Dienstag, 20. März 2007
Es gibt neue Zahlen zum Thema Gehälter, u.a. eine neue Umfrage zum Thema Gehaltsunterschiede bei Frauen und Männern.
Die in meinem Artikel “Konkrete Gehaltsangaben für die Bewerbung — Woher nehmen?” genannten Quellen wurden aktualisiert.
Die dort empfohlene Seite Gehaltsliste IT und Medizin — Gehaltscheck und umfassende Gehaltsübersicht für Professionals der Personalberatung HiTec Consult gibt es noch weiter [Änderung am 13.12.2007: Links aktualisiert].
Darüberhinaus wurden die übrigen Quellen aktualisiert:
Frauen verdienen immer noch weniger als Männer
Nach einer Online-Umfrage der Internetseite www.frauenlohnspiegel.de, an der sich rund 68.000 Beschäftigte in Deutschland beteiligt haben, liegt der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst von Frauen rund 22 Prozent unter dem der Männer.
Die Gründe nennt die Umfrage “vielfältig”:
Zum Teil können häufigere Berufsunterbrechung, kürzere Berufserfahrung, die geringere Zahl von Führungspositionen für Frauen und die partiell noch geringere Qualifikation die Gehaltsunterschiede erklären.
Als Fazit führt der Leiter des WSI-Tarifarchivs, das von der Hans-Böckler-Stiftung betreutwird, Dr. Reinhard Bispinck an: “Zahlreiche Studien zeigen jedoch: Es gibt immer noch eine Lohndiskriminierung. Nach wie vor bekommen Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld als Männer.”
Die Internetseite www.frauenlohnspiegel.de bietet einen Lohn- und Gehalts-Check zu über 130 Berufen.
Im Falle der IT-Berufe sind nur zwei Qualifikationen angegeben, Informatiker und Programmierer.
Bei den Informatikern beträgt das durchschnittliche monatliche Bruttoeinkommen (ohne Zulagen/Zuschläge und Sonderzahlungen) 3971 € für Männer und 3590 € für Frauen, das sind 90,4%.
Bei den Programmierern beträgt das Bruttomonatseinkommen im Schnitt 3204 € bei Männern und 2948 € bei Frauen, das sind 92,0%.
Zwar ist der Gehaltsunterschied mit 9,6% bzw 8% nicht so extrem wie der Gesamt-Durchschnitt von 22%, aber immer noch zu hoch.
c’t-Gehaltsumfrage 2006
Die c’t-Gehaltsumfrage 2006 ist erschienen und auch online verfügbar.
IG-Metall-Entgelt-Erhebung 2007 erschienen
Die neue Erhebung der IG-Metall ist erschienen, leider ohne die hervorragende CD-ROM. Trotzdem ist der Preis gleich geblieben, wie ich auf der CeBIT sehen konnte:
Entgelt in der ITK-Branche 2007.
Eine Erhebung in der Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche.
Herausgegeben von der IG Metall.
Kartoniert, 128 S. mit zahlreichen farbigen Abbildungen, 21 cm, 245g, in deutscher Sprache.
2007 Bund-Verlag
ISBN 3-7663-3785-8
ISBN 978-3-7663-3785-6 | KNV-Titelnr.: 15869813
Nächsten Monat kann sie auch online im Shop “Buch & Mehr direkt” bestellt werden: Einfach nach “Entgelt ITK-Branche” suchen.
Gehaltsstudie der Computerwoche erschienen
Unter dem Titel “IT-Gehälter wachsen nicht in den Himmel” gibt die Computerwoche einen ersten Überblick über ihre Gehaltsstudie (erfahrungsgemäß werden weitere Artikel folgen). Die Gehälter steigen demnach trotz voller Auftragsbücher und fehlendem IT-Personal nur moderat. 2,5% Einkommenssteigerung wurde für IT-Führungskräfte errechnet.
IT-Einkommen 2007 von Monster
Für Deutschland wurden die Zahlen aktualisiert, Österreich und die Schweiz liegen noch nicht vor. Der Inhalt bleibt weiterhin eher spärlich.
