Mittwoch, 5. März 2008
Die Computerwoche hat eine Gehaltsumfrage durchgeführt und daraus eine Studie erstellt, auf die ich mich bereits im Artikel “Der Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte ist leer gefegt” bezogen habe.
Generell sieht die Gehaltsentwicklung im Moment sehr gut aus. Das Fazit der Studie: “Die aktuelle Nachfrage auf dem IT-Markt gibt für gute Leute Spielraum, an der Gehaltsschraube zu drehen.” Die Firmen seien im harten Wettbewerb auf überdurchschnittlich tüchtige Mitarbeiter angewiesen und auch bereit, diese besser als andere zu entlohnen. Allerdings sei gute Vorbereitung Pflicht.
Eine Zusammenfassung des Artikels:
- IT-Führungskräfte erhalten dieses Jahr ~4% mehr Gehalt; generell konnten Positionen mit wesentlichem Einfluß auf die Unternehmensentwicklung 3 bis z.T. 5% Steigerung erzielen.
- Projektleiter, die in 2007 praktisch überhaupt nicht berücksichtigt wurden, können ihr Gehalt sogar um 8% steigern; mit Personalverantwortung beträgt das Durchschnittsgehalt 88.000 € (2007: 81.200 €), ohne diese bei rein fachlicher Verantwortung 65.000 € (2007: 60.000 €).
Dabei nähmen aber auch Druck und Verantwortung sowie die Anforderungen an Qualifikation und Leistungsbereitschaft zu:“Kaum eine Berufsgruppe und Management-Ebene muß so fit und vielseitig sein wie die Projektleiter. Sie sind fachlich nahe am Tagesgeschäft, um mitzureden und die richtigen Entscheidungen zu treffen, müssen aber auch das Team wie ein guter Manager führen können und vor allem – aus Sicht der Unternehmensleitung ganz wichtig – gut rechnen und viel Erfahrung mitbringen, damit die Projekte nicht in Schieflage geraten, wie das nach wie vor noch immer in fast zwei Drittel der Fälle vorkommt.”
- Die Grundgehälter der Manager – vor allem in den oberen Etagen – stagnieren oder gehen sogar zurück.
Dafür steigen die variablen Anteile. - IT-Bereichsleiter im Bankenumfeld verdienen im Durchschnitt 165.000 € Fixum mit 58.800 € variablem Anteil (2007: 175.000 € fix mit 42.700 € variabel)
- IT-Bereichsleiter in der Automobilindustrie: 132.500 € fix mit 49.000 € variabel (2007: 147.500 € fix mit 38.900 variabel)
- IT-Bereichsleiter in der Telekommunikationsindustrie: 124.000 € fix mit 31.200 € variabel (2007: auch 124.000 € fix aber nur 18.600 € variabel)
- IT-Bereichsleiter in Systemhäusern: 108.000 € fix mit 19.800 € variabel (Grundgehalt gegenüber 2007 zurückgegangen, variabler Anteil geringfügig gestiegen)
- IT-Bereichsleiter in Softwarehäusern: 105.000 € fix mit 18.500 € variabel (Grundgehalt gegenüber 2007 zurückgegangen, variabler Anteil geringfügig gestiegen)
- System- und Softwarehäuser zahlen ihren Managern am Wenigsten und zugleich ist das Gehalt am Stärksten von der Unternehmensgröße abhängig
- Im Bankumfeld erhält ein IT-Abteilungsleiter 87.000 € Festgehalt, in der Softwareindustrie 76.400 €. Der variable Anteil liegt bei 15-20% des Fixum, 2007 waren es noch 10-15%
- IT-Gruppenleiter beziehen ein Festgehalt von 71.000 € bei Banken und Konsumgüterindustrie, von 57.000 € bei Softwarehäusern und 49.000 € im Dienstleistungssektor. Der variable Anteil beträgt etwa 10%.
