Sonntag, 10. Mai 2009

Lange Arbeitszeiten schädigen die Gesundheit

Der Anteil von Beschäftigten, die über Schlafstörungen klagen, nimmt mit der Dauer der geleisteten Arbeitszeit zu. Ingesamt steigt das Risiko gesundheitlicher Beeinträchtigungen bei langen Arbeitszeiten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Bei der Auswertung vier unabhängiger Befragungen ließ sich ein direkter Zusammenhang zwischen der Dauer der geleisteten Arbeitsstunden und dem Auftreten gesundheitlicher Beschwerden wie Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Herzbeschwerden nachweisen. Faktoren wie Schichtarbeit, variable Arbeitszeiten und Arbeitsschwere wirken sich verstärkend aus.

Wer lange arbeitet, schläft schlechter

Die Arbeitszeiten in Deutschland werden immer flexibler. Darüber hinaus verzeichnete das Statistische Bundesamt 2007 einen Höchststand der Anteile für Schicht-, Abend- und Nachtarbeit sowie die für die Arbeit an Wochenenden und Feiertagen seit Beginn der Erhebungen. Seit längerem vermuten Arbeitswissenschaftler einen Zusammenhang zwischen langen Arbeitszeiten und gesundheitlichen Beschwerden. Die BAuA führte deshalb eine systematische Untersuchung durch, die sich auf eine große Stichprobe stützt. Dabei bildeten die dritte und vierte europäische Umfrage über die Arbeitsbedingungen (2000 und 2005), die Befragung “Was ist gute Arbeit?” (2004) und die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung (2006) die Datenbasis. Damit flossen die Daten von insgesamt über 50.000 Befragten in die Untersuchung ein.

In Deutschland wird dies besonders deutlich. Hier klagt nur jeder zehnte Befragte in Teilzeit (weniger als 19 Wochenarbeitsstunden) über Schlafstörungen, bei Beschäftigten in Vollzeit (zwischen 35 und 44 Wochenarbeitsstunden) ist es bereits jeder Fünfte. Im Bereich der Beschäftigten mit deutlich überlangen Arbeitszeiten von mehr als 60 Stunden pro Woche leidet nach eigenen Angaben sogar etwa jeder vierte unter Schlafbeschwerden. Faktoren wie Schichtarbeit, variable Arbeitszeiten, Arbeit an Wochenenden oder schlechte Planbarkeit der Arbeitszeit wirken sich verstärkend auf gesundheitliche Beeinträchtigungen aus.

Damit steht gesichert fest, daß längere Arbeitszeiten das Risiko gesundheitlicher Beeinträchtigung erhöhen. Die negativen Auswirkungen langer täglicher und wöchentlicher Arbeitszeiten auf das Unfallrisiko sind bereits seit einiger Zeit bekannt. In Diskussionen um Arbeitszeitverlängerungen sollte deshalb nicht nur auf die wirtschaftliche Komponente geschaut, sondern auch deren gesundheitlichen und sozialen Effekte berücksichtigt werden, so die Bundesanstalt.

Die Studie kann hier als PDF (6 Seiten, 563 KB) heruntergeladen werden.

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Dienstag, 6. Januar 2009

Java-Trendbarometer: Defizite im Projektmanagement (Update)

Die Firma expeso hat die Ergebnisse des ersten Java-Trendbarometers veröffentlicht. Allerdings ist die Basis dieser Befragung noch ziemlich klein: Knapp über 70 deutsche Freiberufler haben sich beteiligt.
Sie soll zu einem frühen Zeitpunkt aktuelle Trends und Entwicklungen, damit auch wirtschaftliche Potenziale, aufzeigen und wird zukünftig halbjährlich durchgeführt.