“IT-Gehälter: Von Flaute keine Spur mehr” vermeldet Monster weiter, im Vergleich die eigenen Zahlen und die der IG Metall.
“Alte Zahlen” noch bei Stepstone
Bei Stepstone liegen keine neuen Gehaltsdaten vor.
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Mittwoch, 31. Januar 2007
Als Bewerber sieht man sich oft vor dem Problem, schon im Anschreiben konkrete Gehaltsangaben machen zu müssen: “Wir freuen uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbung, bitte unter Angabe Ihres frühestmöglichen Eintrittstermins und Ihrer Gehaltsvorstellungen.” enden viele Anzeigen.
Woher soll man also diese Information nehmen?
Ich kenne eine einzige Stelle im Internet, die ganz konkret für eine Vielzahl von IT-Positionen aktuelle Gehälter nennt:
Die Seite Gehaltsliste IT und Medizin — Gehaltscheck und umfassende Gehaltsübersicht für Professionals der Personalberatung HiTec Consult[Änderung am 13.12.2007: Links aktualisiert].
Die Liste ist ziemlich umfangreich und unterscheidet Anfänger, Professionals und Topverdiener. Man beruft sich auf “auf mehrere Tausend Kandidatengespräche und auf unsere langjährige Expertise als Personalberater”. Die Datenbank werde ständig erweitert und aktualisiert. Mehr als diese relativ diffusen Angaben zur Methodik werden leider nicht gemacht.
Seriös auch die einleitenden Warnungen zur Interpretation der Tabelle: Befinde man sich mit seinem Gehalt zwischen zweier ihrer Angaben, so sei dies eine Bestätigung, daß man “auf dem richtigen Weg” sei. Persönliche Entwicklung, Alter und “die Komplexität des gesamten Leistungsvermögens” ließen “sich durch diese Angaben natürlich nur marginal erfassen”. Die Tabelle könne “letztlich nur eine kleine Unterstützung sein im Rahmen einer neutralen Evaluierung” des Gehalts.
Dies gilt natürlich für jede derartige Tabelle, ich finde es aber sehr gut, daß sie es so hinschreiben.
Alle weiteren mir bekannten Quellen sind Umfragen, die sich auf die Vergangenheit beziehen:
- Jährliche Arbeitsmarktübersicht (“Gehaltsumfrage”) der Zeitschrift c’t. Sie wird Anfang jeden Jahres durchgeführt und erscheint dann Ende März, Anfang April. Die aktuelle Version ist die c’t-Gehaltsumfrage 2005 mit knapp 3400 Teilnehmern aus Deutschland, Schweiz und Österreich (letztere allerdings mit nur je etwa 100 Teilnehmern).Es handelt sich um das meiner Meinung nach genaueste Instrument, auch mit der größten Erhebungsbasis und den differenziertesten Auswertungen. Zudem ist es unter o.g. URL frei zugänglich. Ich empfehle trotzdem dringend den Kauf des entsprechenden Heftes, weil sich damit besser arbeiten läßt.
- Die Studie “Entgelt in der ITK-Branche” der IG-Metall.
Sie erscheint jährich im März. Die Studie ist im moment vergriffen, die Neuauflage ist in Arbeit.
Sobald die Neuauflage verfügbar ist, kann sie entweder in jeder Buchhandlung oder im Shop “Buch & Mehr direkt” bestellt werden: Einfach nach “Entgelt ITK-Branche” suchen.Die Studie ist statistisch sehr gut aufbereitet, insbesondere auch in der interaktiven CD-ROM-Version (Flash) die man sich unbedingt ansehen sollte, da sie wesentlich mehr Aufbereitungen enthält.
Die Erhebungsbasis ist kleiner als bei der c´t, und man hat sich vor allem auf größere Unternehmen konzentriert.
Die 13 Euro ist sie allemal wert! - Im Karrierebereich der Computerwoche, in dem öfters Artikel zum Thema Gehalt erscheinen, wurde auch im März 2006 die Studie “IT-Vergütung 2006: Keiner kommt zu kurz“ veröffentlicht.