- Vertriebsleiter erreichen im Durchschnitt 124.000 € Gesamtgehalt (2007: 121.000 €) inklusive eines variablen Anteils von 50%. Der Verdienst richtet sich sehr stark nach Unternehmensgröße, in Unternehmen unter 50 Mitarbeitern beträgt das Gesamtgehalt von 93.700 € (2007: 86.000 €) , in Unternehmen mit 1000 bis 5000 Mitarbeitern dagegen durchschnittlich 171.000 €.
- Einfache und weniger verantwortungsvolle Positionen haben in den letzten fünf Jahren kaum Gehaltszuwächse zu vermelden.
- Die IT-Branche ist mittelstandsorientiert, 1/3 der Studien-Teilnehmer arbeitet in Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern
- In kleinen Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern sind die Gesamtgehälter sehr viel kleiner: IT-Berater: 50.900 €, Projektleiter 52.100 € (2007: 45.000 €), Entwickler 41.680 €, Supporter 33.000 €, Systemadministratoren 32.950 €
- Die Gehälter werden sich nach Überzeugung der Ersteller der Studie nicht mehr ständig mit zunehmendem Alter erhöhen, sondern es wird eine Abflachung und je nach Qualifikation und Marktsituation sich sogar nach unten entwickeln. Als Beispiel werden Manager genannt: “Zwischen der Übernahme der ersten Führungsposition mit 30 legen Manager auf ihrem weiteren Werdegang bis 50 langsam zu. Ältere können mit keinen nennenswerten Zuwächsen mehr rechnen.”
- Die höchsten Gehälter werden in Frankfurt gezahlt (+19,3% über Durchschnitt), dann folgt München (+17,1%), Stuttgart (+14,7%), Düsseldorf (+12,2%), Köln und Hamburg. Dresden (-2,3%) liegt vor Berlin, in Ostdeutschland ist das Gehaltsniveau am Niedrigsten und beträgt 76,5% des Mittelwerts.
Zur Methodik der Studie:
“In die Datenbasis gingen in den letzten Wochen bis zum 15. Februar 2008 Informationen aus der Hightech-Branche ebenso ein wie die Auswertung der Führungskräfte-Einkommen aus Anwenderfirmen. In die Untersuchung wurden 19 486 Datensätze einbezogen, die zu 44,5 Prozent aus dem IT- und TK-Sektor und zu 55,5 Prozent aus dem Anwenderumfeld kommen. Die IT-Unternehmen unterteilt die Studie in die Branchen Telekommunikation, Halbleiterindustrie, Softwarehäuser und IT-Systemhäuser. Auf der Anwenderseite berücksichtigt die Studie vor allem Betriebe aus der Investitionsgüter- und Konsumgüterindustrie, Finanzdienstleister sowie Medien- und Dienstleistungsunternehmen. Ausgewertet wurden die Gehälter der IT-Manager vom Projektleiter bis zum Bereichsleiter sowie die der Vertriebsverantwortlichen.”
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Montag, 3. März 2008
In der jüngsten Branchenumfrage des BITKOM-Verbandes (Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) meldeten rund 60% der deutschen IT-Unternehmen offene Stellen. Das entspreche etwa 18.000 unbesetzten Positionen bei diesen Unternehmen, berichtet das Magazin „Handelsblatt Junge Karriere“ in seiner aktuellen Ausgabe. Weitere rund 25.000 Stellen seien bei den IT-Anwendern frei, dort vor Allem in Handel, Banken und Versicherungen.
„Der Arbeitsmarkt ist leer gefegt“, klagt Bikom-Präsident Scheer im Magazin.
Vor allem Akademiker würden knapp. Drei von vier ausgeschriebenen Stellen in der IT-Branche erforderten einen fachlich relevanten Universitäts- oder Fachhochschulabschluss. Doch ein Studium der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik könnten hierzulande gerade einmal zwei Promille der Beschäftigten aufweisen, berichtet das Magazin unter Berufung auf den OECD-Bildungsbericht.