Die erstaunlichsten Ergebnisse finden sich laut expeso in der Projektdurchführung (expeso nennt das fälschlich “Projektmanagement”). 58 % der Befragten meinen, der Anforderungsanalyse werde zu wenig Bedeutung zugemessen. Leider entspricht das auch meiner langjährigen Erfahrung: Die meisten größeren Projekte, die ich kenne, sind unterspezifiziert.
In jedem zweiten Projekt seien außerdem die vorhandenen Integrationsmechanismen nicht ausreichend. Für etwa zwei Drittel der Java-Experten werde der Dokumentation zu wenig Bedeutung zugemessen.

Expeso folgert daraus, daß in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Unternehmen auf eine gezielte externe Unterstützung durch erfahrene Java-Experten setzen sollten. Hier rechne sich der Einsatz auch betriebswirtschaftlich.

Neue Techniken brauchen laut der Studie sehr lange, bis sie sich durchsetzten. So seien auch heute noch viele ältere Versionen von Java und Java EE häufig in Projekten anzutreffen.

Das Thema “Open Source” spielt eine große Rolle: Für 95% der Entwickler sind solche Projekte wichtig, 85% bewerten die Qualität der eingesetzten Open-Source-Lösungen als hoch. Fast alle Entwickler nutzen Eclipse oder Eclipse-basierende IDEs als Entwicklungsumgebung.

Über ein Formular können die genauen Ergebnisse angefordert werden.

Update: Mittlerweile habe auch ich die Studie per Mail erhalten. Leider geht sie in keiner Weise auf die Methode der Erhebung ein. Hinweise über die dünne Basis der Erhebung fehlen ebenfalls und sind auch auf  der expeso-Website nicht zu finden — ich habe sie aus dem Artikel auf heise.de, durch den ich auf die Studie aufmerksam wurde. Mehr als ein Stimmungsbild kann die Studie daher nicht sein.

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Dienstag, 6. Juni 2006

Der Einfluß von Weblogs auf Ankündigung und Rücklauf von onlinebasierten Befragungen

Die Forschungsstelle Neue Kommunikationsmedien hat in einem Ihrer Berichte am 05. Januar 2006 ein Working Paper zum Einfluß von Weblogs auf Ankündigung und Rücklauf von onlinebasierten Befragungen veröffentlicht (PDF zum Download, 1,5 MB).

Der Bericht diskutiert auf der Grundlage von Daten zweier Projekte (“Weblogs im Bundestagswahlkampf 2005″ von Roland Abold/Sandra Huber sowie der “Wie ich blogge?!”-Umfrage von Jan Schmidt) einige methodische Aspekte der Ankündigung von Befragungen mit Hilfe von Weblogs.

Aufgrund der wenigen Umfragen, die als Grundlage des Berichtes dienen, sind die Autoren sehr vorsichtig, sehen aber doch “erste Indizien” für folgende Schlußfolgerungen (sie fordern weitere Untersuchungen, wahrscheinlich ist auch das ein wichtiger Zweck des Berichts):

  • Weblogs haben aufgrund ihrer hochgradigen Vernetzung das Potenzial, online-basierte Umfragen bei großen Teilnehmergruppen bekannt zu machen. [...]
  • Bei Online-Umfragen, die über Weblogs bekannt gegeben werden, dauert es gegenüber E-Mail-Ankündigungen länger, potenzielle Teilnehmer zu erreichen. [...]
  • Für die Initiatoren einer Studie ist es besonders wichtig, Weblogs zu erreichen, die über eine hohe Zentralität verfügen, das heißt von möglichst vielen Personen gelesen und gegebenenfalls verlinkt werden. [...]

Das sind zunächst einmal tendenziell eher Binsenweisheiten. Der Wert des Berichts liegt aber darin, diese systematisch erfaßt und analysiert zu haben.

Ich bin gespannt auf die im Bericht genannte Dissertation von Cameron Marlow am MIT, die zum Zeitpunkt des Berichts noch nicht veröffentlicht war. Am 19. Januar schien sie auch noch nicht fertig zu sein. Er muß ja “nur” etwa 35.000 Fragebögen auswerten.

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