Sonntag, 20. April 2008
Das Internet ist in Europa angekommen, lautet die Zwischenbilanz der “i2010“-Initiative der Europäischen Kommission: 51% der insgesamt 500 Millionen EU-Bürger nutzen regelmäßig das Internet. Im vergangenen Jahr sind 40 Millionen Nutzer dazugekommen.
Über die einzelnen Länder verteilt sich der Nutzungsgrad wie folgt:

Das Internet ist heute Teil des Alltags geworden. Fast 80% Haushalte mit Internet-Anschluß haben bereits von einem Einwahlanschluß auf Breitbandanschluß umgestellt:

Während 2001 nur wenige Schulen einen Internetanschluß hatten, sind es nun über 96%, davon 2/3 sogar mit Breitband-Anbindung.
Auch insgesamt setzen sich Breitbandverbindungen immer mehr durch:

Auch Unternehmen nutzen das Internet intensiver:

Die online-Verfügbarkeit von E-Government-Dienstleistungen hat stark zugenommen. In Österreich wurde sogar die 100%-Marke erreicht:

Quelle: “The User Challenge: Benchmarking the supply of online public services“, European Commission 2007
Generell wird die Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnik betont. Darauf “entfallen in der EU 26 % der Forschungsaufwendungen, 20 % der privaten Investitionen und fast 50 % des gesamten Produktivitätszuwachses.”
Den eigentlichen gibt es Zwischenbericht gibt es hier zum Download (deutsch, PDF, 0,2 MB), und dort gibt es noch weiterführende Berichte und Teilergebnisse (englisch).
Via golem.de.
Dienstag, 28. November 2006
Heise Online berichtet:
In der EU wächst der Elektronikschrott jährlich um 3 bis 5 Prozent. In den Entwicklungsländern vermehrt sich der Elektronikschrott am schnellsten. Bis 2010 soll er sich hier verdreifachen. Steigende Nachfrage durch fallende Preise und schnelle Innovationszyklen lassen den Müll anwachsen, der in den Entwicklungsländern oft auf wilden Müllkippen oder in Flüssen landet, sodaß die Gifte in das Wasser oder durch Verbrennen in die Luft gelangen. Dazu kommen die Müllexporte vornehmlich aus dem Norden in den Süden.
Die Zunahme an Elektronikschrott [entsteht vor allem durch] Computer, Handys, Drucker oder Fernsehgeräte, die sich zu “wachsenden Bergen an E-Müll” aufhäufen und zahlreiche Gifte für die Umwelt und die Menschen wie Quecksilber, Arsen, Blei, Cadmium oder polybromierte Biphenyle enthalten.
75 Prozent der nach Afrika exportierten elektronischen Geräte und des Zubehörs sind […] “E-Müll”. Das heißt, es handelt sich um eine über große Entfernungen stattfindende Entsorgung aus entwickelten Ländern und von Unternehmen auf afrikanischen Müllhalden. Da die Kontrollen in den asiatischen Ländern schärfer werden, verlagern sich die Müllströme nach Afrika. Eine UNEP-Untersuchung habe kürzlich auch gezeigt, daß die asiatischen Küstengewässer zunehmend durch Bestandteile kontaminiert werden, die vom Elektronikschrott stammen.
Montag, 24. Juli 2006
Vor zwei Wochen hat das EU-Parlament eine Resolution zur Meinungsfreiheit im Internet (”Freedom of expression on the internet“) verabschiedet. Meine folgende Übersetzung enthält praktisch alle Passagen:
Das Europäische Parlament hat soben eine Resolution verabschiedet, die von Regierungen auferlegte Beschränkungen für Inhalte im Internet verurteilt, die im Widerspruch zur freien Meinungsäußerung stehen. Es hebt hervor, daß die freien Meinungsäußerung ein Schlüsselwert ist. der von allen EU-Ländern geteilt wird und daß zu seiner Verteidigung konkrete Maßnahmen notwendig sind.
Die Resolution […] stellt die Bedeutung der Informationsgesellschaft für Demokratie, Menschenrechte und grundlegende Freiheitsrechte heraus. Dies schließt die Freiheit bei Empfang und Zugang zu Informationen ein.
Das Europäische Parlament hebt hervor, daß sich der Kampf um freie Meinungsäußerung weitgehend ins Internet verlagert hat und es weltweit zum Kommunikationsmittel der Wahl für politische Dissidenten, Demokratie-Aktivisten, Menschenrechtler und Journalisten geworden ist.