Immer weniger Studenten würden sich für ein Infomatikstudium entscheiden: 2000 wären es in Deutschland rund 38.000 Studienanfänger gewesen, 2006 nur noch knapp 28.500, also ein Minus von 25 Prozent. Erwartet werde, dass künftig auch die Zahl der Absolventen falle – von 15.360 im Prüfungsjahr 2006 auf unter 14.000 in 2010.
Diese Vorhersage steht im Widerspruch zur bisherigen Entwicklung. Laut Statistischem Bundesamt haben 2006 15.400 Absolventen ihr Informatikstudium abgeschlossen, das ist ein Zuwachs von 13% gegenüber 2005 und 117% gegenüber 1997. Die erste Hälfte des vergangenen Jahrzehnts schwankten die Absoventenzahlen. Seit 2003 verzeichnet das Fach zweistellige jährliche Zuwachsraten – generell die höchsten im Fachgebiet Mathematik/Naturwissenschaften.
Nachdem 1997 der Frauenanteil bei Absolventinnen und Absolventen der Informatik 13% betragen hatte, ging er in den Jahren 2000 und 2002 auf 11% zurück und stieg seitdem nur in kleinen Schritten wieder an. 2006 lag er bei 17%, das ist immer noch deutlich weniger als im Vergleich zum Fachgebiet Mathematik/Naturwissenschaften mit 39% und zu den 50% über alle Studienfächer.
Die Zahl der sogenannten Bildungsausländer, die ihr Abitur o.ä. im Ausland erworben und dann erfolgreich ein Informatikstudium absolviert haben, hat sich in den vergangenen 10 Jahren auf 1.300 mehr als vervierfacht, ebenso die der Bildungsinländer (= Ausländer mit deutschem Abitur o.ä.) unter den Absolventen auf 500.
Diese Zahlen schlagen sich auch in der offiziellen Arbeitsmarktstatistik nieder, wie heise.de berichtet:

Es sind so wenige Informatiker arbeitslos, wie schon lange nicht mehr. Von über 50.000 im Januar 2006 ist die Arbeitslosigkeit auf unter 30.000 im Januar 2008 zurückgegangen. Interessante Randnotiz: Wie obenstehende Grafik zeigt, kennt die Bundesagentur für Arbeit weniger als 7.000 offene Stellen, das sind weniger als 16% der vom BITKOM gemeldeten — offensichtlich findet der Arbeitsmarkt nahezu vollständig außerhalb des Wirkungsbereiches der Agentur statt. Aus meiner persönlichen Erfahrung sowohl als Arbeitssuchender als auch als Jobvermittler wundert mich das nicht. Alleine die mit mindestens 163 Millionen Euro subventionierte Software „virtueller Arbeitsmarkt“ ist eine Katastrophe, geschweige denn das A2LL-Debakel.
Die Nachfrage wirkt bereits auf die Gehälter. „Junge Karriere“ hebt da besonders SAP- und IT-Berater hervor, sie verdienten als Berufsanfänger mit bis zu zwei Jahren Erfahrung zwischen 38.000 und 48.000 Euro im Jahr. Das Durchschnittsgehalt eines entsprechenden Software-Entwicklers liege dagegen zwischen 35.000 und 42.000 Euro; Fachleute für IT-Sicherheit (vermutlich ebenso Berufsanfänger) verdienten zwischen 35.500 und 43.000 Euro.
Die von mir bereits mehrfach empfohlene Seite Gehaltsliste IT und Medizin — Gehaltscheck und umfassende Gehaltsübersicht für Professionals der Personalberatung HiTec Consult bleibt mit den dort genannten Einstiegsgehältern übrigens darunter.
Die Computerwoche, die noch im Herbst von steigenden IT-Manager-Gehältern berichtet hatte, meldet nun 4% Gehaltsteigerung bei IT-Führungskräften. Auch in den nächsten Jahren könnten sie mit steigenden Gehältern rechnen.
