Mittwoch, 24. Dezember 2008
Ergebnisse der Studie „The Dark Side of Cyberspace – Inside the Sweatshops of China’s Computer Hardware Production“ vorgestellt
Die beiden Nichtregierungsorganisationen WEED (Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung – Berlin) und SACOM (Students and Scholars against Corporate Misbehaviour – Hongkong) haben diese Studie Mitte diesen Monats in Berlin vorgestellt. Sie zeichnet ein düsteres Bild der Arbeitsbedingungen in der chinesischen Elektronikindustrie.
Dabei ist diese die größte der Welt. Im Jahr 2007 wurden 150 Millionen Quadratmeter Leiterplatten in China hergestellt, dreißig Prozent der gesamten Weltproduktion.
Beide untersuchten Firmen, Excelsior Electronics und Compeq Technology, beliefern internationale Markenunternehmen. So stellt Excelsior beispielsweise Mainboards, Grafikkarten und Chipsets für Intel, AMD, Fujitsu Siemens, Apple und Sony her. Compeq Technology ist ein Hersteller von Leiterplatten für Dell, Lenovo, Motorola, Nokia, Apple und Fujitsu Siemens.
Diese Unternehmen sind mitverantwortlich für die Arbeitsbedingungen, unter denen ihre Komponenten produziert werden. Und diese sind wirklich extrem:
- Arbeiter erhalten bei Excelsior keine Kopie des Arbeitsvertrages ausgehändigt, wie gesetzlich vorgeschrieben.
- Die gesetzliche Krankenversicherung wird bei Excelsior nicht gezahlt.
- Die Löhne liegen z.T. erheblich unter den gesetzlichen Mindestlöhnen, insbesondere bei den Überstundenzuschlägen.
- Überstunden werden in extremem Ausmaß erzwungen (z.T. über 360 Arbeitsstunden im Monat, anstelle der erlaubten 210).
- Bei Compeq gibt es ein ausgetüfteltes System von 109 Regeln und Vorschriften, deren Verletzung mit Kündigung oder Geldstrafen geahndet wird, letztere um die Arbeiter so um ihren Lohn zu bringen. Die Strafen reichen von zwei Tageslöhnen bis über einen Wochenlohn.
- Ohne vernünftige Schutzmaßnahmen sind Arbeiter bei Compeq in der Produktion giftigen Chemikalien wie Kupfersulfat, Schwefel- und Salpetersäure sowie Lösungsmitteln ausgesetzt.
- Die Arbeiter werden in Schlafsälen mit bis zu vierzehn Personen eingepfercht. Die hygienischen Bedingungen lassen dort zu wünschen übrig, insbesondere auch in den Kantinen.
- In den Pausen müssen die Arbeiter in Zweierreihen auf dem Fabrikgelände marschieren.
- Generell ist die Ventilation unzureichend.
- Die Arbeiter sitzen bis zu 12 Stunden tief über die Tische gebeugt auf Hockern ohne Rückenstütze. Ensprechend klagen viele der Arbeiter über Rückenschmerzen, Augenprobleme und Streßsymptome, die Arbeiterinnen auch zusätzlich über Menstruationsbeschwerden.
Ein Sprecher von Weed, Florian Butollo, berichtet, daß der deutsche Hersteller Fujitsu Siemens, der einen „Green PC“ im Programm hat und offiziell auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit großen Wert legt, behauptet, regelmäßige Kontrollen durchzuführen, aber von Arbeitsrechtsverletzungen nichts gehört zu haben.
Alle betroffenen Auftraggeber erhielten im Vorfeld der Veröffentlichung die Möglichkeit, sich zu den in der Studie erhobenen Vorwürfen zu positionieren. „Das Verhalten der Markenunternehmen ist beschämend. In der Regel wurde versucht, die wirtschaftlichen Beziehungen zu den untersuchten Unternehmen zu verschleiern und die Probleme kleinzureden. Keines hat bislang konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Bedingungen angekündigt.“, so Sarah Bormann von Weed.
Weed geht davon aus, daß die geschilderten Arbeitsbedingungen keine Einzelfälle sind und daher auch nicht auf die genannten Unternehmen beschränkt sind.
