Mittwoch, 19. März 2008
Die von mir im Beitrag “Der Arbeitsmarkt für IT-Experten” genannten Dokumente der Arbeitsagentur sind nicht mehr verfügbar.
Allerdings gibt es ein Dokument unter dem Titel “Beruf, Bildung, Zukunft“, das sich mit dem Arbeitsmarkt 2007/2008 und Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für IT-Berufe befaßt (1,3 MB PDF, 84 Seiten).
Montag, 3. März 2008
In der jüngsten Branchenumfrage des BITKOM-Verbandes (Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) meldeten rund 60% der deutschen IT-Unternehmen offene Stellen. Das entspreche etwa 18.000 unbesetzten Positionen bei diesen Unternehmen, berichtet das Magazin „Handelsblatt Junge Karriere“ in seiner aktuellen Ausgabe. Weitere rund 25.000 Stellen seien bei den IT-Anwendern frei, dort vor Allem in Handel, Banken und Versicherungen.
„Der Arbeitsmarkt ist leer gefegt“, klagt Bikom-Präsident Scheer im Magazin.
Vor allem Akademiker würden knapp. Drei von vier ausgeschriebenen Stellen in der IT-Branche erforderten einen fachlich relevanten Universitäts- oder Fachhochschulabschluss. Doch ein Studium der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik könnten hierzulande gerade einmal zwei Promille der Beschäftigten aufweisen, berichtet das Magazin unter Berufung auf den OECD-Bildungsbericht.
Immer weniger Studenten würden sich für ein Infomatikstudium entscheiden: 2000 wären es in Deutschland rund 38.000 Studienanfänger gewesen, 2006 nur noch knapp 28.500, also ein Minus von 25 Prozent. Erwartet werde, dass künftig auch die Zahl der Absolventen falle – von 15.360 im Prüfungsjahr 2006 auf unter 14.000 in 2010.
Diese Vorhersage steht im Widerspruch zur bisherigen Entwicklung. Laut Statistischem Bundesamt haben 2006 15.400 Absolventen ihr Informatikstudium abgeschlossen, das ist ein Zuwachs von 13% gegenüber 2005 und 117% gegenüber 1997. Die erste Hälfte des vergangenen Jahrzehnts schwankten die Absoventenzahlen. Seit 2003 verzeichnet das Fach zweistellige jährliche Zuwachsraten - generell die höchsten im Fachgebiet Mathematik/Naturwissenschaften.
Nachdem 1997 der Frauenanteil bei Absolventinnen und Absolventen der Informatik 13% betragen hatte, ging er in den Jahren 2000 und 2002 auf 11% zurück und stieg seitdem nur in kleinen Schritten wieder an. 2006 lag er bei 17%, das ist immer noch deutlich weniger als im Vergleich zum Fachgebiet Mathematik/Naturwissenschaften mit 39% und zu den 50% über alle Studienfächer.
Die Zahl der sogenannten Bildungsausländer, die ihr Abitur o.ä. im Ausland erworben und dann erfolgreich ein Informatikstudium absolviert haben, hat sich in den vergangenen 10 Jahren auf 1.300 mehr als vervierfacht, ebenso die der Bildungsinländer (= Ausländer mit deutschem Abitur o.ä.) unter den Absolventen auf 500.
Diese Zahlen schlagen sich auch in der offiziellen Arbeitsmarktstatistik nieder, wie heise.de berichtet:

Es sind so wenige Informatiker arbeitslos, wie schon lange nicht mehr. Von über 50.000 im Januar 2006 ist die Arbeitslosigkeit auf unter 30.000 im Januar 2008 zurückgegangen. Interessante Randnotiz: Wie obenstehende Grafik zeigt, kennt die Bundesagentur für Arbeit weniger als 7.000 offene Stellen, das sind weniger als 16% der vom BITKOM gemeldeten — offensichtlich findet der Arbeitsmarkt nahezu vollständig außerhalb des Wirkungsbereiches der Agentur statt. Aus meiner persönlichen Erfahrung sowohl als Arbeitssuchender als auch als Jobvermittler wundert mich das nicht. Alleine die mit mindestens 163 Millionen Euro subventionierte Software „virtueller Arbeitsmarkt“ ist eine Katastrophe, geschweige denn das A2LL-Debakel.