Zugleich arbeiten autoritäre Regimes an immer weiterreichenden Methoden, das Internet zu kontrollieren. Mitglieder des Parlaments heben China, Weißrussland, Myanmar, Kuba, Iran, Libyen, Malediven, Nepal, Nordkorea, Saudi-Arabien, Syrien, Tunesien, Turkmenistan, Usbekistan und Vietnam hervor. Sie sagen auch, viele Cyberdissidenten säßen im Moment in Gefängnissen, die meisten davon in China.
Die Resolution macht außerdem auf die Rolle westlicher Unternehmen aufmerksam, indem sie sagt, daß die Mittel für Zensur und Überwachung des Web häufig von Firmen mit Hauptsitz in demokratischen Staaten geliefert werden.
Die Resolution hebt Yahoo, Google und Microsoft hervor, die sich von der chinesischen Regierung haben überzeugen lassen, die Zensur ihrer im chinesischen Markt verfügbaren Dienste zu erleichtern. Westliche Firmen wie Cisco, Telecom Italia und Wanadoo (eine Tochter der France Telecom) hätten Geräte und Technik geliefert, mit denen Regierungen das Web zensieren würden, sagte das Parlament.
Die Parlamentsmitglieder begrüßen den im Februar 2006 in die US-Legislative eingebrachten Entwurf des “Global On-line Freedom Act”, der die Aktivitäten von Internetfirmen in repressiven Staaten regelt.
Sie sind überzeugt, daß auch die EU für die Rechte ihrer Internet-Nutzer einstehen muß. Sie fordern daher den EU-Rat und die Mitgliedsländer auf, einer gemeinsamen Erklärung zuzustimmen, in der sie sich weltweit dem Schutz der Rechte der Internetnutzer und der Verbreitung der freien Meinungsäußerung im Internet verpflichten.
Darüberhinaus werden Komission und Rat aufgefordert, folgende Schritte zu unternehmen:
- auf die Autoritäten von Ländern, die Journalisten und andere inhaftiert haben, weil sie Meinungen im Internet veröffentlicht haben, Druck auszuüben, damit diese sofort freigelassen werden,
- einen freiwilligen Verhaltenskodex zu entwerfen, der die Aktivitäten von Firmen in repressiven Staaten begrenzt,
- bei Hilfsprogrammen mit Drittländern den Bedarf von deren Bürgern für freien Internetzugang zu berücksichtigen.
Dienstag, 11. Juli 2006
Das Internet als Informations- und Kommunikationsmedium spielt für seine Nutzer bei einer Reihe von persönlichen Lebensereignissen und –Entscheidungen eine wesentliche Rolle. Dies ist ein zentrales Ergebnis des Digital Life Reports, einer repräsentativen Befragung von deutschen Internet-Nutzern im Alter ab 14 Jahren, die TNS Infratest durchgeführt hat.
Der Digital Life Report 2006 beschäftigt sich mit dem Einfluß der digitalen Lebensweise auf auf das tägliche Leben der Internet-Nutzer in Deutschland und welche Tätigkeiten womöglich aus der „Offline“-Welt in die digitale Welt verlagert werden.
Ergebnisse:
- Der Anteil der Internet-Nutzer beträgt 55% in der gesamtdeutschen Bevölkerung. Bei den 14- bis 49-Jährigen sind es sogar 75%.
- 68% der befragten Internet-Nutzer setzen gezielt Websites für ihre Hobbys und Freizeitbeschäftigungen wie Sammeln, Handarbeiten, Basteln oder Sport als Informationsquelle an.
- 58% nennen das Internet eine bedeutende Entscheidungsgrundlage für geplante größere Investitionen und Entscheidungen finanzieller Art
- 54% sehen das Internet beim Autokauf als wichtiges Informationsmedium an.
- 39% messen dem Internet wesentliche Bedeutung bei einen Wohnungswechsel oder Umzug in eine andere Stadt bei.
- 47% nutzen das Internet bei der beruflichen Karriereplanung. Jeder dritte Online-Nutzer, der in den letzten zwölf Monaten seinen Arbeitsplatz gewechselt hat, gab an, daß das Internet hierbei relevant war.
- Bei Heirat, Scheidung und Beendigung einer Beziehung spielt das Internet keine wesentliche Rolle. Beim Kennenlernen, Anbahnen und Eingehen einer neuen Beziehung offensichtlich schon: Jeder dritte Befragte (36 %) äußerte, daß das Internet bei einer im letzten Jahr neu eingegangenen Beziehung eine Rolle spielte.