Dies bedeutet wiederum, daß ein Großteil der oben genannten 30% aller Leiterplatten unter vergleichbaren Bedingungen hergestellt wird. Somit sind auch gerade wir als Konsumenten und Käufer von Computern gefragt. Nur wenn wir massiv Druck auf die Markenhersteller ausüben, die sich ihrer sozialen Verantwortung überwiegend nicht stellen, ändern sich die Bedingungen vor Ort.
Weed versucht, gezielt die öffentlichen Auftraggeber (öffentliche Einrichtungen, Behörden, Schulen und Universitäten) in die Pflicht zu nehmen, die etwa ein Fünftel aller PCs in Deutschland beschaffen.
Bei den restlichen vier Fünfteln sind wir alle gefragt.
Die Studie gibt es hier zum Download (PDF, 942 KB).
Via Telepolis und netzpolitik.org.
Verwandte Artikel:
Donnerstag, 10. Juli 2008
Eine große Mehrheit der Bundesbürger wünscht sich flexiblere Arbeitsbedingungen. Zwei Drittel würden lieber regelmäßig zu Hause arbeiten (17% lieber grundsätzlich zu Hause, 50% mehrmals wöchentlich), statt ins Büro zu gehen. 26% arbeitet lieber jeden Tag im Büro, erst 1% hat die Möglichkeit, auch zu Hause zu arbeiten.
Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa unter 1008 Personen im Auftrag des IT-Branchenverbandes Bitkom hervor.

„Von Telearbeit und flexiblen Arbeitszeitmodellen können Beschäftigte und Unternehmen gleichermaßen profitieren“, sagte BITKOM-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer. „Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren und die Arbeitgeber hoch qualifizierte Arbeitnehmer langfristig an das Unternehmen binden.“ Durch den stärkeren Einsatz von Telearbeit sparten Pendler Zeit und Geld, Arbeitgeber könnten Büroflächen reduzieren.
Besonders interessiert an der Arbeit im Home-Office sind jüngere Menschen. Fast 80% der 30 bis 39-Jährigen will an mehreren Tagen in der Woche oder ausschließlich zu Hause arbeiten. Die Gruppe der 50 bis 59-Jährigen liegt mit 61% bereits unter dem Durchschnitt, wie auch die der 60-Jährigen mit 50%. Größere Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt es nicht. „Die Telearbeit erfordert eine offene Unternehmenskultur, die auf Selbstverantwortung ihrer Mitarbeiter setzt“, sagte Scheer. „Die Arbeit zu Hause verlangt einen hohen Grad an Eigenmotivation und Selbstdisziplin.“ Zudem verschwimme die Trennlinie zwischen Beruf und Privatem. Mitarbeiter müßten die Bereitschaft mitbringen, auch jenseits fester Bürozeiten erreichbar zu sein, betonte Scheer.
Verwandte Artikel:
Mittwoch, 19. März 2008
Die von mir im Beitrag “Der Arbeitsmarkt für IT-Experten” genannten Dokumente der Arbeitsagentur sind nicht mehr verfügbar.
Allerdings gibt es ein Dokument unter dem Titel “Beruf, Bildung, Zukunft“, das sich mit dem Arbeitsmarkt 2007/2008 und Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für IT-Berufe befaßt (1,3 MB PDF, 84 Seiten).
Verwandte Artikel:
Montag, 3. März 2008
In der jüngsten Branchenumfrage des BITKOM-Verbandes (Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) meldeten rund 60% der deutschen IT-Unternehmen offene Stellen. Das entspreche etwa 18.000 unbesetzten Positionen bei diesen Unternehmen, berichtet das Magazin „Handelsblatt Junge Karriere“ in seiner aktuellen Ausgabe. Weitere rund 25.000 Stellen seien bei den IT-Anwendern frei, dort vor Allem in Handel, Banken und Versicherungen.
„Der Arbeitsmarkt ist leer gefegt“, klagt Bikom-Präsident Scheer im Magazin.
Vor allem Akademiker würden knapp. Drei von vier ausgeschriebenen Stellen in der IT-Branche erforderten einen fachlich relevanten Universitäts- oder Fachhochschulabschluss. Doch ein Studium der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik könnten hierzulande gerade einmal zwei Promille der Beschäftigten aufweisen, berichtet das Magazin unter Berufung auf den OECD-Bildungsbericht.