Die Nachfrage wirkt bereits auf die Gehälter. „Junge Karriere“ hebt da besonders SAP- und IT-Berater hervor, sie verdienten als Berufsanfänger mit bis zu zwei Jahren Erfahrung zwischen 38.000 und 48.000 Euro im Jahr. Das Durchschnittsgehalt eines entsprechenden Software-Entwicklers liege dagegen zwischen 35.000 und 42.000 Euro; Fachleute für IT-Sicherheit (vermutlich ebenso Berufsanfänger) verdienten zwischen 35.500 und 43.000 Euro.
Die von mir bereits mehrfach empfohlene Seite Gehaltsliste IT und Medizin — Gehaltscheck und umfassende Gehaltsübersicht für Professionals der Personalberatung HiTec Consult bleibt mit den dort genannten Einstiegsgehältern übrigens darunter.
Die Computerwoche, die noch im Herbst von steigenden IT-Manager-Gehältern berichtet hatte, meldet nun 4% Gehaltsteigerung bei IT-Führungskräften. Auch in den nächsten Jahren könnten sie mit steigenden Gehältern rechnen.
Ein überdurchschnittliches Plus von 8% könnten die Projektleiter verbuchen, die im Vorjahr „zu kurz gekommen“ seien. Mit Personalverantwortung stiege ihr Gehalt von 81.200 auf 88.000 Euro, ohne diese von 60.000 auf 65.000 Euro.
Insgesamt geht die Computerzeitung wegen der Personalknappheit von weiter steigenden Gehältern aus. Gleichzeitig gestalteten Unternehmen die Entgelte ihrer IT-Führungskräfte immer variabler und differenzierter. Größere Gehaltsunterschiede würden zugelassen.
Mittwoch, 25. April 2007
Nach einer “aktuellen Umfrage” von JobScout24 (leider undatiert, die Umfrage wird in einem Newsletter vom 24.04.2007 erstmals genannt; das Bild stammt von dort) unter 1871 der eigenen Benutzer nutzen Stellensuchende mehrheitlich primär das Internet für die Stellensuche.
Auch Personaler schalten Stellenangebote bevorzugt online.
Demnach stellen 40% Prozent der Unternehmen zu besetzende Stellen auf die firmeneigene Website und 36% Prozent auf Online-Jobbörsen. Nur 8% geben an, vorrangig auf die Bundesagentur für Arbeit zu setzen und 4% wenden sich an private Personalvermittler.
Wie JobScout24 zum Ergebnis kommt “Eine Stellenausschreibung im Internet ist unkompliziert und kostengünstig” und ob dies wirklich die Motivation der Unternehmen ist, bleibt offen. Insgesamt klingt der Artikel doch stark nach Marketing.
Wichtige Fragen bleiben offen bzw. im Vagen:
Es bleibt unklar, wieviele Unternehmen auch die BAA einschalten, das wäre die viel interessantere Zahl.
Zudem vermute ich, daß die genannten 4% private Personalvermittlung diejenigen sind, die sich primär auf diesen Weg beziehen, so wie bei den anderen Angaben auch. Ansonsten wäre diese Zahl viel zu niedrig — vergleiche dazu auch den Artikel “Mangelndes Selbstbewußtsein?” (von Unternehmen bei der Stellenausschreibung) von Svenja Hofert in ihrem Karriereblog.
Grundsätzlich scheint die Tendenz aber zu stimmen, siehe dazu auch meine Artikel
- Studie zu Jobsuche im Internet vom Juli 2006:
Im Rahmen einer Studie der Forschungsgruppe Wahlen Online zu den Internet-Strukturdaten in Deutschland im zweiten Quartal 2006 wurde auch die Arbeitssuche über das Internet untersucht.
