die wichtigsten Ergebnisse zusammen.
Darüber hinausgehende Texte, insbesondere auch zu Tätigkeitsfeldern und Branchen, bietet die vorangegangene Publikation “IT-Experten - Talsohle erreicht, Stand: 2004” 790 KB PDF, 58 Seiten mit vielen Abbildungen.

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