Immer weniger Studenten würden sich für ein Infomatikstudium entscheiden: 2000 wären es in Deutschland rund 38.000 Studienanfänger gewesen, 2006 nur noch knapp 28.500, also ein Minus von 25 Prozent. Erwartet werde, dass künftig auch die Zahl der Absolventen falle – von 15.360 im Prüfungsjahr 2006 auf unter 14.000 in 2010.
Diese Vorhersage steht im Widerspruch zur bisherigen Entwicklung. Laut Statistischem Bundesamt haben 2006 15.400 Absolventen ihr Informatikstudium abgeschlossen, das ist ein Zuwachs von 13% gegenüber 2005 und 117% gegenüber 1997. Die erste Hälfte des vergangenen Jahrzehnts schwankten die Absoventenzahlen. Seit 2003 verzeichnet das Fach zweistellige jährliche Zuwachsraten – generell die höchsten im Fachgebiet Mathematik/Naturwissenschaften.
Nachdem 1997 der Frauenanteil bei Absolventinnen und Absolventen der Informatik 13% betragen hatte, ging er in den Jahren 2000 und 2002 auf 11% zurück und stieg seitdem nur in kleinen Schritten wieder an. 2006 lag er bei 17%, das ist immer noch deutlich weniger als im Vergleich zum Fachgebiet Mathematik/Naturwissenschaften mit 39% und zu den 50% über alle Studienfächer.
Die Zahl der sogenannten Bildungsausländer, die ihr Abitur o.ä. im Ausland erworben und dann erfolgreich ein Informatikstudium absolviert haben, hat sich in den vergangenen 10 Jahren auf 1.300 mehr als vervierfacht, ebenso die der Bildungsinländer (= Ausländer mit deutschem Abitur o.ä.) unter den Absolventen auf 500.
Diese Zahlen schlagen sich auch in der offiziellen Arbeitsmarktstatistik nieder, wie heise.de berichtet:

Es sind so wenige Informatiker arbeitslos, wie schon lange nicht mehr. Von über 50.000 im Januar 2006 ist die Arbeitslosigkeit auf unter 30.000 im Januar 2008 zurückgegangen. Interessante Randnotiz: Wie obenstehende Grafik zeigt, kennt die Bundesagentur für Arbeit weniger als 7.000 offene Stellen, das sind weniger als 16% der vom BITKOM gemeldeten — offensichtlich findet der Arbeitsmarkt nahezu vollständig außerhalb des Wirkungsbereiches der Agentur statt. Aus meiner persönlichen Erfahrung sowohl als Arbeitssuchender als auch als Jobvermittler wundert mich das nicht. Alleine die mit mindestens 163 Millionen Euro subventionierte Software „virtueller Arbeitsmarkt“ ist eine Katastrophe, geschweige denn das A2LL-Debakel.
Die Nachfrage wirkt bereits auf die Gehälter. „Junge Karriere“ hebt da besonders SAP- und IT-Berater hervor, sie verdienten als Berufsanfänger mit bis zu zwei Jahren Erfahrung zwischen 38.000 und 48.000 Euro im Jahr. Das Durchschnittsgehalt eines entsprechenden Software-Entwicklers liege dagegen zwischen 35.000 und 42.000 Euro; Fachleute für IT-Sicherheit (vermutlich ebenso Berufsanfänger) verdienten zwischen 35.500 und 43.000 Euro.
Die von mir bereits mehrfach empfohlene Seite Gehaltsliste IT und Medizin — Gehaltscheck und umfassende Gehaltsübersicht für Professionals der Personalberatung HiTec Consult bleibt mit den dort genannten Einstiegsgehältern übrigens darunter.
Die Computerwoche, die noch im Herbst von steigenden IT-Manager-Gehältern berichtet hatte, meldet nun 4% Gehaltsteigerung bei IT-Führungskräften. Auch in den nächsten Jahren könnten sie mit steigenden Gehältern rechnen.
Ein überdurchschnittliches Plus von 8% könnten die Projektleiter verbuchen, die im Vorjahr „zu kurz gekommen“ seien. Mit Personalverantwortung stiege ihr Gehalt von 81.200 auf 88.000 Euro, ohne diese von 60.000 auf 65.000 Euro.