- Stellensuche per Internet am beliebtesten vom November 2006:
Nach der Studie „Bewerbungspraxis 2007“, die vom Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Frankfurt am Main und Bamberg in Zusammenarbeit mit dem Online-Stellenportal Monster Worldwide durchgeführt wird und an der haben sich über 11.000 Stellensuchende und Karriereinteressierte beteiligt haben, nimmt die Bedeutung der elektronischen Kanäle bei der Stellensuche und die Technikaffinität der Bewerber auch in diesem Jahr weiter zu.
- Gute Job-Aussichten, aber Mangel an qualifizierten Bewerbern in 2007 vom Dezember 2006:
Monster präsentiert Ergebnisse der Arbeitgeberbefragung „Recruiting Trends 2007“ unter den deutschen Top-1.000-Unternehmen: Erstmals mehr als die Hälfte der Bewerbungen elektronisch.
Dienstag, 20. März 2007
Es gibt neue Zahlen zum Thema Gehälter, u.a. eine neue Umfrage zum Thema Gehaltsunterschiede bei Frauen und Männern.
Die in meinem Artikel “Konkrete Gehaltsangaben für die Bewerbung — Woher nehmen?” genannten Quellen wurden aktualisiert.
Die dort empfohlene Seite Gehaltsliste IT und Medizin — Gehaltscheck und umfassende Gehaltsübersicht für Professionals der Personalberatung HiTec Consult gibt es noch weiter [Änderung am 13.12.2007: Links aktualisiert].
Darüberhinaus wurden die übrigen Quellen aktualisiert:
Frauen verdienen immer noch weniger als Männer
Nach einer Online-Umfrage der Internetseite www.frauenlohnspiegel.de, an der sich rund 68.000 Beschäftigte in Deutschland beteiligt haben, liegt der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst von Frauen rund 22 Prozent unter dem der Männer.
Die Gründe nennt die Umfrage “vielfältig”:
Zum Teil können häufigere Berufsunterbrechung, kürzere Berufserfahrung, die geringere Zahl von Führungspositionen für Frauen und die partiell noch geringere Qualifikation die Gehaltsunterschiede erklären.
Als Fazit führt der Leiter des WSI-Tarifarchivs, das von der Hans-Böckler-Stiftung betreutwird, Dr. Reinhard Bispinck an: “Zahlreiche Studien zeigen jedoch: Es gibt immer noch eine Lohndiskriminierung. Nach wie vor bekommen Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld als Männer.”
Die Internetseite www.frauenlohnspiegel.de bietet einen Lohn- und Gehalts-Check zu über 130 Berufen.
Im Falle der IT-Berufe sind nur zwei Qualifikationen angegeben, Informatiker und Programmierer.
Bei den Informatikern beträgt das durchschnittliche monatliche Bruttoeinkommen (ohne Zulagen/Zuschläge und Sonderzahlungen) 3971 € für Männer und 3590 € für Frauen, das sind 90,4%.
Bei den Programmierern beträgt das Bruttomonatseinkommen im Schnitt 3204 € bei Männern und 2948 € bei Frauen, das sind 92,0%.
Zwar ist der Gehaltsunterschied mit 9,6% bzw 8% nicht so extrem wie der Gesamt-Durchschnitt von 22%, aber immer noch zu hoch.
c’t-Gehaltsumfrage 2006
Die c’t-Gehaltsumfrage 2006 ist erschienen und auch online verfügbar.
IG-Metall-Entgelt-Erhebung 2007 erschienen
Die neue Erhebung der IG-Metall ist erschienen, leider ohne die hervorragende CD-ROM. Trotzdem ist der Preis gleich geblieben, wie ich auf der CeBIT sehen konnte:
Entgelt in der ITK-Branche 2007.
Eine Erhebung in der Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche.
Herausgegeben von der IG Metall.
Kartoniert, 128 S. mit zahlreichen farbigen Abbildungen, 21 cm, 245g, in deutscher Sprache.