“Das Internet hat sich neben Presse, Hörfunk und Fernsehen als Massenmedium inzwischen endgültig etabliert und ist stark mit dem alltäglichen Leben der Internet-Nutzer verflochten,” bilanziert Andrew Mairon, Senior Manager bei TNS Infratest.
Pressemitteilung von TNS Infratest.
Berichte darüber auf heise und auf golem.
[Update: Dieser Artikel ist auch in der Online-Zeitung Readers Edition erschienen, wurde allerdings von den Redakteuren dort arg verstümmelt.]
Montag, 10. Juli 2006
In einem zwei Monate alten Artikel faßt der Heise Newsticker verschiedene Studien zum Internet-Nutzerverhalten von Frauen zusammen.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
Wenn Frauen online gehen, dann suchen sie häufig nach Informationen über Reisen, Gesundheit, Kultur und Weiterbildung. Kommunikation beispielsweise per E-Mail hat Priorität, der technische Aspekt des Mediums steht bei vielen Nutzerinnen eher im Hintergrund. […]
Während Online-Shopping beliebt ist, halten sich Frauen beim Online-Banking im Vergleich zu den Männern eher zurück.
In Deutschland surfen knapp 48 Prozent aller Frauen regelmäßig im Internet, bei den Männern sind es gut 63 Prozent. Die Zahlen stammen aus einer Studie des Kompetenzzentrums, die auf dem (N)Onliner-Atlas basiert, […] eine[r] Studie über das Internetverhalten der Deutschen, […] [von] TNS Infratest und der Berliner Initiative D21 herausgegeben. Betrachtet man nur die Teenager, sieht die Statistik ganz anders aus. Im Alter von 14 bis 19 Jahren nutzen laut Kompetenzzentrum 84 Prozent der Mädchen das Internet, bei den Jungs sind es mit 85 Prozent nur unwesentlich mehr.
Laut einer “Umfrage des Verbands der PSD-Banken in Bonn […] wickeln 17,4 Prozent der Männer ihre Bankgeschäfte online ab, bei den Frauen […] nur 9,2 Prozent”.
Golem berichtet auch über die EIAA-Studie.
Quellen:
- Studien der European Interactive Advertising Association (EIAA), dem Branchenverband europäischer Online-Vermarkter mit Sitz in London:
- Der (N)ONLINER Atlas 2006 erscheint am 1. August.
- Umfrage des Verbands der PSD-Banken in Bonn.
Mittwoch, 21. Juni 2006
Eurostat, das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften, hat eine Statistik über die “e-Gesellschaft im Jahr 2005” veröffentlicht. Demnach hatte in 2005 mehr als 1/3 der EU-Bevölkerung keine PC-Kenntnisse. Zudem gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedsländern, den Altersgruppen, den beruflichen Tätigkeiten und den verschiedenen Bildungsniveaus.
Die skandinavischen Länder Dänemark und Schweden liegen mit 10% bzw. 11% vorne. Dann kommen Luxemburg und Deutschland mit 20% und 21%. Ob es daran liegt, daß erstere als Bildungshochburgen gelten und letztere als e-Länder (e-Government, e-Commerce etc.)?
Ebenfalls erwartungsgemäß nimmt der Grad der Kenntnise mit dem Alter ab und mit dem Bildungsniveau zu.
Erfreulicherweise wird die Methodik ausfühlich spezifiziert. Nachzulesen hier:
Via golem.de.
Eine weitere Eurostat-Publikation, die offenbar auf derselben Befragung beruht, aber auch Unternehmen einbezieht, geht näher auf die Internetnutzung durch Privatpersonen und Unternehmen ein.
Ihre Kernaussagen sind:
- Der Prozentanteil der Haushalte mit Internetzugang ist 2005 weiter gestiegen und insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und die Haushalte verwenden vermehrt Breitbandanschlüsse.
- […]
- In den neuen Mitgliedstaaten ist der Anteil der Privatpersonen, die noch nie das Internet genutzt haben, größer als der Anteil der regelmäßigen Internetnutzer, außer in der Slowakei und in Estland.
- 36 % der Unternehmen benutzen das Internet, um Waren und Dienstleistungen einzukaufen.
- Fast 90 % der Unternehmen haben eine eigene Internetsite, über die sie ihre Produkte anbieten.
- Privatpersonen kaufen online am häufigsten Bücher und Reisen.
Download (PDF, 420KB, 8S mit Diagrammen/Tabellen)