Insgesamt geht die Computerzeitung wegen der Personalknappheit von weiter steigenden Gehältern aus. Gleichzeitig gestalteten Unternehmen die Entgelte ihrer IT-Führungskräfte immer variabler und differenzierter. Größere Gehaltsunterschiede würden zugelassen.
Verwandte Artikel:
Mittwoch, 25. April 2007
Nach einer “aktuellen Umfrage” von JobScout24 (leider undatiert, die Umfrage wird in einem Newsletter vom 24.04.2007 erstmals genannt; das Bild stammt von dort) unter 1871 der eigenen Benutzer nutzen Stellensuchende mehrheitlich primär das Internet für die Stellensuche.
Auch Personaler schalten Stellenangebote bevorzugt online.
Demnach stellen 40% Prozent der Unternehmen zu besetzende Stellen auf die firmeneigene Website und 36% Prozent auf Online-Jobbörsen. Nur 8% geben an, vorrangig auf die Bundesagentur für Arbeit zu setzen und 4% wenden sich an private Personalvermittler.
Wie JobScout24 zum Ergebnis kommt “Eine Stellenausschreibung im Internet ist unkompliziert und kostengünstig” und ob dies wirklich die Motivation der Unternehmen ist, bleibt offen. Insgesamt klingt der Artikel doch stark nach Marketing.
Wichtige Fragen bleiben offen bzw. im Vagen:
Es bleibt unklar, wieviele Unternehmen auch die BAA einschalten, das wäre die viel interessantere Zahl.
Zudem vermute ich, daß die genannten 4% private Personalvermittlung diejenigen sind, die sich primär auf diesen Weg beziehen, so wie bei den anderen Angaben auch. Ansonsten wäre diese Zahl viel zu niedrig — vergleiche dazu auch den Artikel “Mangelndes Selbstbewußtsein?” (von Unternehmen bei der Stellenausschreibung) von Svenja Hofert in ihrem Karriereblog.
Grundsätzlich scheint die Tendenz aber zu stimmen, siehe dazu auch meine Artikel
- Studie zu Jobsuche im Internet vom Juli 2006:
Im Rahmen einer Studie der Forschungsgruppe Wahlen Online zu den Internet-Strukturdaten in Deutschland im zweiten Quartal 2006 wurde auch die Arbeitssuche über das Internet untersucht. - Stellensuche per Internet am beliebtesten vom November 2006:
Nach der Studie „Bewerbungspraxis 2007“, die vom Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Frankfurt am Main und Bamberg in Zusammenarbeit mit dem Online-Stellenportal Monster Worldwide durchgeführt wird und an der haben sich über 11.000 Stellensuchende und Karriereinteressierte beteiligt haben, nimmt die Bedeutung der elektronischen Kanäle bei der Stellensuche und die Technikaffinität der Bewerber auch in diesem Jahr weiter zu. - Gute Job-Aussichten, aber Mangel an qualifizierten Bewerbern in 2007 vom Dezember 2006:
Monster präsentiert Ergebnisse der Arbeitgeberbefragung „Recruiting Trends 2007“ unter den deutschen Top-1.000-Unternehmen: Erstmals mehr als die Hälfte der Bewerbungen elektronisch.
Verwandte Artikel:
Dienstag, 20. März 2007
Es gibt neue Zahlen zum Thema Gehälter, u.a. eine neue Umfrage zum Thema Gehaltsunterschiede bei Frauen und Männern.
Die in meinem Artikel “Konkrete Gehaltsangaben für die Bewerbung — Woher nehmen?” genannten Quellen wurden aktualisiert.
Die dort empfohlene Seite Gehaltsliste IT und Medizin — Gehaltscheck und umfassende Gehaltsübersicht für Professionals der Personalberatung HiTec Consult gibt es noch weiter [Änderung am 13.12.2007: Links aktualisiert].
Darüberhinaus wurden die übrigen Quellen aktualisiert:
Frauen verdienen immer noch weniger als Männer
Nach einer Online-Umfrage der Internetseite www.frauenlohnspiegel.de, an der sich rund 68.000 Beschäftigte in Deutschland beteiligt haben, liegt der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst von Frauen rund 22 Prozent unter dem der Männer.
Die Gründe nennt die Umfrage “vielfältig”:
Zum Teil können häufigere Berufsunterbrechung, kürzere Berufserfahrung, die geringere Zahl von Führungspositionen für Frauen und die partiell noch geringere Qualifikation die Gehaltsunterschiede erklären.