2007 Bund-Verlag
ISBN 3-7663-3785-8
ISBN 978-3-7663-3785-6 | KNV-Titelnr.: 15869813
Nächsten Monat kann sie auch online im Shop “Buch & Mehr direkt” bestellt werden: Einfach nach “Entgelt ITK-Branche” suchen.
Gehaltsstudie der Computerwoche erschienen
Unter dem Titel “IT-Gehälter wachsen nicht in den Himmel” gibt die Computerwoche einen ersten Überblick über ihre Gehaltsstudie (erfahrungsgemäß werden weitere Artikel folgen). Die Gehälter steigen demnach trotz voller Auftragsbücher und fehlendem IT-Personal nur moderat. 2,5% Einkommenssteigerung wurde für IT-Führungskräfte errechnet.
IT-Einkommen 2007 von Monster
Für Deutschland wurden die Zahlen aktualisiert, Österreich und die Schweiz liegen noch nicht vor. Der Inhalt bleibt weiterhin eher spärlich.
“IT-Gehälter: Von Flaute keine Spur mehr” vermeldet Monster weiter, im Vergleich die eigenen Zahlen und die der IG Metall.
“Alte Zahlen” noch bei Stepstone
Bei Stepstone liegen keine neuen Gehaltsdaten vor.
Mittwoch, 31. Januar 2007
Als Bewerber sieht man sich oft vor dem Problem, schon im Anschreiben konkrete Gehaltsangaben machen zu müssen: “Wir freuen uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbung, bitte unter Angabe Ihres frühestmöglichen Eintrittstermins und Ihrer Gehaltsvorstellungen.” enden viele Anzeigen.
Woher soll man also diese Information nehmen?
Ich kenne eine einzige Stelle im Internet, die ganz konkret für eine Vielzahl von IT-Positionen aktuelle Gehälter nennt:
Die Seite Gehaltsliste IT und Medizin — Gehaltscheck und umfassende Gehaltsübersicht für Professionals der Personalberatung HiTec Consult[Änderung am 13.12.2007: Links aktualisiert].
Die Liste ist ziemlich umfangreich und unterscheidet Anfänger, Professionals und Topverdiener. Man beruft sich auf “auf mehrere Tausend Kandidatengespräche und auf unsere langjährige Expertise als Personalberater”. Die Datenbank werde ständig erweitert und aktualisiert. Mehr als diese relativ diffusen Angaben zur Methodik werden leider nicht gemacht.
Seriös auch die einleitenden Warnungen zur Interpretation der Tabelle: Befinde man sich mit seinem Gehalt zwischen zweier ihrer Angaben, so sei dies eine Bestätigung, daß man “auf dem richtigen Weg” sei. Persönliche Entwicklung, Alter und “die Komplexität des gesamten Leistungsvermögens” ließen “sich durch diese Angaben natürlich nur marginal erfassen”. Die Tabelle könne “letztlich nur eine kleine Unterstützung sein im Rahmen einer neutralen Evaluierung” des Gehalts.
Dies gilt natürlich für jede derartige Tabelle, ich finde es aber sehr gut, daß sie es so hinschreiben.
Alle weiteren mir bekannten Quellen sind Umfragen, die sich auf die Vergangenheit beziehen:
- Jährliche Arbeitsmarktübersicht (”Gehaltsumfrage”) der Zeitschrift c’t. Sie wird Anfang jeden Jahres durchgeführt und erscheint dann Ende März, Anfang April. Die aktuelle Version ist die c’t-Gehaltsumfrage 2005 mit knapp 3400 Teilnehmern aus Deutschland, Schweiz und Österreich (letztere allerdings mit nur je etwa 100 Teilnehmern).Es handelt sich um das meiner Meinung nach genaueste Instrument, auch mit der größten Erhebungsbasis und den differenziertesten Auswertungen. Zudem ist es unter o.g. URL frei zugänglich. Ich empfehle trotzdem dringend den Kauf des entsprechenden Heftes, weil sich damit besser arbeiten läßt.
- Die Studie “Entgelt in der ITK-Branche” der IG-Metall.
Sie erscheint jährich im März. Die Studie ist im moment vergriffen, die Neuauflage ist in Arbeit.