Ein überdurchschnittliches Plus von 8% könnten die Projektleiter verbuchen, die im Vorjahr „zu kurz gekommen“ seien. Mit Personalverantwortung stiege ihr Gehalt von 81.200 auf 88.000 Euro, ohne diese von 60.000 auf 65.000 Euro.
Insgesamt geht die Computerzeitung wegen der Personalknappheit von weiter steigenden Gehältern aus. Gleichzeitig gestalteten Unternehmen die Entgelte ihrer IT-Führungskräfte immer variabler und differenzierter. Größere Gehaltsunterschiede würden zugelassen.
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Freitag, 19. Oktober 2007
Unter dem Titel “IT-Gehälter 2007: Manager sahnen ab” berichtet die Computerwoche, daß die Managergehälter wieder deutlich stärker gestiegen sind, als die ihrer Mitarbeiter. Außerdem zahlen Mittelständler deutlich besser als früher.
Zuwächse der IT-Vergütungen
- Führungskräfte im Durchschnitt: +4,9%
- Spezialisten im Durchschnitt: +0,5%
- Führungskräfte in kleineren Unternehmen: +10%
- Positionen am unteren Ende der Gehaltsskala mit Zuwachs:
- IT-Trainer: +5%
- Supporter: +5%
- Web-Entwickler: +2%
- Web-Designer: +4%
- insgesamt gibt es die größten Zuwächse in Unternehmen bis 100 MA, nämlich
- Leiter SW-Entwicklung: +15%
- IT-Leitung: +14%
- SAP-Beratung: +12%
- IT-Beratung allgemein: +11%
- geringer sind die Zuwächse in Unternehmen mit mehr als 100 MA:
- IT-Leitung/CIO: +3%
- SAP-Beratung: +5%
- IT-Beratung allgemein: +4,5%
Variable Gehaltsbestandteile haben auch zugenommen, dabei sind sie in Anteil und Höhe bei Jobs mit disziplinarischer Personalverantwortung höher als bei solchen ohne Personalverantwortung.
Im Durchschnitt verfügen
- unverändert etwa 35% der Spezialisten über einen variablem Gehaltsanteil von durchschnittlich 11,8% des Grundgehaltes (= 9,9% des Gesamtgehalts) und
- 66% der Führungskräfte gegenüber 57% im Vorjahr über einen variablen Gehaltsanteil von duchschnittlich 17,6% des Grundgehalts (= 15% des Gesamtgehalts).
Anscheinend haben Führungskräfte in der IT-Industrie seltener bzw. geringere variable Bestandsteile als Manager in anderen Branchen.
Unverändert sind die Unterschiede der Gehälter in den verschiedenen Regionen:
- Frankfurt am Main: 20% über dem Bundesdurchschnitt
- München: 14% über dem Bundesdurchschnitt
- Stuttgart: 10% über dem Bundesdurchschnitt
- Hamburg: 8% über dem Bundesdurchschnitt
- Düsseldorf: 8%
IT-Jahresgehälter absolut im Bundesdurchschnitt:
- IT-Projektleiter: 64.468€
- SAP-Berater: 62.814€
- in großen internationalen Konzernen
- IT-Leiter/CIO: 94.397
- SAP-Entwicklungsleiter: 94.458€
- SAP-Beratungsleiter: 93.299€

Die Studie hat 19.500 Datensätze über 26 Positionen ausgewertet. Details über die Methodik und Bezugsquellen für die 500€ teuere Vergütungsstudie finden sich im Originalartikel.
UPDATE: Das frisch erschienene Herbstgutachen der führenden Wirtschaftsforscher kündigt einen Anstieg der Effektvlöhne in diesem Jahr um 2,1% und 2008 um 3,0% an. Dies ist aber nicht unmittelbar vergleichbar, da dieses Gutachten viel Zweckoptimismus enthält, sich quer über alle Branchen erstreckt und auf die Effektivlöhne bezieht (= der tatsächlich ausgezahlte Bruttolohn inklusive übertariflicher Zuschläge und Überstundenvergütung).
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