Als Fazit führt der Leiter des WSI-Tarifarchivs, das von der Hans-Böckler-Stiftung betreutwird, Dr. Reinhard Bispinck an: “Zahlreiche Studien zeigen jedoch: Es gibt immer noch eine Lohndiskriminierung. Nach wie vor bekommen Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld als Männer.”
Die Internetseite www.frauenlohnspiegel.de bietet einen Lohn- und Gehalts-Check zu über 130 Berufen.
Im Falle der IT-Berufe sind nur zwei Qualifikationen angegeben, Informatiker und Programmierer.
Bei den Informatikern beträgt das durchschnittliche monatliche Bruttoeinkommen (ohne Zulagen/Zuschläge und Sonderzahlungen) 3971 € für Männer und 3590 € für Frauen, das sind 90,4%.
Bei den Programmierern beträgt das Bruttomonatseinkommen im Schnitt 3204 € bei Männern und 2948 € bei Frauen, das sind 92,0%.
Zwar ist der Gehaltsunterschied mit 9,6% bzw 8% nicht so extrem wie der Gesamt-Durchschnitt von 22%, aber immer noch zu hoch.
c’t-Gehaltsumfrage 2006
Die c’t-Gehaltsumfrage 2006 ist erschienen und auch online verfügbar.
IG-Metall-Entgelt-Erhebung 2007 erschienen
Die neue Erhebung der IG-Metall ist erschienen, leider ohne die hervorragende CD-ROM. Trotzdem ist der Preis gleich geblieben, wie ich auf der CeBIT sehen konnte:
Entgelt in der ITK-Branche 2007.
Eine Erhebung in der Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche.
Herausgegeben von der IG Metall.
Kartoniert, 128 S. mit zahlreichen farbigen Abbildungen, 21 cm, 245g, in deutscher Sprache.
2007 Bund-Verlag
ISBN 3-7663-3785-8
ISBN 978-3-7663-3785-6 | KNV-Titelnr.: 15869813
Nächsten Monat kann sie auch online im Shop “Buch & Mehr direkt” bestellt werden: Einfach nach “Entgelt ITK-Branche” suchen.
Gehaltsstudie der Computerwoche erschienen
Unter dem Titel “IT-Gehälter wachsen nicht in den Himmel” gibt die Computerwoche einen ersten Überblick über ihre Gehaltsstudie (erfahrungsgemäß werden weitere Artikel folgen). Die Gehälter steigen demnach trotz voller Auftragsbücher und fehlendem IT-Personal nur moderat. 2,5% Einkommenssteigerung wurde für IT-Führungskräfte errechnet.
IT-Einkommen 2007 von Monster
Für Deutschland wurden die Zahlen aktualisiert, Österreich und die Schweiz liegen noch nicht vor. Der Inhalt bleibt weiterhin eher spärlich.
“IT-Gehälter: Von Flaute keine Spur mehr” vermeldet Monster weiter, im Vergleich die eigenen Zahlen und die der IG Metall.
“Alte Zahlen” noch bei Stepstone
Bei Stepstone liegen keine neuen Gehaltsdaten vor.
Verwandte Artikel:
Mittwoch, 31. Januar 2007
Als Bewerber sieht man sich oft vor dem Problem, schon im Anschreiben konkrete Gehaltsangaben machen zu müssen: “Wir freuen uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbung, bitte unter Angabe Ihres frühestmöglichen Eintrittstermins und Ihrer Gehaltsvorstellungen.” enden viele Anzeigen.
Woher soll man also diese Information nehmen?
Ich kenne eine einzige Stelle im Internet, die ganz konkret für eine Vielzahl von IT-Positionen aktuelle Gehälter nennt:
Die Seite Gehaltsliste IT und Medizin — Gehaltscheck und umfassende Gehaltsübersicht für Professionals der Personalberatung HiTec Consult[Änderung am 13.12.2007: Links aktualisiert].
Die Liste ist ziemlich umfangreich und unterscheidet Anfänger, Professionals und Topverdiener. Man beruft sich auf “auf mehrere Tausend Kandidatengespräche und auf unsere langjährige Expertise als Personalberater”. Die Datenbank werde ständig erweitert und aktualisiert. Mehr als diese relativ diffusen Angaben zur Methodik werden leider nicht gemacht.