Sobald die Neuauflage verfügbar ist, kann sie entweder in jeder Buchhandlung oder im Shop “Buch & Mehr direkt” bestellt werden: Einfach nach “Entgelt ITK-Branche” suchen.Die Studie ist statistisch sehr gut aufbereitet, insbesondere auch in der interaktiven CD-ROM-Version (Flash) die man sich unbedingt ansehen sollte, da sie wesentlich mehr Aufbereitungen enthält.
Die Erhebungsbasis ist kleiner als bei der c´t, und man hat sich vor allem auf größere Unternehmen konzentriert.
Die 13 Euro ist sie allemal wert!
- Im Karrierebereich der Computerwoche, in dem öfters Artikel zum Thema Gehalt erscheinen, wurde auch im März 2006 die Studie “IT-Vergütung 2006: Keiner kommt zu kurz“ veröffentlicht.
Sie ist offenbar ähnlich differenziert und breit angelegt, wie die der c’t, aber das publizierte Material finde ich nicht so aussagekräftig.
Die folgenden Artikel werten diese Studie weiter aus
Weitere Computerwoche-Artikel zum Thema Gehalt:
- IT-Einkommen 2006 von Monster, separat für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Insgesamt sind die Auswertungen knapp und es gibt keine Angaben zur Methodik und Probengröße. Die weiterführenden Artikel zum Thema
sind auch eher spärlich.
Offensichtlich sollen Bewerber für die kostenpflichtige Gehaltsanalyse geworben werden, die von Tochter jobpilot.de durchgeführt wird.
- Beim Konkurrenten Stepstone sieht es ähnlich aus. Der Überblick “Gehalt im Bereich IT“ ist sehr knapp gehalten, verfügt aber über einen Link zur kostenpflichtigen Gehaltsanalyse. Immerhin ist ein grober Gehaltscheck auch kostenlos möglich — irgendwoher müssen die Zahlen für eine breite Vergleichsbasis ja kommen.
Der Karriere-Bereich der Systems-Website sammelt noch ein paar Artikel und Presseerklärungen zum Thema. Unter Anderem eine Presserklärung zur Kienbaum-Vergütungsstudie “Führungs- und Fachkräfte in der DV-Branche” aus dem November 2006.
Die neuen Trends in Sachen Gehalt faßt Svenja Hofert in Ihrem Karriereblog im Artikel “Wie Aktien an der Börse” zusammen.
Andere Quellen sind mir nicht bekannt. Gerne können Sie in den Kommentaren Ihre Quellen dazu nennen. Ich nehme sie dann in den Artikel als Update auf.
Spätestens im März, wenn die diversen Studien/Umfragen/Statistiken neu aufgelegt wurden, werde ich den Artikel auf den neuesten Stand bringen.
Mittwoch, 17. Januar 2007
Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. warnt in einer Pressemeldung vom 20.11.2006 vor allzu lockerer Selbstdarstellung im Internet. Bewerber müssten davon ausgehen, dass man sich über sie im Internet informiert.
Zwar empfiehlt der BDU-Vizepräsident und Personalberater Dr. Joachim Staude davor, sich im Auswahlprozess nicht zu stark auf die Ergebnisse der Internetrecherche zu stützen, dennoch findet diese Recherche offensichtlich statt.
Eine Umfrage von BDU und Wirtschaftswoche unter über 300 Entscheidungsträgern aus Personalberatungsgesellschaften ergab:
[…] 28 %der Personalexperten nutzen bereits heute das Internet, um an Informationen zur fachlichen und persönlichen Eignung oder zu Referenzen und Freizeitaktivitäten von Kandidaten zu gelangen. Im schlimmsten Fall mit negativen Auswirkungen auf die Jobsuche: 26 Prozent der Personalberater äußerten, daß sie Kandidaten bislang schon – wenn auch selten – nach den Internet-Suchergebnissen im weiteren Auswahlprozeß nicht mehr berücksichtigt hätten. Knapp jeder Zehnte gab an, daß die Häufigkeit zunehme.