Sie ist offenbar ähnlich differenziert und breit angelegt, wie die der c’t, aber das publizierte Material finde ich nicht so aussagekräftig.
Die folgenden Artikel werten diese Studie weiter ausWeitere Computerwoche-Artikel zum Thema Gehalt:
- IT-Einkommen 2006 von Monster, separat für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Insgesamt sind die Auswertungen knapp und es gibt keine Angaben zur Methodik und Probengröße. Die weiterführenden Artikel zum Themasind auch eher spärlich.
Offensichtlich sollen Bewerber für die kostenpflichtige Gehaltsanalyse geworben werden, die von Tochter jobpilot.de durchgeführt wird.
- Beim Konkurrenten Stepstone sieht es ähnlich aus. Der Überblick “Gehalt im Bereich IT“ ist sehr knapp gehalten, verfügt aber über einen Link zur kostenpflichtigen Gehaltsanalyse. Immerhin ist ein grober Gehaltscheck auch kostenlos möglich — irgendwoher müssen die Zahlen für eine breite Vergleichsbasis ja kommen.
Der Karriere-Bereich der Systems-Website sammelt noch ein paar Artikel und Presseerklärungen zum Thema. Unter Anderem eine Presserklärung zur Kienbaum-Vergütungsstudie “Führungs- und Fachkräfte in der DV-Branche” aus dem November 2006.
Die neuen Trends in Sachen Gehalt faßt Svenja Hofert in Ihrem Karriereblog im Artikel “Wie Aktien an der Börse” zusammen.
Andere Quellen sind mir nicht bekannt. Gerne können Sie in den Kommentaren Ihre Quellen dazu nennen. Ich nehme sie dann in den Artikel als Update auf.
Spätestens im März, wenn die diversen Studien/Umfragen/Statistiken neu aufgelegt wurden, werde ich den Artikel auf den neuesten Stand bringen.
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Donnerstag, 18. Januar 2007
Nielsen//NetRatings, das führenden Internet-Markt- und Medienforschungs-Unternehmen, hat die Leserschaft der Top-10 US-Online-Zeitungen untersucht und dabei besonders auf die Weblogs dieser Zeitungen geachtet.
Die Gesamt-Leserschaft der Online-Journale ist im vergangenen Jahr um 9% gestiegen, die ihrer Weblogs aber um 210%!
Interessant ist dabei auch, daß der Männeranteil bei den Zeitungsblogs etwas höher ist (66%), als bei den Zeitungen selbst (60%). Nielsen//NetRatings erklärt das aus der stärkeren Technikaffinität (“early adopters”) und dem größeren Nachrichteninteresse von Männern.
Noch ist die jährliche Wachstumsrate bei den weiblichen Zeitungsblog-Lesern geringer (183%), als bei den Männern (226%), aber die Medienforscher erwarten, daß sich das ändert.
Daraufhin aber wie n-tv heute gleich zu jubeln, “Amerikaner glauben Blogs“, halte ich doch für übertrieben.
n-tv versucht zwar diese These mit einer Studie des Pew Internet & American Life Project zu stützen, nach der die Zahl der Amerikaner zunahm (auf 15%), die sich bei “mid-term elections campaigns” im August im Internet informiert haben.
Laut der Pew-Studie (nichts davon bei n-tv) haben davon 20% Weblogs genutzt, insbesondere Nutzer mit höherem Bildungsgrad, höherem Einkommen, oder Teilnehmer an den Internetkampagnen. Leider sagt die Studie nicht, wie hoch dieser Wert vorher war.
Keine der beiden Studien vergleicht die Glaubwürdigkeit der oder das Vertrauen in die unterschiedlichen Medien.
Schlimmer noch: Dies spielt darin überhaupt keine Rolle, beide Studien untersuchen nur das Nutzungsverhalten, letztere auch die Motive.
Ich hätte erwartet, daß n-tv das unterscheiden kann.
Das Einzige, was in puncto Glaubwürdigkeit übrig bleibt: Die Glaubwürdigkeit von n-tv hat gelitten.
[Update: Dieser Artikel ist auch am 19.01. in der Readers Edition erschienen.]
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