Sonntag, 12. Oktober 2008
Es geht um das Barcamp München 2008.
Um das Resümee vorwegzunehmen: Ich fand es genial!
Und: “You do talk about BarCamp“!
Auch die Veranstaltung am Samstagabend im Laab hat mir sehr gut gefallen. Interessante Atmosphäre, siehe Bild. Eine Giesinger Kneipe mit Riesigem Bücher- und Spielzeugregal. Zeit für interessante Gespräche, zum Beispiel mit Robert Basic auf der Hinfahrt oder dem Landkartenspezialisten Peter Eich von toursprung bzw. bikemap.net.
Am Sonntagmorgen ging es dann — wie leider auch schon am Samstag — wieder recht zäh los, bis das Ganze in die Gänge kam. Die Highlights dieses Tages waren für mich die Session von Klaus Holthausen von Queap “Kann das Web intelligent werden?” (Also die Vortsetzung von Neueronale Netze am Vortag), die von Stefan Schneider von Sun “Web-Anwendungen skalierbar designen” (sehr guter, sehr verständlicher Vortrag, wenn auch nichts grundlegend Neues) und die von Robert Basic und Oliver Gassner “Balkanblogger” über ihren Besuch bei den Bloggern im ehemaligen Jugoslavien.
Ich werde die Berichte über diese Sessions noch nachträglich verlinken, wenn sie vorliegen.
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Sonntag, 12. Oktober 2008
Eine Auflistung der Sessions des Barcamp München gibts im Webtagebuch.
Gut gefallen hat mir die Session zum Thema “Digital Kids — Digital Dads and Moms”, vielleicht auch gerade, weil diese mehr eine Erfahrungsaustausch- und Diskussionsrunde war.
Die Session “SEO is dead — long live SEO” von Marc Uhlig fand ich nicht gut, ich bin nach der Hälfte gegangen. Sympathisch zwar der “White-Hat”-Ansatz, die Usability und hochwertigen Content in den Vordergrund zu stellen. Aber alles Andere als neu (was mich betrifft, etwa 8 Jahre alt).
Die Session zu Queap.com war interessant, leider hab ich sehr schlecht gesessen, ganz auf der Seite, so daß ich gar nichts erkennen konnte. Eine experimentelle Suchmaschine, auf Basis neuronaler Netze, die inhaltsbasiert und assoziativ sucht. Auch hier das Prinzip “besserer Content gewinnt”.
Ich bin gespannt auf die zweite Session heute, in der es technischer werden soll.
Meine eigene Session habe ich hoffentlich mit Anstand hinter mich gebracht. Nachdem die Zuhörer eher unerfahren waren, habe ich erst mal darüber gesprochen, wie man sich “normal” bewirbt, bevor ich über das “anders machen” gesprochen habe.
Ansonsten: Sehr interessante Atmosphäre, viele gute Gespräche, auffällig viele Marketroids unterwegs. Die Barcamperei kann ich nur empfehlen!
Und nicht vergessen: “You do talk about BarCamp“!
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Sonntag, 12. Oktober 2008
Nachdem mich das Thema “Das Web in China” interessiert — es gibt ja auch von mir mehrere Berichte dazu — habe ich auch an der entsprechenden Session auf dem BarCamp München 2008 von Oliver Ueberholz teilgenommen.
Seine Folien gibt es hier, er ist der Webworkblogger.
Interessant fand ich seine Zahlen zum Internet in China: 253 Mio Nutzer bei 19% Internetnutzung in der Bevölkerung sprechen eine deutliche Sprache. In Deutschland sind es etwa 65%, in der EU 51%, wie berichtet.
In meinem Bericht vom Januar dieses Jahres “China beinahe größte Internet-Nation und ‘größtes Gefängnis für Journalisten’” war China noch auf Platz 2 (mehr Statistik zu China dort) — mittlerweile ist China die größte Internet-Nation.
Besonders interessant fand ich, daß es in China zwar fünfmal mehr Internetnutzer als in Deutschland gibt, aber 215 mal mehr Blogger – d.h. die Blog-Intensität liegt um Faktor 41 höher, relativ gesehen. Dabei sind nur etwa 1/5 der Blogger in China Fachblogger, die überwältigende Mehrheit bloggt für sich, für Freunde und Familie.
Olivers Empfehlungen, alibaba.com und tudou.com (Videoportal) werde ich mir auf jeden Fall mal genauer ansehen.
Hochinteressant war, wie sich kulturelle Unterschiede auf die Websites auswirken. Also z.B. daß es in China eine jahrtausende alte Kultur des Lernens durch perfekte Nachahmung gibt, was die Freude der Chinesen an Kopien vielleicht erklärt.
Daher konnte uns Oliver eine Reihe eindeutiger Kopien von erfolgreichen Web-2.0-Sites zeigen. Interessant fand ich aber auch die Unterschiede: Praktisch alle Sites haben eine Gruppen-Funktion.
Offenbar leben Chinesen sehr stark in geschlossenen Zirkeln bzw. Kreisen (Familienkreis, Freundeskreis, Kollegenkreis), die auch relativ stark abgeschottet werden und in die man als Außenstehender nur schwer vordringen kann.
Bescheidenheit und Zurückhaltung seien die Maxime, nicht herauszustechen, so würden in Social Networks in der Regel Avatare verwendet, anstelle “echter” Bilder.
Ziemlich schlapp fand ich seine Äußerungen zum Thema Zensur. Er hat zwar auf picidae.net hingewiesen, womit man die Zensur umgehen kann. Sein Argument, man könne die Lockerung der Zensur an der lockereren Einstellung der Zensurbehörden zum Thema Sex erkennen, finde ich ziemlich zynisch, solange in China immer noch Menschen in Straflager oder in Gefängnisse wandern, weil sie offensichtliche Mißstände anprangern.
Offenbar ist es der chinesischen Regierung gelungen, Unternehmen und Einzelpersonen von den “Vorteilen” der Selbstzensur zu überzeugen. Einer dieser Auswüchse kam ja gerade in der Affäre “TOM-Skype” ans Licht.
Alles in Allem ein sehr interessanter Vortrag, wenn ich auch Olivers Wertung nicht teilen kann.
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Mittwoch, 8. Oktober 2008
Wie bereits angekündigt, werde ich am kommenden Wochenende auf dem Barcamp München sein.
Da ich noch nie auf einem Barcamp war, habe ich nur eine diffuse Vorstellung davon, quasi vom Hörensagen. Also habe ich mich erst einmal informiert: Was ist eigentlich ein BarCamp?. Dann habe ich noch “Gedanken zu Barcamps #2 – Hilfe für Einsteiger” gelesen.
Auf beiden Seiten steht, daß ein Barcamp von der Beteiligung der Teilnehmer lebt und man doch eine Session vorbereiten solle.
So habe ich mich entschlossen, eine Session (ca. 1/2 h) zum Thema “Richtig bewerben” zu halten, das ja auch eines der Themen dieses Blogs ist.
Wir sehen uns dann dort.
Und nicht vergessen: “You do talk about BarCamp“!
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