[…] Knapp 70 %der befragten Personalprofis hatten in der Befragung angegeben, daß sie das weltweite Datennetz in den vergangenen Jahren häufiger zur Überprüfung eingesetzt haben.
Staude rät daher den Kandidaten zum gut überlegten Umgang mit ihren persönlichen Daten: “Jeder sollte sich insbesondere gut überlegen, ob persönliche Ansichten oder alle Informationen zur Person immer ins Netz gehören.”
Über die aktuelle iX 2/2007, S. 23 gefunden.
Im Blog F!XMBR wird anschaulich vorgeführt, was manche Profile verraten: Der Autor greift willkürlich acht Profile aus der Internet-Community StudiVZ heraus, über die zur Zeit sehr viel berichtet wird. StudiVZ gilt als Studenten-Party- und -Feier-Community, wurde gerade für sehr viel Geld verkauft und ist wegen des laschen Datenschutzes, Stalking-Vorwürfen und des Gebarens eines ihrer Gründer arg ins Gerede gekommenen.
Ergebnis: zwei der acht herausgegriffenen Profile sind einwandfrei, sechs könnten bei konservativen Personalern Anstoß erregen, denn zum Teil sind sie sehr entlarvend.
Über die Blogbar gefunden.
[Update: Anläßlich der Veröffentlichung in der Readers Edition am 19.01.2007 wurde dieser Artikel überarbeitet.]
Sonntag, 10. Dezember 2006
- Monster präsentiert Ergebnisse der Arbeitgeberbefragung „Recruiting Trends 2007“
- Deutsche Top-1.000-Unternehmen bei Geschäftsentwicklung für 2007 optimistisch
- Erstmals mehr als die Hälfte der Bewerbungen elektronisch
Samstag, 2. Dezember 2006
Aus einer Presseerklärung von monster.de
Deutsche Studenten blicken überwiegend optimistisch in die Zukunft, 60 Prozent schätzen ihre Chancen am Arbeitsmarkt als gut ein. Damit bewerten Studenten ihre Zukunftsaussichten deutlich besser als alle Befragten auf höheren Karrierestufen – einschließlich Selbständigen und Angehörigen des Top-Managements. Dieses positive Bild bei Nachwuchskräften ist ein Resultat der Studie „Bewerbungspraxis 2007“, die vom Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Frankfurt am Main und Bamberg in Zusammenarbeit mit dem Online-Karriereportal Monster auf der Basis einer Befragung von über 11.000 Stellensuchenden und Karriereinteressierten durchgeführt wurde.
Von wegen Karl Valentin: “Früher war die Zukunft auch mal besser!”
Donnerstag, 23. November 2006
N-TV berichtet:
Arbeitnehmer sind auch nach ihrem 54. Geburtstag einer Studie zufolge immer noch leistungsfähiger als ihre jüngsten Kollegen. Eine am Donnerstag veröffentlichte Analyse des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) bescheinigt 35- bis 44-Jährigen die größte Leistungsfähigkeit. […] Die Studie untersucht die Beiträge verschiedener Altersgruppen für die Produktivität von Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes.
Mittwoch, 15. November 2006
Nach der Studie „Bewerbungspraxis 2007“, die vom Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Frankfurt am Main und Bamberg in Zusammenarbeit mit dem Online-Stellenportal Monster Worldwide durchgeführt wird und an der haben sich über 11.000 Stellensuchende und Karriereinteressierte beteiligt haben, nimmt die Bedeutung der elektronischen Kanäle bei der Stellensuche und die Technikaffinität der Bewerber auch in diesem Jahr weiter zu. Mehr als die Hälfte der deutschen Stellensuchenden glaube, über Internet-Karriereportale einen neuen Job zu finden, und bewerbe sich lieber mit einer Online-Bewerbung als einer klassischen Bewerbungsmappe, so Monster Deutschland in einer Presseerklärung.