Seriös auch die einleitenden Warnungen zur Interpretation der Tabelle: Befinde man sich mit seinem Gehalt zwischen zweier ihrer Angaben, so sei dies eine Bestätigung, daß man “auf dem richtigen Weg” sei. Persönliche Entwicklung, Alter und “die Komplexität des gesamten Leistungsvermögens” ließen “sich durch diese Angaben natürlich nur marginal erfassen”. Die Tabelle könne “letztlich nur eine kleine Unterstützung sein im Rahmen einer neutralen Evaluierung” des Gehalts.
Dies gilt natürlich für jede derartige Tabelle, ich finde es aber sehr gut, daß sie es so hinschreiben.
Alle weiteren mir bekannten Quellen sind Umfragen, die sich auf die Vergangenheit beziehen:
- Jährliche Arbeitsmarktübersicht (“Gehaltsumfrage”) der Zeitschrift c’t. Sie wird Anfang jeden Jahres durchgeführt und erscheint dann Ende März, Anfang April. Die aktuelle Version ist die c’t-Gehaltsumfrage 2005 mit knapp 3400 Teilnehmern aus Deutschland, Schweiz und Österreich (letztere allerdings mit nur je etwa 100 Teilnehmern).Es handelt sich um das meiner Meinung nach genaueste Instrument, auch mit der größten Erhebungsbasis und den differenziertesten Auswertungen. Zudem ist es unter o.g. URL frei zugänglich. Ich empfehle trotzdem dringend den Kauf des entsprechenden Heftes, weil sich damit besser arbeiten läßt.
- Die Studie “Entgelt in der ITK-Branche” der IG-Metall.
Sie erscheint jährich im März. Die Studie ist im moment vergriffen, die Neuauflage ist in Arbeit.
Sobald die Neuauflage verfügbar ist, kann sie entweder in jeder Buchhandlung oder im Shop “Buch & Mehr direkt” bestellt werden: Einfach nach “Entgelt ITK-Branche” suchen.Die Studie ist statistisch sehr gut aufbereitet, insbesondere auch in der interaktiven CD-ROM-Version (Flash) die man sich unbedingt ansehen sollte, da sie wesentlich mehr Aufbereitungen enthält.
Die Erhebungsbasis ist kleiner als bei der c´t, und man hat sich vor allem auf größere Unternehmen konzentriert.
Die 13 Euro ist sie allemal wert! - Im Karrierebereich der Computerwoche, in dem öfters Artikel zum Thema Gehalt erscheinen, wurde auch im März 2006 die Studie “IT-Vergütung 2006: Keiner kommt zu kurz“ veröffentlicht.
Sie ist offenbar ähnlich differenziert und breit angelegt, wie die der c’t, aber das publizierte Material finde ich nicht so aussagekräftig.
Die folgenden Artikel werten diese Studie weiter ausWeitere Computerwoche-Artikel zum Thema Gehalt:
- IT-Einkommen 2006 von Monster, separat für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Insgesamt sind die Auswertungen knapp und es gibt keine Angaben zur Methodik und Probengröße. Die weiterführenden Artikel zum Themasind auch eher spärlich.
Offensichtlich sollen Bewerber für die kostenpflichtige Gehaltsanalyse geworben werden, die von Tochter jobpilot.de durchgeführt wird.
- Beim Konkurrenten Stepstone sieht es ähnlich aus. Der Überblick “Gehalt im Bereich IT“ ist sehr knapp gehalten, verfügt aber über einen Link zur kostenpflichtigen Gehaltsanalyse. Immerhin ist ein grober Gehaltscheck auch kostenlos möglich — irgendwoher müssen die Zahlen für eine breite Vergleichsbasis ja kommen.
Der Karriere-Bereich der Systems-Website sammelt noch ein paar Artikel und Presseerklärungen zum Thema. Unter Anderem eine Presserklärung zur Kienbaum-Vergütungsstudie “Führungs- und Fachkräfte in der DV-Branche” aus dem November 2006.
Die neuen Trends in Sachen Gehalt faßt Svenja Hofert in Ihrem Karriereblog im Artikel “Wie Aktien an der Börse” zusammen.