Ein weiterer Trend sei die passive Stellensuche über das Einstellen des eigenen Lebenslaufes in die Datenbanken von Online-Stellenportalen. Rund 70 Prozent der Befragten hätten bereits ihren Lebenslauf in einer solchen Datenbank hinterlegt oder wollten dies tun. Ein Drittel aller Befragten gebe an, lieber online von Unternehmen kontaktiert zu werden als direkt an diese mit einer Bewerbung heranzutreten.
Dienstag, 7. November 2006
Aus einer Presseerklärung von Monster.de (Hervorhebungen von mir):
Das Online-Stellenangebot für Arbeitskräfte in der IT-Branche lag laut Monster Employment Index im 3. Quartal 2006 mit rund 97.200 offenen Stellen leicht über dem Vorjahreszeitraum (Q3/2005: rund 96.000 offene Stellen). Der Monster Employment Index verzeichnet seit Juni 2005 jeden Monat mehr als 30.000 offene Stellen in der Informationstechnologie.
Die positive Angebotslage am IT-Stellenmarkt bestätigt auch der Stimmungsindikator des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM). Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen rechnen im laufenden Jahr mit steigenden Umsätzen. Besonders optimistisch äußern sich Software-Anbieter und IT-Dienstleister. Auch bei den Gehältern entwickelt sich die IT-Branche weiter positiv. Laut der Studie „Entgelt in der ITK-Branche 2006“ der IG Metall ist in den vergangenen Jahren die Entlohnung im Bereich Beratung um 50 Prozent, in Marketing und Rechenzentren um 30 Prozent sowie in Softwareentwicklung und Service um 24 Prozent gestiegen. Ebenfalls positiv ist die hohe Übernahmequote der Auszubildenden. Eine Untersuchung der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Zusammenarbeit mit der Initiative D21 und des Kompetenzzentrum Technik belegt, dass zwei Drittel aller Azubis in IT-Berufen nach der Abschlussprüfung übernommen werden.
Die Entlohnung von IT-Fachkräften unterliegt einem neuen Trend. Bisher war die erfolgsabhängige Vergütung auf Manager und Vertriebsmitarbeiter beschränkt. Mittlerweile werden auch IT-Spezialisten nach individueller Leistung bezahlt. Die Kopplung des Gehalts mit dem Unternehmenserfolg scheint insbesondere bei großen Herstellern, aber auch IT-Dienstleistungsunternehmen immer mehr üblich zu sein.
Mittwoch, 1. November 2006
Monster Worldwide präsentiert Teilergebnisse der Studie „Bewerbungspraxis 2007“:
Die wichtigsten Aussagen:
- Fast 6 % der bundesdeutschen Stellensuchenden bevorzugen eine Tätigkeit in Deutschland.
- Immerhin ein Viertel aller Teilnehmer möchte möglichst innerhalb der Grenzen des eigenen Landkreises oder der eigenen Stadt beschäftigt sein.
- Insgesamt wären nur vier von zehn Stellensuchenden bereit, eine neue Stelle im gesamten Bundesgebiet anzutreten.
- Knapp 48% aller Teilnehmer der Umfrage aus der Consulting-Branche und immerhin noch 43,5% der Befragten aus naturwissenschaftlichen Berufen können sich einen internationalen Einsatz vorstellen.
- Mit zunehmendem Karrierestatus der Befragten steigt die Mobilität.
Die jährlich erscheinende Studie „Bewerbungspraxis“ des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Frankfurt und Bamberg und des Online-Karriereportals Monster Worldwide untersucht Bewerbungsverhalten und -trends in Deutschland. Sie wurde in diesem Jahr bereits zum vierten Mal durchgeführt. An der Internet-Befragung beteiligten sich über 11.000 Stellensuchende aus Deutschland. Die Gesamtstudie wird Ende des Jahres 2006 veröffentlicht. Neben „Bewerbungspraxis“ geben die beiden Universitäten Frankfurt und Bamberg zusammen mit Monster Worldwide auch die jährliche Unternehmensbefragung „Recruiting Trends“ heraus. Beide Studien können unter studie@monster.de angefordert werden.
Ich selbst stehe übrigens für überregionale Einsätze zur Verfügung, gerne auch international.