Andere Quellen sind mir nicht bekannt. Gerne können Sie in den Kommentaren Ihre Quellen dazu nennen. Ich nehme sie dann in den Artikel als Update auf.
Spätestens im März, wenn die diversen Studien/Umfragen/Statistiken neu aufgelegt wurden, werde ich den Artikel auf den neuesten Stand bringen.
Verwandte Artikel:
Mittwoch, 17. Januar 2007
Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. warnt in einer Pressemeldung vom 20.11.2006 vor allzu lockerer Selbstdarstellung im Internet. Bewerber müssten davon ausgehen, dass man sich über sie im Internet informiert.
Zwar empfiehlt der BDU-Vizepräsident und Personalberater Dr. Joachim Staude davor, sich im Auswahlprozess nicht zu stark auf die Ergebnisse der Internetrecherche zu stützen, dennoch findet diese Recherche offensichtlich statt.
Eine Umfrage von BDU und Wirtschaftswoche unter über 300 Entscheidungsträgern aus Personalberatungsgesellschaften ergab:
[…] 28% der Personalexperten nutzen bereits heute das Internet, um an Informationen zur fachlichen und persönlichen Eignung oder zu Referenzen und Freizeitaktivitäten von Kandidaten zu gelangen. Im schlimmsten Fall mit negativen Auswirkungen auf die Jobsuche: 26 Prozent der Personalberater äußerten, daß sie Kandidaten bislang schon – wenn auch selten – nach den Internet-Suchergebnissen im weiteren Auswahlprozeß nicht mehr berücksichtigt hätten. Knapp jeder Zehnte gab an, daß die Häufigkeit zunehme.
[…] Knapp 70% der befragten Personalprofis hatten in der Befragung angegeben, daß sie das weltweite Datennetz in den vergangenen Jahren häufiger zur Überprüfung eingesetzt haben.
Staude rät daher den Kandidaten zum gut überlegten Umgang mit ihren persönlichen Daten: “Jeder sollte sich insbesondere gut überlegen, ob persönliche Ansichten oder alle Informationen zur Person immer ins Netz gehören.”
Über die aktuelle iX 2/2007, S. 23 gefunden.
Im Blog F!XMBR wird anschaulich vorgeführt, was manche Profile verraten: Der Autor greift willkürlich acht Profile aus der Internet-Community StudiVZ heraus, über die zur Zeit sehr viel berichtet wird. StudiVZ gilt als Studenten-Party- und -Feier-Community, wurde gerade für sehr viel Geld verkauft und ist wegen des laschen Datenschutzes, Stalking-Vorwürfen und des Gebarens eines ihrer Gründer arg ins Gerede gekommenen.
Ergebnis: zwei der acht herausgegriffenen Profile sind einwandfrei, sechs könnten bei konservativen Personalern Anstoß erregen, denn zum Teil sind sie sehr entlarvend.
Über die Blogbar gefunden.
[Update: Anläßlich der Veröffentlichung in der Readers Edition am 19.01.2007 wurde dieser Artikel überarbeitet.]
Verwandte Artikel:
Sonntag, 10. Dezember 2006
- Monster präsentiert Ergebnisse der Arbeitgeberbefragung „Recruiting Trends 2007“
- Deutsche Top-1.000-Unternehmen bei Geschäftsentwicklung für 2007 optimistisch
- Erstmals mehr als die Hälfte der Bewerbungen elektronisch
Verwandte Artikel:
Samstag, 2. Dezember 2006
Aus einer Presseerklärung von monster.de
Deutsche Studenten blicken überwiegend optimistisch in die Zukunft, 60 Prozent schätzen ihre Chancen am Arbeitsmarkt als gut ein. Damit bewerten Studenten ihre Zukunftsaussichten deutlich besser als alle Befragten auf höheren Karrierestufen – einschließlich Selbständigen und Angehörigen des Top-Managements. Dieses positive Bild bei Nachwuchskräften ist ein Resultat der Studie „Bewerbungspraxis 2007“, die vom Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Frankfurt am Main und Bamberg in Zusammenarbeit mit dem Online-Karriereportal Monster auf der Basis einer Befragung von über 11.000 Stellensuchenden und Karriereinteressierten durchgeführt wurde.
Von wegen Karl Valentin: “Früher war die Zukunft auch mal besser!”
Verwandte Artikel: